Mode: Die Conscious Collection von H&M: Nachhaltig oder Greenwashing?

Seit Anfang April ist die aktuelle Conscious Collection des Modekonzerns H&M in den Läden erhältlich. Und wieder stellt sich die Frage: Betreibt H&M Greenwashing oder ist die Conscious Collection wirklich nachhaltig?
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Fotograf: Bettina Schönemann · Copyright:

Tropische Printmuster und Vanessa Paradies als Kampagnengesicht

Wir erinnern uns: Im letzten Jahr dominierten florale Muster in rosa, blau und vanillefarben die Conscious Collection. Aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester waren die Kleidungsstücke gefertigt. Zudem gab es noch eine Red-Carpet-Variante, welche mit edlen Roben Frauenherzen höher schlagen ließ. Die Models waren keine bekannten Gesichter, lediglich Star-Fotograf Terry Richardson setze die Models perfekt in Szene. Die diesjährige Kollektion besticht durch Grüntöne in sämtlichen Variationen sowie tropischen Printmustern. Für die Kollektion 2013 konnte H&M die französische Schauspielerin und Sängerin Vanessa Paradies als Kampagnengesicht gewinnen. Ohne zu zögern erklärte sie sich als Kampagnenmodel für die diesjährige Conscious Collection bereit. "Bei Initiativen wie der Conscious Collection von H&M mache ich gerne mit. Ich gebe immer mein Bestes, und Vintage-Kleidung ist fester Bestandteil meiner Garderobe", so die Schauspielerin über ihren Einsatz für H&M.

 

Conscious Exclusive Collection: Nachhaltigkeit oder Greenwashing?

Neben der alltagstauglichen Conscious Collection hält H&M selbstverständlich auch wieder etwas für den ganz großen Auftritt parat. So sind die Roben in diesem Jahr aus Fischernetzen und alten Teppichen gemacht. Na gut, zumindest teilweise bestehen die edlen Stücke aus Biobaumwolle, Recycling-Polyester oder auch Recycling-Polyamid. Nachhaltige Materialien klingen ja erst mal schon ganz gut, vor allem für einen Fast-Fashion-Modekonzern wie H&M. Doch in den Produktionsländern sieht es alles andere als „conscious“ aus. Die Arbeiterinnen in den Textilfabriken, welche auch für H&M arbeiten, spüren von Nachhaltigkeit so gar nichts. Immer noch herrschen katastrophale Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken und die von H&M an seine Lieferanten geforderten Mindestlöhne reichen immer noch nicht für eine Existenzsicherung aus. Aus diesem Grund startete die Initiative Clean Clothes Campaign (CCC), die weltweit für verbesserte Arbeitsbedingungen in der Textilbranche kämpft, die Gegenkampagne „Unconscious Collapses“. Auf einem der Kampagnenbilder ist Vanessa Paradies in ihrem gelben Kleid inmitten eines Blumengartens von blassen Näherinnen umzingelt.

Eines steht fest: Wir müssen uns irgendwann entscheiden. Entweder billig einkaufen und dafür schlimme Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken zulassen oder endlich bereit sein, mehr Geld für Kleidung auszugeben aber im gleichen Zug die Klamotten mit einem guten Gewissen tragen zu können. In jedem Fall sind die Stücke der Conscious Collection ein echter Hingucker. Dennoch sollte H&M mit Begriffen wie „conscious“, also „nachhaltig“ und „umweltfreundlich“, vorsichtig umgehen und vielleicht mal über eine „Fair Collection“ nachdenken.

19.04.2013 · 11:06 · Autor: Nadine Mittag · Quelle: · Kategorie: Mode
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