Gesunde Hagebutte: Vitamin C-Bombe und Heilmittel

Das heimische Superfood Hagebutte

Hagebutten sind vielmehr als Nostalgie und Tee. Was das Besondere an der Hagebutte ist und wie vielfältig wir sie als Heilmittel nutzen können:
Bild von Artikel: Das heimische Superfood Hagebutte
Copyright: Photo by Marina Khrapova on Unsplash

Seit Jahrhunderten als Heilmittel geschätzt

„Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm ...“, so besingen Generationen von Kindern die Hagebutte jeden Herbst aufs Neue. Dabei hätten die aus den weißen Blüten der Wildrose entstehenden Hagebutten alles andere als Grund zum Stummsein. Hinter der rötlichen Schale verbirgt sich nämlich ein wahres heimisches Superfood.

Ihr wissenschaftlicher Name „Rosa canina“ dürfte botanisch Bewanderten geläufig sein. Dabei hat sich die zu den Rosengewächsen gehörende und seit Jahrhunderten als Heilmitte geschätzte Hagebutte als Scheinfrucht der Heckenrose, Wildrose, Zaunrose, Weinrose oder als Apfelrose bezeichneten Pflanze unentbehrlich gemacht. Im Herbst ist die ideale Sammelzeit der kleinen roten Hagebuttenfrüchte. Von Ende Oktober bis in den November hinein werden die Früchte geerntet. Je später sie geerntet werden, desto höher ist ihr Zuckergehalt. Erst der Frost lässt ihren Geschmack süßlich werden. Roh könnt ihr die süß-säuerlich schmeckenden Früchte allerdings nicht verspeisen. Das Fruchtfleisch des heimischen Superfoods lässt sich ideal als Marmelade, Mus oder Mark verarbeiten. Wenn ihr euch selbst einmal im Ernten und Verarbeiten der Hagebutte ausprobieren wollt, solltet ihr allerdings viel Zeit und Geduld einplanen.

„Alleskönner“ Hagebutte: Kleine Früchte mit großer Heilwirkung

Im zwölften Jahrhundert hat Hildegard von Bingen die Hagebutte ihrer Heilkraft wegen  geschätzt. Die Schalen und Samen der Hagebutte werden heute noch in der Pflanzenheilkunde angewendet. Für homöopathische Mittel eignen sich die frischen Blütenblätter. Aus dem Fruchtfleisch werden schmackhafte Brotaufstriche, Mus und Marmelade. Besonders wertvoll ist Hagebutte aufgrund seines sehr hohen Vitamin C-Gehaltes. Dieser ist erstaunlicherweise um ein Vielfaches höher als der von Zitrusfrüchten. So können 100 g frische Hagebutten zwischen 400 und 5000 mg Vitamin C enthalten. Eine Tasse Hagebuttentee oder ein Teelöffel Hagebuttenmus deckt den benötigten Tagesbedarf an Vitamin C.

Die Liste der gesunden Inhaltsstoffe der Herbstfrucht ist lang. Hagebutten enthalten jede Menge Fruchtsäuren, ätherische Öle, Pektine, Gerbstoffe, Kieselsäure, die Mineralstoffe Kupfer, Zink, Phosphor, Eisen, Calcium und Magnesium, ebenso wie die Antioxidantien Lycopin und Flavonoide, die sich auf Herz- und Kreislaufbeschwerden und bei zu hohem Cholesterinspiegel positiv auswirken können. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Phospholipide und Aminosäuren stecken in den roten Früchtchen. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren sind Hagebutten ideal bei der Wundheilung von Akne. Sie verbessern das Hautbild und unterstützen die Regeneration der Haut und verlangsamen ihren Alterungsprozess.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien bescheinigen der Hagebutte eine schmerzlindernde und heilsame Wirkung. Hagebuttenpulver lindert nachweislich Arthroseschmerzen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie der Universität Freiburg konnte ebenso die Linderung von Rückenschmerzen nachgewiesen werden.

Bei Magen- und Darm- sowie Harnwegserkrankungen und rheumatischen Beschwerden wird die Hagebutte als natürliches Heilmittel geschätzt. Darüber hinaus besitzen Hagebutten durch das in ihnen enthaltene Lycopin eine Tumorzellen bekämpfende Wirkung. Hagebuttentee lässt sich übrigens ideal als Mundspülung vorbeugend gegen Paradentose nutzen. Und dank hohen Vitamin B1-Gehalts lässt sich mit einem Tässchen Hagebuttentee wunderbar Stress reduzieren und einem Burnout vorbeugen. Dennoch ist Hagebuttentee nicht gleich Hagebuttentee.

Von Tee bis Marmelade: So vielfältig ist die Hagebutte

Täglich eine Tasse Hagebuttentee stärkt nachweislich unser Immunsystem und deckt unseren Tagesbedarf an Vitamin C – nicht jedoch der herkömmliche Hagebuttentee aus dem Supermarkt. Dieser besteht selten aus heilenden Inhaltsstoffen. Ratsamer sei da der Gang ins Reformhaus oder den Bioladen. Hier bekommt ihr neben dem qualitativen Hagebuttentee auch weitere hochwertige Produkte, in denen die kleinen roten Früchte verarbeitet wurden. So eignet sich Hagebutte auch als schmackhafte und gesunde Alternative als Marmelade auf dem Frühstückstisch. Eine wahre Vitaminbombe ist das aus der Hagebutte gewonnene Mark oder Mus. Hier deckt bereits ein Teelöffel unseren Vitamin C-Tagesbedarf. Hagebutte lässt sich auch als Öl verarbeiten. Das aromatisch duftende Öl wird aus Hagebuttenkernen und einem Basisöl hergestellt und reduziert Schwangerschaftsstreifen und Pigmentflecken, schenkt Linderung bei Hautjucken und wirkt allgemein entweder anregend und kräftigend oder entspannend.

Adieu Supermarkttee: Hagebuttentee richtig genießen

Wer zum ersten Mal Hagebuttentee aus dem Reformhaus oder Bioladen zubereitet, wird sicherlich überrascht sein. Der Tee schmeckt erfreulicherweise vollkommen anders als der herkömmliche Hagebuttentee aus dem Supermarkt. Auch seine rote Färbung bekommt der Tee erst durch die Beimischung von Hibiskus. Für frischen Hagebuttentee zwei Teelöffel getrocknete Hagebuttenschalen mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und für sechs bis acht Minuten ziehen lassen. Anschließend absieben und genießen.

Ob als Tee, Mus, Öl oder Marmelade: Wir wünschen euch einen schmackhaften und gesunden Herbst. Mit der heimischen Superfrucht vom Strauch und Vitamin C-Bombe in einem dürfte das hoffentlich nicht  schwer sein.

10.11.2017 · 09:54 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Essen und Trinken
1. Bewertungsstern2. Bewertungsstern3. Bewertungsstern4. Bewertungsstern5. Bewertungsstern (0 bei 0 Bewertungen)

(0)

(0)

(0)

(0)

(0)


Bewertungen

Eigene Bewertung abgeben