Unser kleines Wildkräuter-ABC: Von wegen Unkraut!

So wohltuend sind die Gewächse von Wald und Wiese

Sie wachsen auf Wiesen und an Wegesrändern und sind für viele einfach nur Unkraut. Bei genauerem Hinsehen und mit ein wenig Pflanzenkunde lassen sich jedoch viele wohltuende und wohlschmeckende Wildkräuter entdecken.
Von wegen Unkraut: Unser kleines Wildkräuter-ABC von A, wie Ackerschachtelhalm bis Z, wie Zaunwinde:
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A wie Ackerschachtelhalm

Vor ca. 400 Mio. Jahren hatte er die Größe eines Baumes und es gab ganze Wälder von ihm. Heute wird er nur noch ca. 20 cm groß und lässt sich an Wegesrändern, Äckern, Felder oder Wiesen entdecken: der Ackerschachtelhalm.

Von wegen Unkraut! #Wildkräuter können mit ein wenig #Pflanzenkunde nahezu überall in freier Natur gesammelt werden und sind ideal für Küche und #Hausapotheke.

Blüten sucht man bei dem Wildkraut vergeblich, vermehrt sich das auch als Schachtelhalm oder Zinnkraut bekannte Gewächs durch seine Sporen. Im Frühjahr lässt es sich gut an seinem blassgelben Farbton und stachelartigen Wuchs erkennen. Nach nur kurzem Wuchs vergeht es wieder, um im Sommer erneut zu treiben. Es lässt sich daher ideal von Mai bis Juli ernten.

Der Name Zinnkraut führt im Übrigen auf seine einstige Bedeutung zurück. So war der Ackerschachtelhalm sehr beliebt zum Putzen von Metall. Heute wird das Wildkraut vor allem wegen seines hohen Gehaltes an Kieselsäure geschätzt. Es wird bei Nierenerkrankungen, Bindegewebsschwäche und hauptsächlich bei Rheuma angewendet.

G wie Gänsefingerkraut

Wir dürfen vorstellen: das Gänsefingerkraut. Seines Zeichen ein ca. 15 cm hohes Wildkraut mit gelben Blüten und gefiederten Blättern. Man findet es häufig an Wegrändern und auch auf Äckern und Weiden. Am besten lässt sich das Gänsefingerkraut im Mai ernten. Möglich ist dies jedoch auch noch bis August, je nachdem ob Blätter, Wurzeln oder das Kraut gesammelt werden.

Wer es schon einmal probiert hat, der weiß: Mit seinem herb-säuerlichen Geschmack eignet es sich ideal für Suppen und Salate. So können die Wurzeln und Blätter schnell und einfach als Wildgemüse zubereitet werden.

Auch in der Medizin ist das Gänsefingerkraut seit Jahrhunderten geschätzt. So wendeten es schon Generationen vor uns bei Entzündungen in der Mundhöhle, zur Wundheilung und bei Säuglingskoliken an. Auch bei Asthma und Sonnenbrand entfaltet das Wildkraut seine wohltuende Wirkung.

Noch mal G wie Gundermann

Er gilt als wahrer Leckerbissen und zugleich als bewehrter Wundheiler: der Gundermann. Während er einst vor allem wegen seiner heilenden Wirkung bei Wunden geschätzt wurde, ist er heute in der Küche ein gern gesehenes Wildkraut. So lassen sich seine Blätter als Gemüse, für Suppen oder als leckerer Quichebelag verwenden. Ideal ist er aufgrund seines herb-würzigen Geschmacks auch für süße oder pikante Mixgetränke.

Da er humusreiche und auch gern feuchte Böden liebt, findet man den Gundermann vor allem unter Bäumen und Hecken, manchmal aber sogar auf dem heimischen Rasen. Da er sehr pflegeleicht ist, lässt er sich auch ideal dort, also im eigenen Garten, anpflanzen. Hier ist er dann mit seinen vierkantigen, langen Stängeln, den blau-violetten Blüten und seinen nieren- bis herzförmigen Blättern ein ansehnlicher Bodendecker. Da vergisst man fast, dass er mit seiner entzündungshemmenden, schleimlösenden und stoffwechselfördernden Wirkung auch wohltuende Linderung bei Blasen- und Nierenschwäche und chronischem Husten und Schnupfen schenkt.Gesammelt werden kann er hierfür am besten von Mai bis Juni.

H wie Hirtentäschel

Man sagt dem Hirtentäschel nach, dass er optisch durchaus Ähnlichkeiten mit dem Löwenzahn hat, zugleich geschmacklich stark an Rucola erinnert. Die Verwendung ist in jedem Falle identisch. So lässt sich das bis zu 50 cm hohe Gewächs mit seinen weißen Blüten und den signifikanten kleinen dreieckigen Täschchen perfekt als Salat zubereiten. Doch auch in der Hausapotheke ist der nützliche Allrounder aufgrund seiner blutstillenden Wirkung sehr nützlich. So kann er bei zu starken Menstruationsblutungen und nach Geburten als Tee getrunken werden. Zugleich wirkt er sich positiv auf die Verdauung, bei der Behandlung von Ekzemen und zur Blutdruckregulierung aus. Ideale Sammelzeit für das Hirtentäschelkraut ist von Juni bis August.

M wie Mistel

Zur Weihnachtszeit schmückt sie unsere Türen, doch dabei kann die Mistel weitaus mehr als nur dekorativ aussehen und unsere Küsse legitimieren. Einst als magisches Allheilmittel für sämtliche Wehwehchen eingesetzt, weißt der Halbschmarotzer ein breites Spektrum an medizinischen Einsatzbereichen auf. So kann die Mistel bei Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrbeschwerden, Krampfaderleiden, Heuschnupfen, Kopfschmerzen bis hin zu Bluthochdruck und  als Begleitmedikation bei der Krebsbehandlung angewendet werden.Gesammelt werden kann die Mistel dafür von Herbst bis Frühling.

S wie Spitzwegerich

Man stelle sich vor: Man ist in der freien Natur unterwegs und hat mit Insektenstichen, Hautabschürfungen oder leichten Verbrennungen zu tun, aber keinerlei Pflaster und Desinfektionsmittel dabei. Was ist zu tun? Nach Spitzwegerich Ausschau halten! Spitzwegerichblätter zerkaut auf Wunden gelegt, sind ideal zur Wundbehandlung. Zu finden ist er meist an Wegesrändern, Weiden und Wiesen. Doch der Spitzwegerich hilft nicht nur bei Wunden, Husten, Juckreiz, Durchfall oder Blasenschwäche, sondern schmeckt dank seines Pilzaromas auch in Salaten, Suppen und als Gemüse zubereitet. Gesammelt werden können die Blätter des Spitzwegerichs von Mai bis August, die Wurzeln hingegen von Ende August bis Oktober.

Z wie Zaunwinde

Mit ihren auffallend weißen Blüten hielt sie schon so mancher botanisch Unerfahrene für eine Zierpflanze. Dabei kann das Windengewächs wesentlich mehr als nur Wegränder, Bäume und Büsche zieren. So wirkt sie harntreibend und lindernd bei u. a. Fieber, Leberschwäche, Gallenschwäche und Verstopfung. Geerntet werden können alle Teile des Wildkrauts, also Wurzeln, Blätter und Blüten. Die Blüten sind übrigens nur bei trockenem Wetter geöffnet, dann aber durchaus Tag und Nacht. In dieser Zeit können sie auch geerntet werden. Die Blätter können dagegen den gesamten Sommer über gesammelt werden. Hingegen sollten die Wurzeln nur im Herbst und Frühjahr ausgegraben, abgebürstet und anschließend mit kaltem Wasser gereinigt werden.

11.08.2016 · 16:11 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Wellness und Ich
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