Fisch: Tipps für gesunden und nachhaltigen Fischkonsum

F(r)isch auf den Tisch durch nachhaltige Fischerei

Fisch ist für viele eine ganz besondere Delikatesse. Vor dem Kauf gilt es jedoch einiges in puncto nachhaltiger Fischerei zu beachten. Worauf wir achten sollten, damit unser Fischkonsum keinen unliebsamen Beigeschmack hat.
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Weiteres Wachstum bei Fischabsatz erwartet

Fisch ist lecker und beliebt: Satte 1,16 Mio. Tonnen Fisch und Meeresfrüchte landeten im vergangenen Jahr hierzulande auf den Tellern. Das macht einen Pro-Kopf-Verbrauch von circa 14,2 kg, so das Fisch-Informationszentrum e.V. Besonders beliebt sei der Lachs, gefolgt von Alaska-Seelachs. Auf Platz 3 der beliebtesten Speisefische: der Hering, gefolgt von Thunfisch und Forelle. „Für das aktuelle Jahr rechnen wir mit einem weiteren Wachstum beim Fischabsatz. Augenblicklich stehen beim Verbraucher Klassiker wie Fischdauerkonserven und Fischmarinaden weit vorn in der Verbrauchergunst“, so Thomas Lauenroth, Vorsitzender des Fisch-Informationszentrum e.V.

Fisch ist nicht gleich Fisch: fettarme und fettreiche Fischsorten

Ein bis zwei Portionen Fisch pro Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Fisch gilt als gesundes Lebensmittel, ist dieser reich an biologisch-hochwertigem Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Selen und Jod.

Fettarme Fischsorten:

- Kabeljau

- Rotbarsch

- Seezunge

- Schellfisch

Empfehlung der DGE: Wöchentlich 80-150 Gramm fettarmen Fisch.

Fettreiche Fischsorten:

- Makrele

- Hering

- Thunfisch

- Wildlachs

- Sardinen

Empfehlung der DGE: 70 Gramm fettreichen Fisch pro Woche.

„Wir essen die Meere leer“

Der Fischkonsum hierzulande ist nicht frei von Kritik. „Fisch muss wieder (…) zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden“, fordert Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack. Auch die NGO WWF findet deutliche Worte: „Wir essen die Meere leer. Der weltweite Pro-Kopf-Fischkonsum hat sich seit 1960 verdoppelt, gleichzeitig sind die globalen Populationen von bewirtschafteten Fischarten auf die Hälfte geschrumpft“, sagt die WWF-Fischerei-Expertin Karoline Schacht. Den offiziellen Angaben der Vereinten Nationen (UN/FAO) zufolge, sei ein Drittel der weltweiten Bestände überfischt und zwei Drittel seien voll genutzt. Unbeachtet bleibt hierbei die Dunkelziffer an illegalen Fängen. Auch das Thema Beifang von unerwünschten Fischarten, Haien, Walen, Delfinen, Seevögeln und Meeresschildkröten wird von Umweltorganisationen immer wieder angeprangert.

Die anhaltende Überfischung der Weltmeere ändere nicht nur das marine Ökosystem. Gesunde Fischbestände sind die Grundlage für Ernährung, Einkommen und Handel von fast 800 Mio. Menschen, so der WWF. Vor allem Menschen in Entwicklungsländern seien direkt von Fang, Verarbeitung und Verkauf der Fische abhängig. „Nur eine nachhaltige Fischerei kann unsere Meere gesund und die Ressource Fisch langfristig erhalten“.

Regional und frisch: Fisch bewusst kaufen

Ein wichtiger Katalysator auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischerei seien damit wir, die Verbraucher. „Die richtige Wahl an der Fischtheke hat unmittelbare Auswirkung auf die Gesundheit der Meere und die Lebensumstände der Menschen“, so WWF-Fischerei-Expertin Schacht. Empfehlenswert sei Fisch aus nachhaltigen Quellen regionaler Anbieter. Nordseehering, Scholle, Dorsch, Sprotte, Karpfen und Wels werden hierzulande nachhaltig und frisch produziert.

Ein Abstecher auf den Hamburger Fischmarkt oder zur Deutschen See GmbH beschert Hamburgern frischen, wie nachhaltigen Fisch. Abseits vom großen Wasser sind in der Hauptstadt der Berliner Fischmarkt, Der Fischladen und Mitte Meer empfehlenswerte Anlaufstellen für unseren Fischkauf in Berlin. In München gehen bei Bizim Balikci und bei der Fischzucht Ertl frische und nachhaltig aufgezogene Fische über den Verkaufstresen.

Copyright: WWF

Ratgeber und Entscheidungshilfe: Der WWF Fisch- und Meeresfrüchte-Ratgeber

Orientierung beim Kauf von Fisch aus nachhaltiger Zucht bieten Bio- und Umweltsiegel, wie von MSC, ASC, Bioland und Naturland. Das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) zeichnet beispielsweise Produkte aus umweltverträglicher Fischerei aus. Fisch- und Meeresprodukte mit dem ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) sind aus zertifizierter und verantwortungsvoller Aquakultur.

Ein idealer Ratgeber an der Fischtheke ist der vom WWF laufend aktualisierte Fisch- und Meeresfrüchte-Ratgeber, erhältlich als Broschüre, pdf und App. In ihm sind sämtliche Fischarten und Meeresfrüchte verzeichnet und entsprechend der Kategorien „Gute Wahl“, „Zweite Wahl“ und „Lieber nicht“ bewertet. Auf einem Blick sehen wir als Verbraucher, welche Fischsorten wir unbedenklich auf unseren Speiseplan setzen können und damit bewusst, aber ohne großen Aufwand, unseren persönlichen Meeresschutzbeitrag leisten können.

12.12.2017 · 13:14 · Autor: Annelie Neumann · Kategorie: Essen und Trinken
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