5 verpackungsfreie Supermärkte in Deutschland

Es geht auch ohne Müll: Einkaufen ohne Drumherum

Supermärkte machen uns das umweltfreundliche und nachhaltige Einkaufen alles andere als leicht. Natürliche „Verpackungen“ wie Bananenschalen reichen schon lange nicht mehr. Überall wird alles konsequent eingeschweißt und in Plastik gehüllt.
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Copyright: Such Dich Grün

Doch das muss nicht sein: Immer mehr verpackungsfreie Supermärkte u. a. in Berlin, München, Dresden, Leipzig und Stuttgart sagen dem Verpackungsmüll den Kampf an.

Verpackungsfrei einkaufen: So funktioniert es!

Wer schon einmal bewusst versucht hat auf Verpackungen zu verzichten, wird beim Einkaufen im Supermarkt schnell an seine (Plastik-)Grenzen gestoßen sein. Alles und jedes steckt hier in Plastik. Es gilt Hygienevorschriften einzuhalten und Waren gut zu transportieren. Das ist schön und gut, doch mit jedem Einkauf wächst der globale Abfallberg weiter. Die Idee mit seinen eigenen Vorratsbehältnissen in den Supermarkt zu gehen und Nudeln, Mehl und Co. entsprechend seines ganz persönlichen Bedarfs zu portionieren, klang bis vor kurzem noch sehr skurril – bis der erste verpackungsfreie Supermarkt seine Pforten öffnete.

Gänzlich ohne Einwegverpackungen können Kunden hier ihre benötigten Mengen an Lebensmitteln individuell in mitgebrachte oder vor Ort erhältliche Mehrwegbehältnisse abfüllen, abwiegen und mitnehmen. Entsprechend der Zero Waste - Bewegung bieten die hierfür konzipierten Supermärkte alle Waren „offen“ an. Aus großen Gläsern können so Nudeln, Mehl oder Gewürze ganz nach Bedarf portioniert werden. Das reduziert nicht nur die Abfallmengen, sondern auch die Lebensmittelverschwendung, denn gekauft werden muss nur so viel, wie auch wirklich benötigt wird. So können Eier in mitgebrachten Eierkartons transportiert werden, Käse wird in Papier eingeschlagen und Essig und Öl fließen aus großen Kanistern in kleine Flaschen. Nach dem gleichen Prinzip können selbst Duschgel und Reinigungsmittel in den verpackungsfreien Supermärkten erworben werden. Besonders toll: Vor allem viele Bio-Waren und Erzeugnisse aus der Region stehen in den Regalen der plastikfreien Läden.

„Lose“ einkaufen in Dresden

Lose einkaufen, das geht auch seit April letzten Jahres direkt in der Dresdner Neustadt. Im gleichnamigen verpackungsfreien Supermarkt von Berit Heller können vegane und vegetarische Lebensmittel erstanden werden. Gern dürfen dabei auch Trockenfutter für die Mieze, Mooncups (Menstruationstassen), wiederverwendbare Abschminkpads und Ohrreinigungsstäbchen aus Bambus auf dem Einkaufszettel stehen. Für alle Romantiker und Kerzenliebhaber: Teelichter gibt es hier übrigens auch ganz ohne Aluschale.

Copyright: Lose Dresden /Fotograf: Berit Heller

 

„Original unverpackt“ in Berlin

Er gilt als DER Vorreiter aller verpackungsfreien Supermärkte: der in Berlin-Kreuzberg gelegene Laden „Original unverpackt“. Von Milena Glimbovski im September 2014 eröffnet, kann hier nach Herzenslust ganz ohne Einwegverpackungen eingekauft werden. Was genau das sein kann? Von A wie Algen-Tofu bis Z wie Zimt sind beinahe 600 ausgewählte Produkte aus den Bereichen Lebensmittel, Naschwaren, Spirituosen, Kosmetik und Reinigungsmittel erhältlich. Und es werden kontinuierlich mehr.

Copyright: Katja Vogt

 

“Einfach Unverpackt“ in Leipzig

„Einfach Unverpackt“ und echt großartig müllfrei kann in Leipzig eingekauft werden. Aus mehr als 300 Produkten des täglichen Bedarfs im Bereich Lebensmittel und Hygieneartikel kann hier gewählt werden. Besonders toll: Wer mag, kann den praktischen Packservice von „EchtUnverpackt“ in Anspruch nehmen. Dazu einfach seine eigenen Mehrwegbehälter mit der Einkaufsliste und den gewünschten Mengenangaben abgeben und zur vereinbarten Uhrzeit gefüllt wieder abholen. Soll es noch schneller gehen, kann die Bestellung auch via E-Mail aufgegeben werden.

Copyright: Stephan Rudolph

 

„Schüttgut – nachhaltige & unverpackte Lebensmittel“ in Stuttgart

Er ist der erste Unverpackt-Laden in der Region rund um Stuttgart und zu Recht ein wenig stolz auf sich: „Schüttgut – nachhaltige & unverpackte Lebensmittel“. Nach dem gleichen Prinzip der verpackungsfreien Supermärkte können auch hier Lebensmittel müllfrei aus nachhaltiger und regionaler Produktion erworben werden – getreu dem Motto: „Ökologisch, bio, fair, regional, saisonal und lose“.

Copyright: Schüttgut - Jens-Peter Wedlich

 

„Plastikfreie Zone“ in München

Viel Innovation und Information trifft auf den guten alten Tante Emma-Laden: So ließe sich wohl am besten die „Plastikfreie Zone“ in München umschreiben. In ihr, von Kennern liebevoll P-Zone genannt, können sowohl Bio-Köstlichkeiten aus der Region – natürlich ganz unverpackt und ohne Plastik – als auch hochwertige Produkte für Küche, Bad und Büro erworben werden. Ihr Credo: Plastikfrei leben bedeutet nicht auf Konsum zu verzichten, sondern sein Konsumverhalten zu ändern: „Weg von schneller Quantität und hin zu langlebiger Qualität.“

15.02.2019 · 14:44 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Essen und Trinken
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