Trashion: Upcycling-Projekt der Künstlerin Marina DeBris

Wenn aus Müll echt coole Mode wird

Fischernetze statt Viskose. Hundekotbeutel und Plastikgabeln statt Polyester und Baumwolle. Die Upcycling-Mode namens „Trashion“ der australischen Künstlerin Marina DeBris kommt ganz ohne Seide und Kaschmir aus – nicht jedoch ohne den kritischen Blick aufs Meer.
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Copyright: RichardFlynnPhotography

Was sich hinter Trashion verbirgt und wie die Künstlerin damit auf die Meeresverschmutzung aufmerksam machen will:

Das Upcycling-Projekt #Trashion der australischen Künstlerin Marina #DeBris macht aus angeschwemmten #Meeresmüll Catwalk taugliche Mode.

„Der Müll, den wir erzeugen, kommt zu uns zurück, verfolgt uns“

„Der Teufel trägt nicht Prada, sondern Plastikmüll“ - so bezeichnet es Spiegel Online in einem Artikel ziemlich treffend. Und eben jener Plastikmüll kann in seinem zweiten Leben als Stoff, aus dem Laufstegmode gemacht wird, verdammt gut aussehen. Dank „Trashion“ ist auch sein Schmuddel-Image passé – und das, obwohl es im Grunde genommen ja reiner Abfall ist, aus dem die Kleider und Korsetts entstehen. Es ist alles angeschwemmter Müll, den Marina DeBris an den Stränden dieser Welt einsammelt. Doch so zufällig wie das Treibgut ist, entstand auch einst die Idee der beeindruckenden Upcycling-Mode. „Seitdem ich begonnen habe, den Müll einzusammeln, fiel es mir sehr schwer, einfach den Ozean zu genießen“, berichtete sie im vergangenen Jahr in einem chinesischen Fernsehinterview. So wollte sie zum einen den Strand von all dem Unrat befreien, gleichzeitig drängte sich aber in ihrer Künstlerseele auch der Wunsch auf, damit etwas Sinniges anzustellen. Ihr Ziel: Das Problem vom Strand in das Bewusstsein vieler Köpfe weiterzutragen. „Der Müll, den wir erzeugen, kommt zu uns zurück, verfolgt uns.“

Copyright: RichardFlynnPhotography / From the series "Beach Couture: A Haute Mess" by Trashion Designer: Marina DeBris Shot in Los Angeles, CA by photographer Richard Flynn Model: Hannah Kat Jones Art Direction/Production: Anne Shackman Hair: Erika Schmidt Make Up: Lori Benson

Und er verfolgt uns auf die wohl ästhetischste Art und Weise, seit es Müll gibt. Herausgekommen ist nämlich Trashion. Und so wie das Upcycling-Projekt geboren wurde, so ist auch der Begriff eine Neuschöpfung DeBris. Aus Müll (Trash) und Mode (Fashion) wird ganz einfach Trashion.

Copyright: RichardFlynnPhotography / From the series "Beach Couture: A Haute Mess" by Trashion Designer: Marina DeBris Shot in Los Angeles, CA by photographer Richard Flynn Model: Hannah Kat Jones Art Direction/Production: Anne Shackman Hair: Erika Schmidt Make Up: Lori Benson

Das zweite Leben des Plastikmülls oder - Wenn aus Kuscheltieren Miniröcke werden

An Material dürfte es der Künstlerin so schnell leider nicht mangeln. So landen Statistiken zufolge jährlich mehr als 13 Mio. t Plastik in den Meeren der Welt. Für Marina DeBris waren und sind es die jeweiligen Stände, an denen sie zu Hause war und ist, an denen sie auf Streifzug geht. Und so ist es Sammelgut vom Bondi Beach in Australien, Stränden in Los Angeles, Venedig und Sydney, das sich in und an ihren Entwürfen wiederfindet.

Copyright: RichardFlynnPhotography / From the series "Beach Couture: A Haute Mess" by Trashion Designer: Marina DeBris Shot in Los Angeles, CA by photographer Richard Flynn Model: Hannah Kat Jones Art Direction/Production: Anne Shackman Hair: Erika Schmidt Make Up: Lori Benson

Beispiele gefällig? Gern. Aus den langen Bändern einer gelb-schwarzen Absperrbanderole wurden ein langes, durchaus Catwalk taugliches Kleid. Kuschelig ist im wahrsten Sinne sicherlich der aus gefundenen Kuscheltieren designte Minirock.

Durchaus typisch wirken dagegen Strandgüter wie alte Fischernetze, Plastiktüten und vergessene oder weggespülte Sandformen. Auch sie werden als simpel wie geniale Pillboxhüte, raffinierte Korsagen oder beeindruckende Kleider wiedergeboren.

Die Frage nach der Alltagstauglichkeit dieser Müllmode erübrigt sich natürlich bei ihrem Anblick. Doch anziehend wirken sie alle mal. Selten – oder besser noch nie – hat uns Müll so stilvoll und ansehnlich verfolgt. Viel schöner und wünschenswerter wäre es jedoch ohne Frage, wenn Marina DeBris bald das Material für ihre Trashion-Kollektionen ausgehen würde und der Strandspaziergang ganz müllfrei wäre.

30.11.2016 · 12:24 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Mode
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