Sport in der Schwangerschaft: Fit und kugelrund

Fit bleiben und werden mit Babybauch

Wer schwanger ist, muss seine Sportsachen nicht unbedingt in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes verbannen. Warum Sport in der Schwangerschaft förderlich ist und worauf sportlich aktive werdende Mamas achten können:
Bild von Artikel: Fit bleiben und werden mit Babybauch
Copyright: Photo by xusenru from Pixabay

Walken, Schwimmen, Rad fahren: Moderater Sport tut gut

Die gute Nachricht für alle sportbegeisterten Schwangeren zuerst: Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass „moderater“ Sport sich günstig auf die Schwangerschaft für Mutter und Kind auswirke, so das Informations- und Serviceportal „Sport und Schwangerschaft“ der Deutschen Sporthochschule Köln. Demnach waren die körperlichen Beschwerden während der Schwangerschaft geringer und die Geburt verlief bei den Probandinnen komplikationsfreier. „Frauen, die regelmäßig schwimmen, Rad fahren oder walken, vermeiden eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft und senken das Risiko auf Schwangerschaftsdiabetes, welcher der Gesundheit von Mutter und Kind schadet“, bekräftigt Annegret Geipel, Leiterin für Geburtshilfe und Pränatale Medizin der Universitätsklinik Bonn gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. Vor der ersten Sporteinheit mit Kugelbauch gilt es einiges zu beachten.

Moderat trainieren in der Schwangerschaft

Die Sportempfehlungen gelten natürlich nicht uneingeschränkt für alle schwangeren Frauen. Eine sportliche Betätigung empfiehlt sich für gesunde Frauen mit einem normalen Schwangerschaftsverlauf. Bei vorausgegangenen Frühgeburten, Gebärmutterhalsschwäche, Mehrlingsschwangerschaften, anderweitigen Schwangerschaftsstörungen oder genereller Unsicherheit gilt: Unbedingt den Gynäkologen individuell um Rat fragen! 

Habt ihr das Okay zum sportlichen Schwitzen eingeholt, achtet unbedingt darauf im moderaten und aeroben Bereich zu trainieren. Je nach Alter und Trainingszustand empfiehlt die Deutsche Sporthochschule Köln auf eine Herzfrequenz von 125 bis 155 Schlägen pro Minute zu achten. Als Richtwert fürs Radfahren gelten zehn Schläge weniger. 20 Schläge weniger sollten es beim Schwimmen sein, so das Informationsportal. Laut aktuellsten Studien könnten Schwangere pro Woche sieben Mal für etwa 60 Minuten sportlich aktiv sein, so das Portal weiter. Wichtig sei, dass die schwangeren Frauen auf ihren Körper achten und bei Bedarf pausieren. Als grober Richtwert gilt hier: Nicht aus der Puste kommen. Könnt ihr euch beim Sporttreiben noch normal unterhalten, habt einen groben Richtwert für die gewünschte Intensität.

Sportliche Dos in der Schwangerschaft: Joggen, Gewichte heben oder Yoga?

Geübte Läuferinnen mit Lauferfahrung müssen laut der Deutschen Sporthochschule nicht unbedingt auf ihre Joggingrunden verzichten. Nach Rücksprache mit eurem behandelnden Arzt könnt ihr gern in einem angemessenen persönlichen Tempo weiterhin joggen gehen. Schwangeren Läuferinnen sei ein Training empfohlen, dass ein Training des Beckenbodens integriert. Die Deutsche Sporthochschule Köln empfiehlt Laufen und Joggen  ausschließlich für trainierte Frauen. 

Das Training im Fitnessstudio könnt ihr trotz Schwangerschaft und stetig runder werdendem Babybäuchlein fortsetzen – vorausgesetzt, ihr beachtet die erwähnten Richtwerte und fühlt euch fit. Die Deutsche Sporthochschule Köln empfiehlt Gymnastik oder Training am Crosstrainer. Dank der Herzfrequenzmesser könnt ihr beim Kardiotraining auch eure Herzfrequenz ideal im Blick behalten und somit das Wohl eures Ungeborenen. In Großstädten wie Berlin, München oder Hamburg könnt ihr spezielle Kurse für werdende oder frischgebackene Mütter besuchen. Hier könnt ihr erst zusammen mit den Kugelbäuchen Sport machen und später mit dem Baby zusammen den Schwangerschaftspfunden mit Yoga oder bei sportlichen Buggyrunden durch den Park zu Leibe rücken. 

Kraftsport wirkt sich positiv in der Schwangerschaft aus – geringe Belastungen mit erhöhten Wiederholungszahlen und fachkundigem Personal vorausgesetzt. Empfehlenswert gerade für Ungeübte sind in der Schwangerschaft Übungen für Bauch, Rücken und Beckenboden. Besonders die schrägen Bauchmuskeln solltet ihr laut der Deutschen Sporthochschule Köln trainieren - dies unbedingt kontrolliert und behutsam, ganz zum Wohle eures Babybauchs.

Vorsicht bei Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko

Weniger empfehlenswert sind Sportarten, wie Skifahren, Reiten, Hockey oder Tieftauchen und Wandern in über 2500 m Höhe. Sportarten mit heftigen Auswirkungen, Wucht, Schlag, Stoß oder Gewalt für die Zeit der Schwangerschaft solltet ihr ebenfalls seinlassen. Ob Yoga, Schwimmen oder Gymnastik: Wir wünschen allen werdenden Mamas viel Freude beim Sporttreiben mit Babybauch! 

Für alle noch offenen und individuellen Fragen rund ums Thema Sport in der Schwangerschaft können wir das Coaching der Deutschen Sporthochschule Köln empfehlen. Schickt eine persönliche Anfrage per E-Mail an schwangerschaft@dshs-koeln.de und erhaltet allgemeine Trainingsempfehlungen, Motivationshilfen und Informationen zu Trainingswirkungen sowie aktuelle Entwicklungen zum Thema.

16.11.2017 · 09:52 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Sport
1. Bewertungsstern2. Bewertungsstern3. Bewertungsstern4. Bewertungsstern5. Bewertungsstern (0 bei 0 Bewertungen)

(0)

(0)

(0)

(0)

(0)


Bewertungen

Eigene Bewertung abgeben