Nachhaltige Geldanlagen: Wie der grüne Rubel rollt

Grünes Geld für ein gutes Gewissen

„Grünes Geld“, „Social Investment“, „ethische Geldanlage“ oder „Sustainable and Responsible Investment“: Bezeichnungen für nachhaltige Geldanlagen gibt es viele – und noch mehr Möglichkeiten, das Geld nachhaltig anzulegen:
Bild von Artikel: Grünes Geld für ein gutes Gewissen
Copyright: Photo by nattanan23 from Pixabay

Ökologische, soziale und ethische Bewertungsaspekte sind wichtig

Nachhaltig leben, heißt nachhaltig anlegen. Während bei konventionellen Geldanlagen die klassischen Kriterien der Rentabilität und Liquidität im Vordergrund stehen, ergänzen nachhaltige Geldanlagen diese um ökologische, soziale und ethnische Bewertungsaspekte. Allerdings ist der Begriff „nachhaltig“ nicht geschützt. Laut dem Forum für nachhaltige Geldanlagen (FNG) bezeichnet diese Art des Investierens „ein soziales, nachhaltiges, verantwortliches, ethisches und ökologisches Investment sowie alle anderen Anlageprozesse, die in ihre Finanzanalyse den Einfluss von ESG (Umwelt, Soziales, Governance) -Kriterien einbeziehen.“ 

Wachsender Markt für nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltige Geldanlagen gelten laut dem „Handelsblatt“ noch als Nischenprodukte. Laut Fondsrating-Gesellschaft Morningstar sind ökologische und soziale Kriterien nur bei vier Prozent der Publikumsfonds für Privatanleger berücksichtigt. Doch die grünen Vermögensanlagen boomen. Aktuell seien 433 Investmentfonds auswählbar. Diese seien laut Ratingagentur Scope explizit nachhaltig. Allein in den letzten zwei Jahren seien 90 neue Fonds hinzugekommen. Besonders erfreulich: Laut dem Forum für Nachhaltige Geldanlagen wächst der Markt der nachhaltigen Vermögensanlagen stärker als konventionelle Geldanlagen. Das Gesamtvermögen von circa 157 Mrd. Euro im vergangenen Jahr macht trotzdem nur 2,8 % des Gesamtmarktes aus.

Für mehr Transparenz: Einheitliches Siegel notwendig

Laut dem „Handelsblatt“ zögerten immer noch viele Privatanleger. Die Gründe liegen laut dem Blatt in der fehlenden Transparenz des Anlagemarktes und der erwähnten fehlenden geschützten Bezeichnung. An einem europaweit einheitlichen Siegel arbeitet derzeit eine Expertengruppe der EU-Kommission. 

Seit zwei Jahren lichtet das Forum für Nachhaltige Geldanlagen mit einem eigenen Siegel die nachhaltigen Vermögensanlagen. 39 Fonds sind derzeit FNG-zertifiziert. Notwendig für die Zertifizierung sind ein Ausschluss von Waffen und Atomkraft, die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte, Achtung des Umweltschutzes sowie die Bekämpfung von Bestechung und Korruption.

Bei nachhaltigen Banken ist aber auch nicht alles Gold was glänzt. Wenn ihr plant, euer Geld nachhaltig anzulegen, schaut euch vorab die Geschäftsberichte der vermeintlichen Nachhaltigkeitsbanken an, um zu erfahren, welche Institute euren Wünschen gerecht werden.

Erhältlich sind nachhaltige Vermögensanlagen bei konventionellen Banken und Anlageberatern sowie bei speziell auf Nachhaltigkeit ausgelegten Geldinstituten, wie u. a. bei der UmweltBank, die sich selbst als „reine ökologische Bank“ bezeichnet; „Europas führender Nachhaltigkeitsbank“ - der Triodos Bank oder bei der „ersten sozial-ökologischen Universalbank der Welt“ - der Genossenschaftsbank GLS Bank.

30.11.2017 · 11:30 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Finanzierung/ Banken
1. Bewertungsstern2. Bewertungsstern3. Bewertungsstern4. Bewertungsstern5. Bewertungsstern (0 bei 0 Bewertungen)

(0)

(0)

(0)

(0)

(0)


Bewertungen

Eigene Bewertung abgeben