Zierpflanzen: Herbstzeit ist die optimale Pflanzzeit

Blumenzwiebeln im Herbst pflanzen: Ran an den Spaten

Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen? Jetzt, im Herbst! Warum wir in diesen Tagen zu Spaten und Blumenzwiebeln greifen sollten, um uns im Frühling an einer bunten Blütenpracht erfreuen zu können:
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Warum der Herbst die ideale Pflanzzeit ist

Passionierte Gärtner wissen: Jetzt im Herbst ist nach alter Sitte eine ideale Pflanzzeit. Wenn die Tage kürzer werden und das Laub sich leuchtend bunt färbt, wird es laut einer Umfrage von Statista aus 2016 für ca. 35 Mio. Gartenbesitzer in Deutschland höchste Zeit, den Garten winterfest zu machen. Beete und Blumenkästen auf den Winter vorzubereiten, bedeutet nicht nur fleißig Laub zu rechen, frostempfindliche Pflanzen zum Überwintern vorzubereiten und Gartenmöbel zu verstauen, sondern vor allem eines: Jetzt pflanzen, was uns im nächsten Frühling floral erfreuen soll!

Vor allem für Laub- und Nadelgehölze, Rosensträucher und Obstbäume ist von Oktober bis März die beste Pflanzzeit. Für Baumschulen beginnt im Herbst die Pflanzsaison. Dies bedeutet, dass wir in diesen Tagen dort die beste Auswahl an Pflanzen angeboten bekommen. Doch nicht nur die breite Angebotspalette spricht für ein Pflanzen im Herbst, sondern auch die Tatsache, dass die angebotenen Pflanzen, vor allem Rosen- und Blütensträucher, ebenso wie kleine Bäume und Heckenpflanzen, schon gerodet wurden und zum Verkauf in den Baumschulen bereitstehen. Wer sie jetzt kauft, kann sicher sein, dass die Pflanzen noch frisch sind und muss nicht mit unliebsamen Qualitätseinbußen nach monatelanger Lagerung im Frühling rechnen.

Auch sei der Wurzel- und Erdkontakt der Pflanzen laut Experten beim Pflanzen im Herbst optimaler, da im Herbst die Feuchtigkeitszufuhr garantiert ist und somit die Gefahr des Vertrocknens im Frühjahr geringer sei. Ein weiterer Vorteil: Pflanzen, die jetzt gepflanzt werden, treiben im Frühling mit dem natürlichen Witterungsverlauf aus, sodass sich auch der Pflanzstress verringere. Und da die Pflanzen auch in den Herbstmonaten neue Wurzeln ausbilden, ist die Verankerung und die Wasser- und Nährstoffversorgung im Frühjahr bereits optimal auf den Wachstumsbeginn vorbereitet. Nicht vergessen: In den ersten Tagen nach dem Pflanzen unbedingt mehrfach gießen!

Seerosen, Bambus und Co. lieber im Frühling pflanzen

Doch nicht alle Pflanzen können jetzt bedenkenlos in die Erde gebracht werden. So ist das Frühjahr als Pflanzzeit für mediterrane Pflanzen besser geeignet. Gleiches gilt für Bambus, Seerosen, Fackellilien und Pampasgras. Wer diese jetzt doch pflanzen möchte, sollte sich unbedingt über speziellen Winterschutz informieren.

Blumenzwiebeln: Ab in die Erde!

Heute schon an morgen denken: Dieses Motto könnte beim Blumenzwiebelstecken nicht passender sein. Wer sich im Frühling an den bunten Frühlingsblühern im Garten und auf dem Balkon freuen möchte, sollte im Herbst die Blumenzwiebeln in die Erde bringen. Schon bei der Auswahl der Blumenzwiebeln gibt es einiges zu beachten. So lohnt sich der Griff zu biologisch und fair produzierten Blumenzwiebeln gleich mehrfach. Zum einen ist die nachhaltige Zierpflanzenproduktion für Mensch und Umwelt ebenso wie die biologische, faire Lebensmittelproduktion von immenser Bedeutung. Zum anderen wird bei der konventionellen Blumenzwiebelproduktion ein Mehrfaches an Chemikalien verwendet. Das muss nicht sein, vor allem da nachhaltig produzierte Sorten nachweislich robuster und langlebiger sind. Auch leisten biologisch erzeugte Blumenzwiebeln einen wichtigen Beitrag für faire Arbeitsbedingungen und angemessene Vergütung, tragen zur Sortenvielfalt bei und zur Erhaltung seltener Arten.

Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können die Blumenzwiebeln in die Erde eingebracht werden. Dies sollte man bei Tulpen jedoch möglichst lange herauszögern, da die Tulpenzwiebeln keine warmen Böden vertragen. Auch verringert sich dadurch das Risiko der Blumenzwiebeln, von Wühlmäusen angefressen zu werden.

Düngen im Herbst? Lieber nicht!

Der Bund der deutschen Baumschulen Pinneberg empfiehlt in der „Westdeutschen Zeitung“, dass Gartenbesitzer im Herbst nicht düngen sollten – mit einer Ausnahme. Da sich die Pflanzen in diesen Tagen auf die Ruhephase im Winter einstellen und langsam die Nährstoffaufnahme einstellen, führe die Zufuhr von Dünger eher zum gegenteiligen Effekt und könnte die Pflanzen vielmehr schädigen. Anders verhält es sich mit dem Rasen: Dieser könne durchaus mit speziellem organischem Herbstdünger noch bis Mitte November gedüngt werden.  

In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Stecken und Pflanzen. Bei diesen Aussichten kommt doch wahrlich schon Vorfreude auf einen bunten und vor allem nachhaltigen, fairen Frühling auf!

19.10.2017 · 13:46 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Haus und Garten
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