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Nachhaltiger Glitzer: Eine glänzende Perspektive für die Mode

Glitzer, Glanz und Glamour – oft hübsch anzusehen, doch leider auch eine ökologische Katastrophe. Die Modebranche zählt zu den drei größten Mikroplastik-Verursachern weltweit. Doch es gibt Lichtblicke – wie Radiant Matter, ein junges Start-up aus London, das beweist: Es geht auch anders. ## Inhaltsverzeichnis - Wir ertrinken in Plastik - Wie nachhaltiger Glitzer die Modewelt verändern soll - Weniger besitzen, mehr bewirken - Einzelnachweise & Weblinks ## Wir ertrinken in Plastik Mikroplastik sammelt sich in Wasser, Boden und Luft – es ist bis in die Tiefen der Ozeane, unter das arktische Eis und auf den Gipfel des Mount Everest vorgedrungen; man kann ihm nicht mehr entkommen. Mehr dazu erfährst du hier: Globale Plastikkrise – Zahlen, Trends und Lösungsansätze Eine Studie von 2019 deutet darauf hin, dass Erwachsene, je nach Wohnort und Tätigkeit, jährlich zwischen 39.000 und 52.000 Mikroplastikpartikel aufnehmen könnten. Mikroplastik wurde bereits im gesamten menschlichen Körper nachgewiesen, sogar in den Arterienwänden. Doch die beängstigenden Ausmaße der Plastikflut haben auch Innovationsgeister geweckt. ## Wie nachhaltiger Glitzer die Modewelt verändern soll Radiant Matter will der Modeindustrie eine nachhaltige Alternative für Designelemente wie Pailletten und Glitzer bieten. Das Start-Up aus Großbritannien setzt mit seinen aus Zellulose gefertigten Pailletten ein Zeichen für den Umweltschutz. Diese biologisch abbaubaren Designelemente kommen ohne Plastik, Metalle oder problematische Mineralien wie Mica aus – und strahlen trotzdem. ## Inspiriert von der Natur Die leuchtenden Farben von Morphofalter, Pfauenfedern und glänzenden Käfern entstehen durch sogenannte “strukturelle Farbe”, Farbe, die nicht durch Pigmente entsteht, sondern durch die physikalische Struktur einer Oberfläche, die das Licht auf bestimmte Weise beeinflusst. Radiant Matter entwickelte in Anlehnung an dieses Naturphänomen ihre Bio-Pailletten. Die Pailletten von Radiant Matter sind die ersten ihrer Art und ein weiterer Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit, mit dem das Unternehmen beweist, dass es möglich ist, modische Akzente zu setzen, ohne dabei die Umwelt zu belasten. Mit ihrer innovativen Lösung zeigt Radiant Matter, dass Umweltbewusstsein und Design sich nicht ausschließen müssen – im Gegenteil, sie können Hand in Hand gehen und die Zukunft der Modebranche nachhaltig verändern. Du willst mehr über die Trendwende in der Modewelt lesen? Von Fast Fashion zu Fair Fashion – ein Trend der sich nachhaltig lohnt! Fair Fashion vs. Slow Fashion: Der feine Unterschied Während Unternehmen wie Radiant Matter neue Wege gehen, können auch wir im Kleinen Großes bewirken – indem wir unser Konsumverhalten überdenken und gezielt nachhaltige Entscheidungen treffen. ## Weniger besitzen, mehr bewirken Mit kleinen Entscheidungen Großes bewirken – so geht’s: - **Second hand ist sexy:** Onlineshops wie Bonnie&Bonnie zeigen, wie unkompliziert und zeitgemäß Second-Hand-Shopping heute sein kann. - **Nachhaltige Waschgewohnheiten:** Um dem Problem von Mikroplastik im Abwasser entgegenzuwirken, wurden Waschbeutel entwickelt, die den Faserabrieb beim Waschen deutlich reduzieren – und so nicht nur die Lebensdauer deiner Kleidung verlängern, sondern auch Mikroplastik zuverlässig zurückhalten. Solche Waschbeutel gibt es zum Beispiel von der Marke GUPPYFRIEND. - **Weniger ist mehr: **Wer Impulskäufe meidet, kann gezielt Marken unterstützen, die auf umweltfreundliche Fasern und faire Produktion setzen. Denn ohne synthetische Fasern in der Garderobe besteht kein Risiko mehr, beim Waschen Mikroplastik freizusetzen. ### Jetzt Weiterlesen: - Deshalb solltest du keine "Fast Fashion"– Kleidung kaufen - “Ocean-Plastik”-Kleidung – nicht so nachhaltig wie man denkt - Modal - die synthetische Naturfaser der Zukunft?! - Kaktusleder - eine nachhaltige Alternative für die Zukunft? ### Einzelnachweise & Weblinks - https://www.radiantmatter.co/ - https://www.science-entrepreneur.com/blog-posts/radiant-matter-embellishing-the-world-in-structural-colour - https://www.unep.org/news-and-stories/story/everything-you-should-know-about-microplastics

09.01.26

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"Neue Gentechnik" oder dasselbe in Grün?

Die Gentechnik hat in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht und bietet den Aussagen ihrer Befürworter nach viele Vorteile: Höhere Erträge, geringere Kosten, weniger Herbizid - und Pestizideinsatz. Doch haben sich diese Versprechungen in den letzten 20 Jahren bewahrheitet? Wir erklären, warum Gentechnik aus vielen Gründen mit äußerster Vorsicht betrachtet werden muss. Inhaltsverzeichnis [Gentechnik kurz zusammengefasst](#teil-1) [Neue Verfahren](#teil-2) [Pro und Contra der Gentechnik in der Landwirtschaft](#teil-3) [BUND gegen Gentechnik](#teil-4) [Einzelnachweise \& Weblinks](#table-of-sources) ## Gentechnik kurz zusammengefasst Gentechnik ist ein Teilgebiet der Biotechnologie und dient dazu, Organismen gezielt genetisch zu verändern. Dabei wird das Erbgut (DNA) eines Lebewesens künstlich angepasst. Das Resultat dieser Technik bezeichnet man als genetisch veränderten Organismus, kurz GVO. Es gibt verschiedene Anwendungsbereiche der Gentechnik, wie zum Beispiel die "Rote Gentechnik", die sich mit der Medizin befasst. Für diesen Artikel relevant ist jedoch die "Grüne Gentechnik", welche sich auf Agrarwirtschaft bezieht. Mit dem Einsatz von genmanipulierten Pflanzen und Tieren soll die Landwirtschaft ertragreicher, kostengünstiger und resistenter gegenüber Schädlingen werden. Ein DNA-Strang - Bei Gentechnik wird dieser verändert Copyright: Foto von Warren Umoh auf Unsplash ## Neue Verfahren Über die Zeit hinweg wurden neue und verschiedene Verfahren entwickelt, um die Erträge noch effizienter zu gestalten. Eine der bedeutendsten Entwicklungen in der Gentechnik ist das Genom-Editing und insbesondere die Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats (CRISPR)-Technologie. Diese Methode ermöglicht es Wissenschaftlern, gezielt Gene in Pflanzen und Tieren zu verändern, um gewünschte Eigenschaften zu fördern. Bei bisheriger Gentechnik galt es als reiner Zufall, wie oft und an welcher Stelle des Genoms sich das veränderte Gen einfügt. Mit diesem neuen Verfahren kann gezielt eine Stelle im Genom angesteuert und verändert werden. Bei Pflanzen können somit Krankheitsresistenz, Ertrag und Nährstoffgehalt verbessert werden. Mithilfe des CRISPR-Verfahrens sind auch sogenannte "Gene Drives" möglich. Diese erhöhen die Vererbungswahrscheinlichkeit von Genen von natürlichen 50% auf bis zu 100%. Diese Technologie bietet eine präzise und effiziente Möglichkeit, um neue Sorten zu züchten. Neben CRISPR gibt es auch andere Methoden wie die Gentechnik mittels Agrobakterien und die RNA-Interferenz, die bei der Erzeugung von GVOs eine wichtige Rolle spielen. Das Agrobakterium gibt beispielsweise genetische Informationen an Pflanzen weiter, was wiederum in der Gentechnik genutzt werden kann. Und bei der RNA-Interferenz ist eine Pflanze dazu in der Lage, die Gene eines Schädlings wie den Kartoffelkäfer anzugreifen. Diese Verfahren eröffnen Möglichkeiten zur Verbesserung der Landwirtschaft, indem sie die Entwicklung von Pflanzen durch erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten erleichtern. Der Großteil des auf der Welt angebauten Sojas ist genverändert Copyright: Foto von Kelly Sikkema auf Unsplash ## Pro und Contra der Gentechnik in der Landwirtschaft **theoretische Vorteile** *Steigerung des Ertrags:* Genetisch veränderte Pflanzen können höhere Erträge liefern, was dazu beitragen kann, den wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit zu decken. Leider sind diese genetisch veränderten Pflanzen jedoch an eine industrialisierte Landwirtschaft angepasst und können in ärmeren Ländern kaum genutzt werden. Außerdem entspricht das Versprechen von erhöhten Erträgen ebenfalls nicht der Wahrheit. Teilweise musste bei genverändertem Soja ein Verlust in Kauf genommen werden. *Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten:* GVOs sollen dazu beitragen, den Bedarf an Pestiziden und Herbiziden zu reduzieren, da sie resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten sind. Doch auch diese Aussage ist mit Vorsicht zu betrachten, da eindeutige Beweise fehlen. Tatsächlich werden bei genveränderten Pflanzen mehr Glyphosat oder andere noch schädlichere Chemikalien genutzt, da viele Pflanzen mittlerweile eine Immunität entwickelt haben. Gleiches gilt auch bei Insekten. **reelle Nachteile** *Gesundheit:* Nach wie vor ist nicht ganz geklärt, wie sich genmanipulierte Nahrung auf Mensch und Tier auswirkt. Bei der Zulassung solcher Lebensmittel wird teilweise anhand von Tierversuchen ermittelt, welche Auswirkungen das Futter auf diese haben kann. Allerdings werden diese Versuche vom Hersteller durchgeführt. Demnach ist es also fraglich, wie aussagekräftig diese Tests sind. Auch könnten unabsehbare Allergien und Antibiotikaresistenzen auftreten. Weiterhin wurde bei einem Bericht der Grupo Reflexión in Argentinien offen gelegt, dass die ortsansässige Bevölkerung in der Nähe der mit Glyphosat behandelten Soja-Flächen wahrscheinlich körperliche Leiden wie Krebs- und Autoimmunerkrankungen davon tragen werden, sowie Missbildungen und Atemwegs- und Hautkrankheiten. *Umweltauswirkungen:* Der Einsatz von GVO kann unerwünschte Umweltauswirkungen mit sich bringen, da sie sich in der Natur verbreiten und nicht beabsichtigte Kreuzungen mit Wildpflanzen eingehen können. Zudem schwächt eine Monokultur bekanntlich den Boden. *Monopolbildung:* Einige große Agrarkonzerne kontrollieren den Großteil des GVO-Marktes, was zu einer Monopolbildung führen kann und Kleinbauern benachteiligt. *Gefahr für die Biodiversität:* Die Veränderung von Ökosystemen durch GVO kann die Biodiversität gefährden. Vor allem die CRISPR- Verfahren und Gene Drives können einen erheblichen Einschnitt in die Umwelt bedeuten , sollten GVOs nach außen gelangen. Da bei Gene Drives die Vererbungswahrscheinlichkeit bei 100% liegt, werden natürliche Gene ausgerottet, was die ursprüngliche Pflanze stark verändert und womöglich gegenüber ihrer Umwelt schwächt. Auch bei Tieren könnte dieses Verfahren zu drastischen Problemen führen, sollten sich GVOs mit wilden Tieren vermischen. ## BUND gegen Gentechnik All diese Nachteile und nicht eingelösten Versprechen führten wie zu erwarten zu Widerstand gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft. Seit 2009 sind bayerische Äcker gentechnikfrei. Und der BUND setzt sich außerdem dafür ein, dass unsere Nutztiere zukünftig kein genverändertes Futtermittel zu sich nehmen. Einer Umfrage von BUND und dem Bundesamt für Naturschutz aus dem Jahre 2016 nach ist die Bereitschaft, genmanipulierte Lebensmittel zu essen, bei den Deutschen übrigens relativ gering, mit gerade mal 25 % Zustimmung. 79% der Befragten lehnten außerdem genverändertes Futtermittel für Nutztiere ab. Zur Bekämpfung der Einführung von neuen Gentechnik-Verfahren in Deutschland hat der BUND den Arbeitskreis-Gentechnik (AK) ins Leben gerufen. Dieser verfolgt die Entwicklung von Gentechnik in der Landwirtschaft und ist darum bemüht, Alternativen für diese zu präsentieren. Der Arbeitskreis soll den Bundesgeschäftsstellen als Ansprechpartner dienen und versteht sich selbst als "think tank", oder zu Deutsch "Denkfabrik". Wichtige Punkte bei ihrer Arbeit sind das Feststellen von Risiken der Gentechnik für Mensch und Umwelt und ob das Einführen von neuen Methoden der Forschung dient, oder doch eher ein finanzielles Interesse dahintersteckt. Im Zusammenhang mit den genannten Punkten wird auch der Einsatz von Glyphosat streng verfolgt und beurteilt. Auf EU-Ebene betrachtet befasst sich der AK mit den rechtlichen Grundlagen, da die Zulassung für Glyphosat und der Rechtsrahmen für Agro-Gentechnik von der EU festgelegt werden. Auch hier wird der Fokus auf das Freihandelsabkommen mit den USA gelegt, da sich diese eine Absenkung der europäischen Standards bei der Gentechnik wünscht, welche zuvor mühsam durch Verbände und den BUND erkämpft wurden. Abschließend ist zu erwähnen, dass Gentechnik mit Sicherheit einige Vorteile hat – besonders in der Medizin kann weitere Forschung hier zukünftig mehr Leben retten – doch dass sie dennoch mit Vorsicht bedacht werden sollte. Immerhin ist das Verändern von Genen in der Landwirtschaft ein hochkomplexes Thema, das enorm viele Risiken birgt. Die Auswirkungen sind noch nicht vollends geklärt und einfache Bauern haben es so deutlich schwerer, ihre Lebensmittel an den Mann zu bringen. Schlussendlich bleibt es abzuwarten was sich in den kommenden Jahren in Sachen Gentchnik tun wird. Weitere Forschung sollte jedoch auf alle Fälle dazu beitragen, womöglich weniger risikobehaftete Alternativen für Gentechnik zu finden. ## Einzelnachweise \& Weblinks * https://www.academics.de/ratgeber/gentechnik#:\~:text=Gehalt%20und%20Karriereperspektiven-,Definition%3A%20Was%20ist%20Gentechnik%3F,sogenannte%20GVO%3A%20gentechnisch%20ver%C3%A4nderte%20Organismen. * https://www.bund.net/ueber-uns/organisation/arbeitskreise/gentechnik/ * https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/glyphosat * https://www.bund.net/landwirtschaft/gentechnik/ * https://www.bund.net/landwirtschaft/gentechnik/gene-drives/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/arbeitsplaetze/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/auskreuzung-und-durchwuchs/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/baeuerliche-abhaengigkeit/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/gesundheit/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/herbizidresistente-pflanzen/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/insektenresistente-pflanzen/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/mehrkosten/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/verunreinigung/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/risiken/wertminderung-des-bodens/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/kommerzieller-anbau-und-freisetzung/ * https://www.bund.net/themen/landwirtschaft/gentechnik/gesetze-und-zulassungen/ * https://www.bund-naturschutz.de/landwirtschaft/gentechnik-und-landwirtschaft * https://www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Themen/Landwirtschaft/Gentechnik/Gentechnik_FAQ_BUND_Naturschutz.pdf * https://www.bund-naturschutz.de/ueber-uns/organisation/arbeitskreise/gentechnik * https://www.bmuv.de/faq/was-ist-der-unterschied-zwischen-genome-editing-und-klassischer-gentechnik#:\~:text=Genome%20Editing%20benutzt%20biologische%20Werkzeuge,m%C3%B6glich%20als%20mit%20klassischer%20Gentechnik. * https://www.pflanzenforschung.de/biosicherheit/lexikon/691.agrobacterium-tumefaciens.html#:\~:text=Bodenbakterium%2C%20welches%20von%20Natur%20aus,Agrobakterien%20k%C3%B6nnen%20bestimmte%20Pflanzen%20infizieren. * https://www.mpg.de/8989308/kartoffelkaefer-rna-interferenz#:\~:text=RNA%2DInterferenz%20(RNAi)%20ist,um%20sich%20dort%20zu%20vermehren.

05.02.26
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"Haltungsform" - was steckt hinter dem Label

"Nach der Aussage eines Ernährungsreporters des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, interessieren sich 89 Prozent der Menschen, für die der Verzehr von tierischen Produkten zum täglichen Genuss gehört, für die Herkunft ebenjener Produkte. Mit der Einführung einheitlicher Siegel auf Verpackungen jeglicher Art soll daher seit 2019 seitens mehrerer großer deutscher Lebensmitteleinzelhändler ein Überblick über die Qualität und Herkunft der [Lebensmittel](https://suchdichgruen.de/glossar/lebensmittel/) gewährleistet werden. Zu diesen Siegeln gehört unter anderem das Siegel ""Haltungsform"", welches Auskunft darüber geben soll, unter welchen Umständen die Tiere aufgezogen wurden. Doch was genau besagt dieses Siegel und wofür stehen die darauf abgebildeten Stufen der Haltungsformen? ##Inhaltsverzeichnis [Was hat es mit dem Siegel auf sich?](#teil-1) [Die Kategorien](#teil-2) [Einzelnachweise \& Weblinks](#table-of-sources) ## Was hat es mit dem Siegel auf sich? Das ""Haltungsform"" Siegel wurde in Zusammenarbeit mit der Initiative Tierwohl entwickelt. Das Siegel ist unterteilt in Stufen von 1 bis 4, von denen 1 die niedrigste Haltungsform bezeichnet, die nur die gesetzlich absolut verpflichtenden Mindestanforderungen in Sachen Tierwohl durchsetzt. Stufe 4, auch ""Premium""- Stufe genannt, stellt die höchste Haltungsform dar, welche mit diesem Siegel ausgedrückt werden kann. Jede Stufe ist wiederum in mehrere Kategorien unterteilt, die sich auf den den Tieren zur Verfügung stehenden Platz, deren Haltung, die ihnen gebotene Beschäftigung, ihre Zuchtlinie, die Art der Fütterung, den Standard des Tiergesundheitsmonitorings, und den Prüfrhythmus, in welchem die Haltungsform gemäß ihren Standards geprüft wird, beziehen. Das Siegel gilt für die Haltung von Rindern, Schweinen, Hähnchen, Puten, Pekingenten und Kaninchen, sowie seit neuestem auch Milchvieh. Doch was genau bedeuten die einzelnen Stufen der Haltung konkret für diese Tiere? ## Die Kategorien ### Platz: Je nach Haltungsstufe unterscheidet sich der Anteil an Platz, welcher einem Tier zusteht. So heißt es beispielsweise in der offiziellen Online-Version der Haltungsformen, dass in Stufe 1, gemäß Mindestanfordeungen 39 kg pro Quadratmeter in der Hähnchenhaltung erlaubt sind. Umgerechnet bedeutet das bei einem durchschnittlichen Gewicht eines einzelnen fünf Wochen alten Tieres – was dem Schlachtalter der Tiere in der Mittellangmast entspricht – einem Quadratmeter Platz für 26 Tiere, da die Hähnchen zu diesem Zeitpunkt etwa 1,5 kg wiegen. In der sogenannten Langmast bringt ein 42 Tage altes Hähnchen etwa 2.5 kg auf die Wage, was etwa dem 60-fachen seines Startgewichts nach dem Schlüpfen entspricht. Und auch wenn Hähnchen in der Langmast etwas mehr Platz gewährt werden sollte, so macht es kaum einen Unterschied, da die Tiere dafür umso dicker und schwerer sind. Ein Masthähnchen lebt übrigens nicht länger als höchstens 42 Tage, da es nach diesem Zeitabschnitt aufgrund seines so schnell zunehmenden Gewichtes solch starke körperliche Schäden erdulden müsste, dass es vermutlich nicht einmal bis zur Schlachtung überleben würde. Dies ist besonders der Tatsache geschuldet, dass es bei Tieren in der Langmast auf die Ausprägung der Hähnchenbrust ankommt, die dann jedoch bei zunehmendem Gewicht dazu führt, dass das Hähnchen sein eigenes Gewicht nicht mehr ausbalancieren kann und infolgedessen nach vorne umkippt. In der Premiumshaltungsstufe 4 sind maximal 21 kg pro Quadratmeter erlaubt, was für 5 Wochen alte Hähnchen mit 1.5 kg genau 15 Tiere pro Quadratmeter bedeutet. In der Schweinemast stehen einem Tier, das 50-110 kg wiegt, 0,75 Quadratmeter zu. Das optimale Mastendgewicht eines Schweines beträgt etwa 90 bis 96kg bei Kastraten und um die 97kg bei weiblichen Tieren. Die Premiumstufe 4 erlaubt für ein Schwein, das zwischen 50 und 110kg wiegt, einen Bewegungsfreiraum von etwa 1,5 Quadratmetern pro Tier. Auch bei der Rindermast hängt der den Tieren zugewiesene Platz stark mit dem Gewicht des Tieres zusammen. So hat ein Tier in Stufe 1 1,5 Quadratmeter Platz im Laufstall, solange es unter 150 kg wiegt – bei einem Gewicht von 150 kg bis 220 kg erhält es 1,7 Quadratmeter PLatz und bei einem Gewicht von über 220kg 1,8 Quadratmeter. In der Premium Haltung Stufe 4 stehen Rindern unter 100 kg 1,5 Quadratmeter zu, Tieren bis 200 kg 2,5 Quadratmeter und Tieren über 200 kg 4 Quadratmeter. Tiere über 400 kg erhalten 5 Quadratmeter Platz. ### Haltung: Auch Pekingenten werden in Haltungsstufen 1 und 2 in Stallhaltung großgezogen, ab Stufe 3 wird den Tieren unter anderem eine Offenstallhaltung geboten oder aber eine Stallhaltung mit ständigem Zugang zu Wintergärten oder Freiflächen. In Stufe 4 muss ihnen neben der Stallhaltung für mindestens die Hälfte ihrer Lebenszeit der Zugang zu einem Freigelände gewährleistet werden und ihre Stellfläche muss überwiegend bewachsen sein.Zusätzlich werden bei der Haltung dieser Tiere in allen 4 Haltungsformen systematisch chirurgische Eingriffe wie das Kürzen von Schnäbeln und Krallen ausdrücklich verboten. Schweine wachsen in Stufe 1 und 2 ebenfalls in Stallhaltung auf und ab Stufe 3 stehen ihnen zusätzlich zu der Stallhaltung außenklimatische Reize zu, sowie ein Offenfrontstall. In der Premiumstufe wird zusätzlich zu der Stallhaltung ein ständiger Zugang zu einem Auslauf bzw. Freiland Gelände vorausgesetzt. Auch in der Haltung sämtlicher Rinder wird zunächst auf (Lauf-)stallhaltung gesetzt und ab Stufe 3 wird ihnen der Zugang zu einem Laufhof gewährt, wobei mit etwa 3 Quadratmetern pro Tier gerechnet werden kann. Alternativ ist auch die Laufstallhaltung mit Weidehaltung für etwa 120 Tage möglich, wobei von etwa 6h Auslauf pro Tag auzugehen ist/ ausgegangen werden kann. In Stufe 4 wird ein ständiger Auslauf bei der Laufstallhaltung oder ein regelmäßiger Weidegang gefordert. Die Anbindehaltung, welche in Stufe 1 noch vollführt wird, findet in Stufe 2 keine Anwendung mehr für Bullen und in Stufen 3 und 4 ist sie gänzlich untersagt. In der Kaninchenmast leben die Tiere in Stufe 1 in Stallhaltung und Käfighaltung und erst ab Stufe 2 wird die Gruppenhaltung der Tiere eingeführt, mit mindestens 10 Tieren pro Gruppe. Auch 5% Tageslichteinfall sind in Gebäuden, welche nach dem 11.08.2014 erbaut worden sind, Vorraussetzung. In Stufe 3 und 4 werden jene Haltungsformen durch größere Gruppen erweitert (20 Tiere pro Gruppe in Stufe 3), sowie um geeignete Versteckmöglichkeiten und Auslaufmöglichkeiten. Auch wird in Stufe 3 eine eingestreute Fläche von 0,05 Quadratmetern pro Tier gefordert und ab Stufe 2 werden Drahtböden in der Haltung verboten. Die Platzansprüche bleiben über die Stufen hinweg insofern gleich, als dass die Tiere ab Stufe 2 Platz für mindestens 2 hintereinander folgende Hoppelsprünge haben müssen. In Stufe 4 haben die Tiere Zugang zu Grünflächen. ### Beschäftigung: Sämtliche Tiere in der Vogelmast sollten laut Stufe 1 trockenes Einstreu zum Picken und Scharren zur Verfügung haben. In den späteren Haltungsformen kommen weitere Beschäftigungsmöglichkeiten hinzu wie beispielsweise organisches Beschäftigungsmaterial – 2 Gegenstände je 400 Quadratmeter in Stufe 3 – sowie zusätzliches Einstreu. Pekingenten soll überdies noch ihrer Natur gemäß Wasser zur Verfügung gestellt werden. Dies beschränkt sich in Haltungsstufe 1 auf Nippeltränken oder Vergleichbares – eine Anzahl an Tränken pro Tier wird nicht genannt. In den darauffolgenden Haltungsstufen wird es den Enten erlaubt ihren Kopf vollständig in das Wasser eintauchen zu können. Bis Haltungsstufe 3 wird eine Tränke pro 250 Tieren gefordert. Erst in Haltungsstufe 4 erlangen die Tiere Zugang zu tatsächlichen Schwimmmöglichkeiten wie etwa einem Teich oder ähnlichem. Dabei ist eine Wasserstelle pro 1.000 Tieren gefordert, welche mindestens 8cm tief sein und eine Fläche von 1,2 Quadratmetern aufweisen muss. Schweinen wird ab Stufe 1 ein organisches rohfaserreiches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung gestellt, wobei auch hier in den darauffolgenden Stufen weiteres Einstreu sowie Beschäftigungsmaterial hinzu kommt. Genaue Angaben zu der Menge des Einstreus oder der Spielzeuge sind nicht gegeben. Zu Komfort Einrichtungen in der Milchviehhaltung gibt es in Stufe 1 keine Angaben, doch in den späteren Stufen steht den Tieren eine Scheuer-Kratz-Bürste zu. Auch hier werden keine genauen Angaben zu der Anzahl der Bürsten pro Tier gemacht. Angaben zu Komfort-Einrichtungen oder Beschäftigungsmaterial in der Rindermast gibt es nicht. Stattdessen gibt es in der Rindermast die zusätzliche Kategorie zur Enthornung der Kälber, sollte diese auf dem eigentlichen Mastbetrieb durchgeführt werden. Die Enthornung der Kälber erfolgt in Stufen 1-3, solange die Tiere unter sechs Wochen alt sind. In allen drei Haltungsstufen ist die Schmerzlinderung der Tiere vorausgesetzt. In Haltungsstufe 4 wird die Enthornung nur im Ausnahmefall durchgeführt und auch bei Kälbern unter dem Alter von sechs Wochen nur nach der Betäubung durch einen Tierarzt und mit zusätzlicher Schmerzlinderung. ### Zuchtlinie: Sowohl in der Kaninchenmast als auch in der Vogelmast gibt es die Zuchtlinie als zusätzliche Kategorie. In der Kaninchenmast beschränken sich die Angaben hierzu nur darauf, dass grundsätzlich robuste und gesunde Zuchtlinien für die Mast verwendet werden müssen. Gleiche Angaben gelten in der Vogelmast für Hähnchen, Puten und Pekingenten in Haltungsstufe 1 und 2, wobei in Haltungsstufe 2 der Pekingenten zusätzlich das Mindestschlachtalter von 35 Tagen genannt wird (42 Tage in Stufe 3 und 49 Tage in Stufe 4). In Stufe 3 und 4 der Putenmast und der Hähnchenmast wird außerdem zum Wohl der Tiere auf entweder langsam wachsende Rassen gesetzt oder auf schnell wachsende Rassen bei strikter Einhaltung des Mindestschlachtalters. ### Fütterung Die Fütterung aller Tierarten schreibt in Stufe 1 und 2 die Verwendung von QS-zugelassenen bzw. QS-anerkannten Futtermittel vor. Erst ab Stufe 3 werden gentechnisch veränderte Futtermittel ausgeschlossen. Sowohl in der Schweinemast als auch in der Haltung von Hähnchen und Puten wird ab Stufe 4 zudem vorausgesetzt, dass 20% des verwendeten Futtermittels aus [regionalem](https://suchdichgruen.de/glossar/regionalitaet/) Anbau stammen muss. Bei Pekingenten sind es 25% aus regionalem Anbau und der Getreideanteil im Entenfutter muss 75% betragen. In der Kaninchenmast sowie der Rindermast und Milchviehhaltung beträgt der Anteil an regionalen Futterkomponenten mindestens 60%. Außerdem muss in der Rinder-und Milchviehhaltung darauf geachtet werden, dass mindestens 60% der Trockenmasse aus frischem, getrocknetem oder siliertem Raufutter bestehen. ### Tiergesundheitsmonitoring: In der Kategorie des Tiergesundheitsmonitorings stimmen die Voraussetzungen für alle Tiere – außer Kaninchen – überein. In Stufen 1 und 2 sind die Befund-Datenerfassung am Schlachthof, sowie qualifiziertes Antibiotika-Monitoring vorgesehen. Die Ergebnisse fließen in die QS-Datenbank ein. In Stufen 1 und 4 ist die Erfassung in einer zentralen Datenbank festgelegt, welche vergleichbar zu der QS-Datenbank sein soll. Einzig in der Kaninchenmast heißt es laut offizieller Einsicht in die Haltungsformen für alle 4 Stufen: ""In dem jeweiligen Programm muss ein dokumentiertes Tiergesundheitsmonitoring implementiert sein, welches die Befunddatenerfassung am Schlachthof, die Mortalitätsraten und den Antibiotikaeinsatz auf dem Betrieb beinhaltet."" ### Prüfrhythmus: Auch was den Prüfrhythmus betrifft, so stimmen alle Betriebe – außer die Kaninchenmast – überein. So ist in Stufe 1 die Kontrolle aller Betriebe durch neutrale Zertifizierungsstellen nach QS Prüfsystematik festgelegt, in Stufe 2 die Kontrolle aller Betriebe durch neutrale Zertifizierungsstellen, nach ITW Prüfsystematik und in Stufe 3 und 4 die jährliche Kontrolle aller Betriebe durch neutrale Zertifizierungsstellen. In der Kaninchenmast ist die Kontrolle durch eine neutrale Zertifizierungsstelle in Stufe 1 alle drei Jahre vorgesehen und in Stufen 2-4 ist sie einmal jährlich gefordert. ### Kritik an dem Label Auch wenn das Label zur Haltungsform deutlich mehr Transparenz bietet, als es bis vor einigen Jahren noch möglich gewesen wäre, so wird auch Kritik daran geübt – besonders von Verbraucherschützern. So handelt es sich bei dem Label bislang nur um ein freiwilliges Siegel, was bedeutet, dass nur Betriebe, die auch gewillt sind, ein bestimmtes Maß an Transparenz zuzulassen, die Kennzeichnung verwenden. Auch werden bei dem Label besonders Kriterien, die sich auf den psychischen sowie den physischen Gesundheitszustand der Tiere beziehen, fast gänzlich außer Acht gelassen. Die Angaben des Labels beziehen sich außerdem nur auf die tatsächliche Mast. Das Aufwachsen der Elterntiere, die Aufzucht der Jungtiere und die eigentliche Schlachtung werden nicht berücksichtigt. Verbraucherzentralen zufolge werden außerdem nur die Haltungsstufen 3 und 4 als verbesserte Tierhaltung angesehen. In naher Zukunft möchten sich einige Supermärkte daher nur noch auf den Verkauf von Waren aus Haltungsstufen 3 und 4 beschränken. So möchte der Discounter Aldi beispielsweise ab 2025 kein Fleisch mehr aus Haltungsstufe 1 anbieten und bis 2030 auch keines mehr aus Haltungsstufe 2. Dies soll dem allgemeinen [Tierwohl](https://suchdichgruen.de/glossar/tierwohl/) zugutekommen. Leider hapert es jedoch nicht nur an den Entscheidungen der Betriebe. Viel zu viele wirtschaftliche Faktoren spielen eine große Rolle. So müsste Hähnchenfleisch beispielsweise deutlich teurer sein, damit sich eine wahrlich artgerechte Haltung der Tiere lohnen würde. ## Einzelnachweise & Weblinks https://www.haltungsform.de/wp-content/uploads/20221021_ITW_Haltungskriterien_Tabellen.pdf https://www.morgenpost.de/ratgeber/article236610975/tierwohl-label-haltungsform-siegel-bedeutung-kennzeichnung.html https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/kennzeichnung/tierwohl https://www.haltungsform.de/wp-content/uploads/20221021_ITW_Haltungskriterien_Tabellen.pdf https://www.quarks.de/umwelt/tierwelt/was-du-ueber-das-kurze-leben-eines-haehnchens-wissen-musst/ https://albert-schweitzer-stiftung.de/massentierhaltung/puten https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/ite/dateien/36201_optimale_mastendgewicht.pdf https://www.personenwaage-online.de/wie-viel-wiegt/wie-viel-wiegt-eine-kuh/"

04.02.26
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Feelgood Consuming und Greenwashing

"In einer Zeit, die von fortwährenden Umweltkrisen und der akuten Notwendigkeit des Umdenkens beim Klimawandel geprägt ist, streben die Verbraucher:innen vermehrt nach einem Gefühl von Sicherheit und positiven Einfluss bei ihren Konsumentscheidungen. Die Idee des Feelgood Consumings, also des Wohlfühl-Konsumierens, hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Es verspricht, Verbraucher nicht nur ihre Bedürfnisse zu erfüllen, sondern auch gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Doch hinter dieser verlockenden Fassade verbirgt sich oft die düstere Realität des Greenwashings. ##Inhaltsverzeichnis [Warum sich 'Feelgood' so gut anfühlt](#teil-1) [Mit Greenwashing zu Brainwashing](#teil-2) [Greenwashing-Trends](#teil-3) [Was kann der Verbraucher tun?](#teil-4) [Einzelnachweise \& Weblinks](#table-of-sources) ## Warum sich 'Feelgood' so gut anfühlt Kauft man sich ein regional hergestelltes Brötchen beim Bio-Bäcker um die Ecke, oder ein Aufbackbrötchen vom Discounter? Allein solch kleine Entscheidungen beeinflussen den Alltag und die Wahrnehmung des eigenen [Konsums](https://suchdichgruen.de/glossar/konsum/). Denn beim Bäcker erwartet man eine kompetente und freundliche Beratung, man fühlt sich gut aufgehoben und hat das Gefühl, bei der Palette an Möglichkeiten mit eben diesem Laden eine gute Wahl getroffen zu haben. Vor allem, wenn man der Umwelt zu Liebe auch noch etwas mehr Geld in die Hand nimmt. Dieses Gefühl des positiven Konsums für die Umwelt, die regionalen Unternehmen und auch für sich selbst, wollen andere, weitaus weniger umweltfreundliche Konzerne ebenfalls für sich nutzen. Es ist ein besorgniserregender Trend, wie Unternehmen sich auf die Emotionen der Verbraucher:innen stützen, um ihr eigenes Image aufzupolieren. ## Mit Greenwashing zu Brainwashing [Greenwashing](https://suchdichgruen.de/glossar/greenwashing/), ein Begriff, der die Täuschung der Verbraucher:innen durch Unternehmen beschreibt, die sich umweltfreundlicher darstellen als sie wirklich sind, wird im Zuge des wachsenden gesellschaftlichen Bewusstseins für den Klimawandel immer bedeutsamer. Unternehmen nutzen geschickt das wachsende [Nachhaltigkeit](https://suchdichgruen.de/glossar/nachhaltigkeit/)sinteresse der Konsumenten aus, indem sie ihre Produkte oder Praktiken als umweltfreundlich oder nachhaltig bewerben, obwohl sie weit entfernt von ihrer tatsächlichen ökologischen Verantwortung sind. Außerdem gibt es noch den Begriff des Socialwashings, welches sich auf vermeintliche positive Beziehungen zu den Arbeitnehmer:innen bezieht. Es werden faire Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten angepriesen, jedoch entspricht dies nicht immer der Wahrheit. Die Strategien zielen darauf ab, das Gewissen der Konsument:innen zu beruhigen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie durch den Kauf dieser Produkte oder die Unterstützung dieser Unternehmen gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun. Statt [Fast-Fashion](https://suchdichgruen.de/glossar/neue-kleidung-schnell-und-guenstig-was-steckt-hinter-fast-fashion/) wird beispielsweise Bio-Baumwolle beworben, obwohl an anderer Stelle dennoch umweltschädliche Chemikalien genutzt werden. Von Werbekampagnen, die Naturverbundenheit und Umweltbewusstsein betonen, bis hin zu Etiketten mit grünen Symbolen und Behauptungen über die Verwendung nachhaltiger Materialien – all diese Taktiken dienen dazu, das Vertrauen der Konsument:innen zu gewinnen und sie zum Kauf zu verleiten. Das Problem liegt jedoch darin, dass viele dieser Behauptungen und Versprechen hohle Phrasen sind, die mehr auf Marketingstrategien als auf tatsächlichen umweltfreundlichen Praktiken basieren. Produkte, die als ""grün"" oder ""nachhaltig"" beworben werden, können oft eine weitreichende ökologische Bilanz haben, die nicht wirklich den Versprechungen entspricht. Von der Verwendung von geringfügigen umweltfreundlichen Komponenten bis hin zur Vernachlässigung größerer umweltschädlicher Aspekte können diese Praktiken das grüne Image eines Unternehmens maskieren, während sie den tatsächlichen Schaden für die Umwelt verschleiern. ## Greenwashing-Trends Es gibt verschiedene Strategien von Greenwashing, die wir natürlich kurz auflisten. 1. **Kompromiss:** Ein oder mehrere besonders positiv klingende Produkteigenschaften werden stark hervorgehoben, während andere negative Aspekte verschleiert werden. 2. **Nicht nachweisbare Aussagen:** Viele Slogans und Werbesprüche à la ""Vetrau mir, Bruder!"" kommen ohne stichfesten Nachweis daher. 3. **Unklare Aussagen:** Nicht nur falsche Versprechungen zählen zu den Methoden der Konzerne. Auch sehr undurchsichtige Aussagen mit Stichwörtern wie ""aus kontrolliertem Anbau"", ""umweltfreundlich produziert"" oder ""klimafreundlich"" verwirren den Konsumenten und lassen konkrete Fragen unbeantwortet. Außerdem sind diese Begriffe nicht geschützt und daher ohne Konsequenzen nutzbar. 4. **Falsche und nicht existierende Siegel:** Konzerne erfinden nicht selten eigene Label und Siegel, um den Anschein ausgezeichneter und umweltbewusster Leistungen zu erwecken. 5. **Falsche Aussagen:** Diese Kategorie bezieht sich auf weder unnachweisbare, noch undurchsichtige, sondern schlichtweg falsche Versprechungen gegenüber den Konsument:innen. ## Was kann der Verbraucher tun? Passend zu den Tricks der Unternehmen zeigen wir euch auch, wie ihr Greenwashing leichter erkennen könnt: 1. **Der Preis:** Fair und nachhaltig produzierte Ware ist nicht für Dumpingpreise möglich. Daher immer auf den Preis achten. Ist es zu schön, um wahr zu sein, dann ist es das sehr wahrscheinlich auch! 2. **Die Auswahl:** Gerade bei Kleidung ist oft ein Indiz, wie viele Kollektionen und Kleidungsstücke das Unternehmen zum Verkauf hat. Fast Fashion Label kommen fast wöchentlich mit neuen Produkten um die Ecke, weshalb ein Blick auf kleinere Shops sich meist als nachhaltiger erweist. 3. **Vor Ort:** Onlineshops bieten die Möglichkeit, vorab genauestens auf den Nachhaltigkeitsaspekt zu schauen. Aber auch im Laden kann man leicht mit dem Handy kleine Recherchen betreiben, um sich von einem Produkt zu überzeugen. 4. **Der Vergleich:** Besonders berechnend sind Unternehmen, die ihre Marketingstrategie nach dem gesellschaftlichen Trend im jeweiligen Land ausrichten. Es lohnt sich deshalb, auch einmal bei der Website desselben Anbieters in einer anderen Region, zum Beispiel den USA vorbeizuschauen. Oftmals spielen die nachhaltigen Werbeversprechen hier keine Rolle oder tauchen nicht mal auf der Website auf – hier liegt der Verdacht nahe, dass es sich dabei also kaum um die wirkliche Unternehmensphilosophie des Anbieters handeln kann. ![ein-wichtiger-spruch-der-uns-hoffentlich-durch-die-zukunft-bringt.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/ein_wichtiger_spruch_der_uns_hoffentlich_durch_die_zukunft_bringt_539b7a637c.webp) Ein wichtiger Spruch, der uns hoffentlich durch die Zukunft bringt. Copyright: Foto von Edward Howell auf Unsplash Die Schwierigkeit für Verbraucher besteht darin, die Wahrheit hinter diesen Marketingstrategien zu entdecken. Es erfordert Recherche, kritisches Denken und eine tiefe Analyse der Ansprüche eines Unternehmens, um herauszufinden, ob ihre Bemühungen für Umweltfreundlichkeit authentisch sind oder lediglich als Marketingstrategie dienen. Es ist entscheidend, dass Verbraucher:innen nicht in die Falle des Greenwashings tappen und sich stattdessen bewusst für Unternehmen und Produkte entscheiden, die tatsächlich ernsthafte Bemühungen in Richtung Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit unternehmen. Durch ihre Entscheidungen haben Konsumenten einen Einfluss auf die Unternehmenslandschaft. Durch Forderungen nach mehr Transparenz und Verantwortung seitens der Konzerne, kann zukünftig womöglich mehr Greenwashing aufgedeckt werden. Letztendlich liegt es an uns als Verbraucher, die Fassade des Feelgood Consumings und Greenwashings zu durchbrechen. Wir müssen unsere Kaufentscheidungen kritisch hinterfragen, Unternehmen zur Rechenschaft ziehen und uns für echte, nachhaltige Veränderungen in der Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen. Die Illusion des umweltbewussten Konsums kann nur dann Realität werden, wenn wir wachsam bleiben und uns für authentische, umweltfreundliche Praktiken einsetzen, die über bloße Marketingtricks hinausgehen. Doch es braucht auch strengere Gesetze und stärkere Kontrollen sowie verlässliche Siegel, um auch in Zukunft nachhaltigen und sicheren Konsum gewährleisten zu können. Am nachhaltigsten ist allerdings immer noch der Verzicht auf zu hohen Konsum und das Umstellen auf Re-use und Recycling. ## Einzelnachweise \& Weblinks * https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/handel/retail-recruiting-talentmanagement-von-morgen/ * https://buygoodstuff.de/all-about-eco/greenwashing/ * https://initiative-frosch.de/fastfacts-greenwashing/ * https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/greenwashing-und-socialwashing-beim-kauf-von-kleidung-erkennen/?https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/greenwashing-erkennen-79865"

04.02.26
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“Green Claims Directive” der EU Kommission

"*Klimaneutral, Nachhaltig, Aus recyceltem Plastik* – Hersteller überschlagen sich heutzutage mit umweltbezogenen Werbeversprechen und bescheinigen dies mit dem Aufdruck eines entsprechenden Labels auf ihrem Produkt oder ihrer Website. Diese ""[Green Claims](https://suchdichgruen.de/glossar/615/green-claims/?lang=de&redirect=false)"" geben uns beim Einkaufen das Gefühl, etwas Gutes zu tun und umweltbewusst zu handeln. Doch nur weil es drauf steht, bedeutet das längst nicht, dass alle Produkte wirklich eine nachhaltige Herstellung durchlebt haben. Für viele Hersteller sind Siegel und Nachhaltigkeitsversprechen leider eine reine Marketing-Strategie. ##Inhaltsverzeichnis [Das Geschäft mit Net Zero](#teil-1) [Einheitliche Nachhaltigkeitskriterien für ""Green Claims""](#teil-2) [Was ist die Green Claims Directive](#teil-3) [Kritik an der Richtlinie](#teil-4) [Verbesserungsvorschläge für die Green Claims Directive](#teil-5) [Erste Erfolge der Green Claims Directive](#teil-6) [Einzelnachweise \& Weblinks](#table-of-sources) ## Das Geschäft mit Net Zero Unternehmen haben inzwischen verstanden, dass ein [nachhaltiger](https://suchdichgruen.de/glossar/nachhaltigkeit/) Lebensstil, sowie geringer Kohlenstoffausstoß Verbraucher:innen immer wichtiger wird und die Menschen auch bereit sind, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, wenn sie dafür gesund und umweltbewusst einkaufen können. Einige Geschäfte passen sich nur zu gerne dieser Philosophie an und leben sie ehrlich aus, während andere schlicht die Ansprache in ihrer Werbung verändern, um so ihren Kundenstamm zu erhalten. [Greenwashing](https://suchdichgruen.de/glossar/61/greenwashing/?lang=de&redirect=false) nennt sich diese Methode, in der Konsument:innen vorgegaukelt wird, Produkte seien ""grüner"", also umweltfreundlicher hergestellt, als sie es in Wirklichkeit sind. In unserem [Artikel zu Feelgood Consuming und Greenwashing](https://suchdichgruen.de/nachhaltige-mode/a486/feelgood-consuming-und-greenwashing/?lang=de) klären wir ausführlich, welche Tricks Unternehmen anwenden und weshalb sie so gut funktionieren. ## Einheitliche Nachhaltigkeitskriterien für ""Green Claims"" Im Jahr 2020 veröffentlichte die EU-Kommission eine [Studie](https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:52022SC0085), die das erschreckende Ergebnis teilte, dass etwa 40% aller Nachhaltigkeitsversprechen von Unternehmen ""völlig unbegründet"" und knapp über die Hälfte der Aussagen ""vage, irreführend oder unbegründet"" seien. Um der Flut an inhaltslosen Umweltversprechungen und Nachhaltigkeitssiegeln Einhalt zu gebieten, wurden deshalb gemeinsame Kriterien vorgeschlagen, um gegen solche irreführenden Aussagen vorzugehen. Die ""Green Claims Directive"" ist eine geplante Richtlinie der EU. Der [Vorschlag](https://environment.ec.europa.eu/publications/proposal-directive-green-claims_en) wurde am 22.03.2023 veröffentlicht und von der Kommission angenommen und zielt darauf ab, endlich einen klaren und einheitlichen Rahmen für den Umgang mit umweltbezogenen Angaben zu schaffen. Damit ergänzt er einen [Vorschlag](https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_22_2098) von 2022 für eine Richtlinie, die dem Verbraucher mehr Sicherheit und Transparenz geben soll, um einen ökologischen Wandel herbeiführen zu können. Auch jetzt stehen Transparenz, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit im Fokus. Es sollen nachweislich nachhaltige Praktiken gefördert werden, während gleichzeitig den Verbraucher:innen die Sicherheit beim Einkauf gegeben wird, nicht durch falsche Angaben und fadenscheinige Siegel in die Irre geführt zu werden. Vielmehr sollten Verbraucher:innen dazu befähigt werden, ihre Entscheidungen auf der Grundlage zuverlässiger und vergleichbarer Informationen über die Nachhaltigkeit, die Haltbarkeit und den [CO2-Fußabdruck](https://suchdichgruen.de/glossar/co2-fussabdruck/) eines Produktes treffen zu können. Greenwashing wird somit der Kampf angesagt. ## Was ist die Green Claims Directive ### Das wird überprüft Es sollen alle ""explizite Umweltaussagen"" validiert werden, die über ein Produkt getroffen werden. Das umfasst alle Aspekte im Lebenszyklus eines Produktes und wie es sich auf die Umwelt auswirkt, von der Herstellung über Lieferung bis hin zur Nutzung. Dieser Vorschlag unterstützt die Ausbildung einer nachhaltigen [Kreislaufwirtschaft](https://suchdichgruen.de/glossar/kreislaufwirtschaft/) und wirkt der aktuell herrschenden Tendenz einer Wegwerfgesellschaft entgegen. Alle Kriterien werden einzeln bewertet und aufgeführt, sodass es nicht mehr möglich sein wird, ein Umweltzeichen auf Grundlage der gesamten Bewertung eines Produkts zu erhalten. Ein Produkt mit nachhaltig produzierten Inhaltsstoffen kann so zum Beispiel nicht mehr verschleiern, dass diese trotzdem an Tieren getestet wurden und muss auch diesen Aspekt aufdecken. Die Informationen über ein ausgezeichnetes Produkt müssten transparent und einfach zu erreichen sein – Nutzer:innen müssen diese also beispielsweise durch einen QR-Code oder Weblink aufrufen können. ### Wer kann mitmachen Die Verordnung bezieht sich auf Unternehmen mit über 10 Beschäftigten, die freiwillig Einblick über die Umweltauswirkungen Ihres Produktes geben und ihre ""Green Claims"", also Nachhaltigkeitsversprechen, verifizieren lassen möchten. Dem Vorschlag nach wird somit nachhaltiges Handeln gefördert und mit Sichtbarkeit belohnt. Um überhaupt aufgenommen zu werden, muss der Nachweis durch das Unternehmen erfolgen, dass ein festgelegtes Mindestmaß an Nachhaltigkeits-Kriterien erfüllt ist. ### Wie wird kontrolliert Die Kontrolle erfolgt durch unabhängige Prüfer, um so der Verbreitung von Greenwashing und Selbstzertifizierung entgegenzuwirken. Fällt das Ergebnis der unabhängigen Prüfstelle positiv aus, so kann durch diese ein EU-weit gültiges Zertifikat, der Green Claim, ausgestellt werden, welches in der gesamten EU für das Unternehmen anerkannt sein soll. Diese Kontrollstellen sollen von den Mitgliedstaaten selbst eingerichtet werden. Wer gegen diese vereinbarten Kriterien verstößt, hat mit Konsequenzen zu rechnen, die vom Ausschluss öffentlicher Zuschüsse durch den Staat bis hin zu Geldstrafen oder der Konfiskation von Einnahmen durch die falsch ausgewiesenen Produkte reichen. ### Wann beginnt es Der Entwurf der Richtlinie liegt vor und wird im nächsten Schritt im Europäischen Parlament und im Europarat beraten. ### Was sind die Ziele Der gewünschte Effekt durch die Einführung einheitlicher Umweltrichtlinien sollte die gesteigerte **Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit von Produkten** innerhalb der gesamten EU sein. Verbraucher:innen sollten so vor Greenwashing durch Unternehmen geschützt werden. Indem sie dank der neuen Transparenz selbst **fundierte Entscheidungen treffen** und somit die Verantwortung für nachhaltiges Einkaufen übernehmen können, besteht die Hoffnung, dass Einkäufer:innen einen großen Beitrag zur **Schaffung einer kreislauforientierten und grünen EU-Wirtschaft** leisten. Gleichzeitig sollen somit **faire Wettbewerbsbedingungen** geschaffen werden und solche Unternehmen hervorgehoben, die tatsächlich Nachhaltigkeit in die Herstellung ihrer Produkte mit einbeziehen. Durch Green Claims können diese ihre Glaubwürdigkeit innerhalb der EU untermauern. Die Hoffnung ist, dass insgesamt mehr Unternehmen auf echte ökologische Produktion umsteigen, da auch die Nachfrage dahingehend wachsen wird. ## Kritik an der Richtlinie Einige Kritiker befürchten, dass die Richtlinie nicht effektiv sein wird, da die nationalen Behörden sie möglicherweise nicht konsequent durchsetzen und irreführende umweltbezogene Aussagen nicht wirksam bekämpfen. Die Richtlinie wird außerdem dafür kritisiert, dass sie sich hauptsächlich auf den Produkt-Umwelt-Fußabdruck (PEF) stützt, also auf Kohlenstoffemissionen konzentriert und andere wichtige Umweltaspekte wie Schadstoffe und Recyclingfähigkeit nicht gleichermaßen stark einbezieht. Die PEF bezieht aktuell folgende Kategorien von Auswirkungen mit ein: * Klimawandel * Ozonabbau * Humantoxizität (Giftwirkung von Substanzen auf den Menschlichen Körper) * Feinstaub * Ionisierende Strahlung (""Verstrahlung"") * Photochemische Ozonbildung (Veränderung der Ozonbildung auf Bodenhöhe) * Versauerung * Eutrophierung (Anreicherungen von Nährstoffen in Land, Süßwasser und Meer) * Ökotoxizität (Auswirkung bestimmter Substanzen auf unser Süßwasser) * Landnutzung * Wassernutzung * Ressourcennutzung (Mineralien und Metalle) und Ressourcennutzung (Fossile). Umweltorganisationen bemängeln daneben, dass es in der EU keine einheitliche Methodik zur Bewertung von Umweltauswirkungen gibt. Firmen, die es darauf anlegen, Greenwashing zu betreiben, könnten Methoden wählen, die ihre Auswirkungen in einem positiveren Licht darstellen. Verbraucher- und Umweltschützer argumentieren, dass die Regeln durch die Lobbyarbeit der Industrie zu stark abgeschwächt wurden, wodurch sie zu vage sind, um effektiv für einen Wandel zu sorgen. Insgesamt wird die Richtlinie dennoch als Schritt in die richtige Richtung angesehen, aber ihr Erfolg hängt von einer konsequenten Durchsetzung, einer umfassenderen Berücksichtigung von Umweltfaktoren und eindeutigen und vor allem einheitlichen Methoden ab. ## Verbesserungsvorschläge für die Green Claims Directive Unterschiedliche Organisationen haben die Richtlinie unter die Lupe genommen und einige Verbesserungsvorschläge gemacht: Einige Kritiker plädieren dafür, sämtliche Behauptungen über vermeintliche Kohlenstoff- oder [Klimaneutralität](https://suchdichgruen.de/glossar/klimaneutralitaet/) zu unterbinden. Es wird vorgeschlagen, dass Kohlenstoff-Kompensation ausschließlich zu unabhängigen Beiträgen zum[Klimaschutz](https://suchdichgruen.de/glossar/klimaschutz/) gezählt werden sollte und nicht (etwa mittels fadenscheiniger Zertifikate) über den tatsächlichen Ausstoß eines Unternehmens hinwegtäuschen darf. Aussagen, die die zukünftige Gestaltung von Vorgängen im Unternehmen betreffen, sollen bisweilen nur auf interner Ebene kommuniziert werden. Inhaltsleere Werbeslogans wie ""Auf dem Weg zur Emissionsfreiheit"" oder ""Net Zero bis 2030"" sollen damit unterbunden werden. ![green-claims-kritik.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/green_claims_kritik_4d8b32c60d.webp) Keine vagen Versprechungen mehr als Marketing-Masche. Copyright: Eigene Darstellung Dies soll eine schnelle Umsetzung fördern und den Fokus auf die allgemeine Verbesserung von Unternehmensprozessen lenken. Zudem sollten Umweltaussagen spezifisch formuliert werden und auf Fakten basieren, die, vorzugsweise von unabhängiger Stelle, anhand von einheitlichen Kriterien überprüft werden können. Statt einer Vision könnten so nur noch Tatsachen verkauft werden. Organisationen haben zudem die Idee aufgebracht, eine Liste von vorab genehmigten Zertifizierungssystemen und Siegeln für Nachhaltigkeit auf EU-Ebene einzuführen, um auch hier einheitliche Kriterien zu schaffen. Ein nächster Schritt wäre die internationale Abstimmung – dabei würden EU-Methoden mit weltweit anerkannten Standards abgeglichen, sodass auch Importware im EU-eigenen System anschlussfähig bleiben kann. Würden diese Aspekte berücksichtigt, dann könnten einige der aktuellen Kritikpunkte ausgeräumt und ein tatsächlich verlässlicher Rahmen für umweltbezogene Angaben auf Produkten innerhalb der EU sichergestellt werden, so die Idee. Die Kolleg:innen von Evergreen haben das Thema auch noch einmal in einem Video für dich zusammengefasst: ## Erste Erfolge der Green Claims Directive Das **europäische Verbraucherschutz-Netzwerk (CPC)** ist anfang diesen Jahres in Zusammenarbeit mit dem **Umweltbundesamt (UBA)** erfolgreich gegen irreführende Umweltbehauptungen, also ""Green Claims"", auf den Webseiten des Mode-Versandhändlers Zalando vorgegangen. Als Reaktion darauf hat Zalando auf seinen europäischen Websites unter anderem das Banner ""Nachhaltigkeit"" und kleine Icons, z.B. von Blättern und kleinen Bäumen, bei Produktabbildungen entfernt, die eine unzulässige Behauptung darstellen. Die Plattform sagte zu, von jetzt an solche Aussagen nur noch im Zusammenhang mit klaren und aussagekräftigen Informationen für die Verbraucher:innen zu tätigen. Ein klarer Gewinn, wenn auch hart erkämpft. Diese Artikel könnten dich auch interessieren: * [Vier Tierwohl-Siegel genauer unter die Lupe genommen](https://suchdichgruen.de/wissen-und-technologie/a359/siegel-fuer-mehr-tierwohl-was-steckt-dahinter/?lang=de) * [Wie das Siegel ""Blauer Engel"" die Umwelt schützt](https://suchdichgruen.de/wissen-und-technologie/a134/blauer-engel-der-schutzengel-fuer-die-umwelt/?lang=de) ## Einzelnachweise \& Weblinks * https://environment.ec.europa.eu/topics/circular-economy/green-claims_en * https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/4189ef27-9559-11ed-b508-01aa75ed71a1/language-en * https://eatsmarter.de/ernaehrung/news/bio-siegel * https://germany.representation.ec.europa.eu/news/gegen-greenwashing-kommission-pocht-auf-verlasslichere-umweltangaben-fur-produkte-und-2023-03-22_de * https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_23_1692 * https://www.umweltzeichen.at/en/home/start/green-claims-richtlinie * https://www.eurofins.de/food-analysis/food-news/food-testing-news/eu-directive-on-green-claims/ * https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/eubiologo-einheitliches-logo-fuer-verpackte-oekoprodukte-10717 * https://www.houseofchange.net/de/resources/top-25-questions-answers-on-the-new-eu-green-claims-directive#faq-criticisms * https://ecostandard.org/news_events/to-pef-or-not-to-pef-make-all-green-claims-robust/ * https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/verbraucherschutz-erfolg-gegen-greenwashing"

04.02.26
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Auf den Acker, fertig, los! Kinder- und Jugendangebote

"Acker e.V. ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich der Bildung von Kindern und jungen Erwachsenen verschrieben hat. Als eingetragener Verein liegt ihr Fokus auf der Durchführung von Bildungsprogrammen an Kitas, Schulen und Hochschulen. Doch was macht sie besonders? Wir finden: Ihre innovative Herangehensweise. Das Team von Acker e.V. setzt auf praxisnahe, erlebnisreiche und interaktive Lernmethoden, um die Neugier und die Freude am Lernen zu wecken. Ihr Ziel ist es, die Bildungslandschaft für die nächste Generation zu bereichern und zu stärken. Die Arbeit von Acker e.V. zielt darauf ab, die Neugier zu wecken, das Verständnis zu vertiefen und die Begeisterung für das Lernen bei Kindern und jungen Erwachsenen zu fördern. Schon ab dem Kindergartenalter möchte der Acker e.V. der nächsten Generation bei der gemeinsamen Zeit auf dem Acker einmalige Erlebnisse bieten und dabei spielerisch Fragen beantworten. Wo kommt unser Essen her und wie viel Arbeit bedeutet es, gesunde und frische Nahrung zu ernten? In diesem Artikel zeigen wir euch die verschiedenen Angebote, mit deren Hilfe das Wissen um selbst geerntetes Gemüse weitergegeben werden soll. Inhaltsverzeichnis [Link](link) [AckerRacker - Junges Gemüse im Kindergarten](#teil-1) [GemüseAckerdemie und GemüseKlasse in der Schule!](#teil-2) [Wie funktioniert's?](#teil-3) [Hochschulprogramme: Grüne Bildung für Studierende](#teil-4) [Ausgezeichnete Arbeit](#teil-5) [Auf den Acker, fertig, los!](#teil-6) [Einzelnachweise und Weblinks](#teil-7) ## AckerRacker - Junges Gemüse im Kindergarten Bereits im Alter von 3 Jahren darf man losackern! Denn durch das Programm ""AckerRacker"" kommt der Acker auch schon zu den Kleinsten. Und bestimmt nicht zu früh. Denn je früher man an die Arbeit, den Zusammenhalt und den Spaß auf dem Feld herangeführt wird, desto anhaltender ist das Bewusstsein und die Wertschätzung für unsere Nahrung und ihren Ursprung. Das ist auch das Motto der AckerRacker. Der Wandel beginnt jetzt und hier im Kindergarten. Und die Bemühungen um eine nachhaltige Zukunft für unsere Kinder tragen bereits jetzt schon Früchte. Im September 2023 wurde AckerRacker ins Finale für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewählt. ![auch-die-kleinsten-duerfen-schon-mit-anpacken.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/auch_die_kleinsten_duerfen_schon_mit_anpacken_ad9efbfba0.webp) Auch die Kleinsten dürfen schon mit anpacken! Copyright: Acker e.V. Zu den SDG's (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen gehören 17 Ziele, die zusammen für eine bessere Zukunft stehen und für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem [Klimawandel](https://suchdichgruen.de/glossar/klimawandel/)werben. Vor allem Ziel 4 ist in Verbindung mit Acker e.V. besonders wichtig, denn hier liegt der Fokus auf hochwertiger Bildung. Mit AckerRacker wird ein bedeutender Grundstein gelegt und Wissen aufgebaut, welches dann später in der GemüseAckerdemie, dem Leuchtturmprojekt des Acker e.V., vertieft werden kann. ## GemüseAckerdemie und GemüseKlasse in der Schule! Auch im Alter von 7 bis 12 darf geackert werden! Die Gemüseackerdemie ist das herausragende Vorzeigeprojekt des Acker e.V. Hier werden innovative Bildungskonzepte umgesetzt, die Kindern und Jugendlichen die Welt des Gemüseanbaus näherbringen. Durch praxisnahe Erfahrungen und interaktive Lehrmethoden lernen die Kinder nicht nur über Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung, sondern entwickeln auch eine tiefe Wertschätzung für die Natur. Die Gemüseackerdemie ist ein tolles Beispiel dafür, wie Acker e.V. Bildung mit Herz und Engagement vorantreibt, um die nächste Generation für eine nachhaltige Zukunft zu inspirieren. Die Inhalte der Gemüseackerdemie sind breit gefächert und zielen darauf ab, den Schülern wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Gemüseanbau und Umwelt zu vermitteln. Das beinhaltet das Anpflanzen, Pflegen und Ernten von Gemüse, das Verständnis ökologischer Nachhaltigkeit und umweltfreundlicher Anbaumethoden, die Bedeutung gesunder Ernährung in Bezug auf frisches Gemüse sowie die Förderung von handwerklichen Fertigkeiten und Naturerlebnissen. Ein ganzheitlicher Bildungsansatz, der die nächste Generation inspirieren soll – auch dann, wenn kein Acker in der Nähe ist. ![es-gibt-viel-zu-tun-jeder-hat-seine-aufgabe.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/es_gibt_viel_zu_tun_jeder_hat_seine_aufgabe_ee3b1e513f.webp) Es gibt viel zu tun, jeder hat seine Aufgabe. Copyright: Acker e.V. Mit der GemüseKlasse kann sogar indoor gepflegt und geerntet werden. Dazu werden die benötigten Materialien und die Beete vom Acker Team bereitgestellt und über beide Halbjahre eines Schuljahres hinweg gibt es verschiedene Themen rund ums Gemüse, die in den Unterrichtsalltag integriert werden. Das Wissen, welches zuvor schon gesät wurde, kann hier neue Früchte tragen. Neues, angepasstes Unterrichtsmaterial leitet die Kinder an und zeigt spielerisch, wie wichtig Landwirtschaft und nachhaltiger Konsum sind. Dieses Wissen soll später in den Köpfen der Menschen verankert sein, sodass sie [achtsamer](https://suchdichgruen.de/glossar/achtsamkeit/)mit ihrer Nahrung umgehen und sowohl Bewegung als auch gesunde Lebensmittel bewusster in ihren Alltag integrieren können. ## Wie funktioniert's? Mitmachen kann jede Kita, jeder Kindergarten und jede Schule bis zur 6. Klasse! Praktisch wäre es, wenn bereits eine kleine freie Fläche oder Beete zur freien Verfügung stehen, aber das Team von Acker e.V. hilft gerne bei der Suche nach einem geeigneten Stück Erde. Die Erzieher- und Lehrer\*innen brauchen keinerlei Vorwissen, sie werden an das Thema durch Fortbildungen herangeführt. Zusätzlich erhalten sie kindgerechtes Begleitmaterial und fortlaufende Hilfestellung vom Acker Team. ![die-setzlinge-werden-acker-ev-bereitgestellt.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/die_setzlinge_werden_acker_ev_bereitgestellt_bef65b7ff1.webp) Die Setzlinge werden Acker e.V. bereitgestellt Copyright: Acker e.V. Das Jahr wird in drei Ackerzeiten eingeteilt: VorAckerzeit, HauptAckerzeit und NachAckerzeit. Die VorAckerzeit beginnt im Februar und endet im April. In dieser Zeit wird auf das Ackern eingestimmt, die Lehrer besuchen Fortbildungen und die Kinder werden mit Begleitmaterial an das Thema herangeführt. Das Acker-Team kümmert sich derweil um die Beschaffung der Saat. Von April bis Oktober findet die HauptAckerzeit statt! In dieser Phase wird viel Zeit auf dem Feld verbracht und die Kinder lernen Schritt für Schritt den Ursprung von Gemüse kennen. Sie pflanzen, pflegen und ernten selbst ihre angebauten Früchte. Das Acker Team steht bei Fragen und Problemen sowohl online als auch vor Ort zur Seite. Ausklingen lässt man das Jahr mit der NachAckerzeit, in der die vergangenen Monate gemeinsam resümiert werden und auf die nächste Saison eingestimmt wird. ## Hochschulprogramme: Grüne Bildung für Studierende In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein immer wichtiger werden, spielt der Verein eine entscheidende Rolle bei der Förderung grüner Bildung und nachhaltiger Praktiken. Der Acker e.V. engagiert sich deshalb auch stark in der Bildung von Studierenden. Im Hochschulprogramm '[CampusAckerdemie](https://www.acker.co/campusackerdemie)', werden zukünftige Lehrkräfte und Erzieher in die Welt des Gemüseanbaus und der Bildung für nachhaltige Entwicklung herangeführt. Von Praktika auf landwirtschaftlichen Flächen bis hin zu Seminaren und Workshops bietet dieses Programm vielfältige Möglichkeiten für Hochschüler, sich aktiv in ökologische Projekte einzubringen. ![studentin-der-campus-ackerdemie-1.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/studentin_der_campus_ackerdemie_1_43880da9e3.webp) Studentin der Campus Ackerdemie an der TU Berlin. Copyright: Acker e.V. Die CampusAckerdemie als Bildungsprogramm befähigt Studierende dazu, das Gelernte wiederum in ihrer zukünftigen Arbeit an Schulen und Kitas zu integrieren. Unter Anleitung erfahrener AckerCoaches haben die Studierenden die einzigartige Gelegenheit, bis zu 30 verschiedene Gemüsearten auf ihrem eigenen CampusAcker anzupflanzen, zu pflegen und zu ernten. Dieses praktische Lernerlebnis ermöglicht es nicht nur, die grundlegenden landwirtschaftlichen Techniken des Gemüseanbaus zu erlernen, sondern dabei auch die Bedeutung von Nachhaltigkeit und ökologischer Verantwortung zu begreifen. Teilnehmende gewinnen wertvolles Wissen darüber, wie ein Gemüsegarten effektiv als nachhaltiger Lernort in Schulen und Kitas eingerichtet und betreut werden kann und profitieren zudem von virtuellen Lernplattformen und digitalen Workshops. Die CampusAckerdemie schafft somit nicht nur eine Verbindung zwischen Studierenden und der Natur, sondern bereitet auch angehende Pädagogen darauf vor, ökologische Bildung in den Lehrplan miteinzubeziehen und Kindern die Bedeutung von nachhaltiger Landwirtschaft und Umweltschutz näherzubringen. ![studierende-der-campus-ackerdemie-2.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/studierende_der_campus_ackerdemie_2_3e261b045c.webp) 12 Hochschulen und über 250 Studierende an deutschen Universitäten sind bereits Teil der Campus Ackerdemie. Copyright: Acker e.V. Ökologische Bildung und praktische Erfahrungen im Gartenbau werden immer wichtiger und die CampusAckerdemie des Acker e.V. leistet einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft. Sie ermutigt Studierende dazu, sich aktiv für Umweltschutz und [Nachhaltigkeit](https://suchdichgruen.de/glossar/nachhaltigkeit/)einzusetzen und gibt ihnen dazu alle Werkzeuge an die Hand, um diese wichtigen Themen in die Bildungseinrichtungen zu tragen. Damit schafft der Acker e.V. nicht nur grüne Oasen auf den Campusflächen, sondern auch in den Köpfen der nächsten Generation von Lehrenden und Erzieher. ## Ausgezeichnete Arbeit ### Wirkung Hoch 100 (2021) Im Rahmen ihrer Jubiläumsinitiative zeichnete der deutsche Stifterverband die CampusAckerdemie im Jahr 2021 als eine der ""100 besten Ideen Deutschlands aus Bildung, Wissenschaft und Innovation"" aus. Diese Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung der CampusAckerdemie als eine innovative und wirkungsvolle Initiative, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Bildung, Wissenschaft und Innovation in Deutschland ausübt. ### Nationale Auszeichnung - Bildung für nachhaltige Entwicklung (2022) Eine der herausragenden Anerkennungen, die der Acker e.V. erhielt, ist die ""Nationale Auszeichnung - Bildung für nachhaltige Entwicklung"". Diese Auszeichnung wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Deutschen UNESCO-Kommission im Jahr 2022 verliehen. Sie ehrt innovative Lehr- und Lernangebote, die zeigen, wie Nachhaltigkeit fest in der deutschen Bildungslandschaft verankert werden kann. Die CampusAckerdemie wurde für ihre wegweisenden Ansätze zur Umweltbildung und nachhaltigen Landwirtschaft mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung gewürdigt. ### startsocial - Stipendiat und Bundesauswahl (2022) Unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers bringt startsocial Menschen aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammen, um ehrenamtliches Engagement zu stärken. Im Jahr 2022 wurde die CampusAckerdemie als Stipendiat und als eine der 25 Initiativen der Bundesauswahl ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt das Engagement des Vereins, unterschiedliche Menschen für freiwillige Aktivitäten zu mobilisieren und ehrenamtliches Engagement durch Beratung, Sichtbarkeit und Anerkennung zu fördern. ## Auf den Acker, fertig, los! Diese Auszeichnungen sind nicht nur eine Anerkennung für die Bemühungen des Acker e.V. und seiner CampusAckerdemie, sondern auch eine Inspiration für diejenigen, die sich für nachhaltige Bildung und soziales Engagement einsetzen. Sie zeigen, dass durch engagierte Arbeit und innovative Ansätze echte Veränderung bewirkt werden kann und verdeutlichen die Bedeutung von Bildung für nachhaltige Entwicklung in unserer heutigen Gesellschaft. ![studentin-der-campus-ackerdemie-3.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/studentin_der_campus_ackerdemie_3_48485c1527.webp) Hier wird nicht nur gesät, sondern auch geerntet! Eine Studentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Copyright: Acker e.V. Der Acker e.V. und seine Weiterbildungsangebote für Kitas, Schulen und Hochschulen sind lebendige Beispiele dafür, wie Bildung und Natur in Einklang gebracht werden können. Mit ihren praktischen Programmen und den Auszeichnungen beweisen sie, wie wir die Natur in unseren Alltag integrieren und nachhaltige Bildung fördern können. Der Acker e.V. bietet nicht nur die Möglichkeit, Gemüse anzubauen, sondern auch das Bewusstsein für ökologische Nachhaltigkeit zu fördern und inspiriert dazu, selbst einen positiven Beitrag für die Umwelt zu leisten. Wer sich dieser grünen Bewegung anschließen möchte, gestaltet gemeinsam eine nachhaltigere Zukunft und beweist allen: ""Ackern schafft Wirkung""! ## Einzelnachweise und Weblinks * https://www.acker.co/ * https://acker.canto.global/v/MedienportalAcker/library?display=fitView\&viewIndex=1\&gSortingForward=false\&gOrderProp=uploadDate\&from=fitView * https://www.acker.co/WasUnsAntreibt#geschichte * https://www.acker.co/WasUnsAntreibt#motivation * https://www.acker.co/WieWirArbeiten/Wirkung * https://www.acker.co/Programme#schule * https://www.acker.co/Programme#kita * https://www.acker.co/Programme#GK * https://www.acker.co/gemueseackerdemie * https://www.acker.co/ackerracker * https://www.acker.co/gemueseklasse * https://www.acker.co/gemueseackerdemie/Programminformationen#so-funktioniert-es * https://www.acker.co/gemueseackerdemie/Wirkung * https://www.acker.co/gemueseklasse/Programminformationen"

03.02.26
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Gemeinsam ackern, nachhaltig ernten: Acker e.V.!

"Vom Sportunterricht direkt zum Acker! So oder so ähnlich kann man sich einen ganz normalen Montag in der Schule vorstellen – Zumindest, wenn deine Schule am Programm des Acker e.V. teilnimmt. Mit dieser Initiative sollen Kinder und junge Erwachsene wieder eine stärkere Verbindung zur Natur und zur ökologischen Nahrungserzeugung gewinnen. Verschiedene Einrichtungen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen an dem Projekt teil und verhelfen so zu einem höheren Bewusstsein für landwirtschaftliche Arbeit und Spaß am Eigenanbau von Gemüse. In insgesamt drei Artikeln wollen wir näher auf die Gründung des Projekts, die unterschiedlichen Zielgruppen und die positiven Auswirkungen eingehen, die das innovative Konzept mit sich bringt. Inhaltsverzeichnis [Von der Uni zum Acker](#teil-1) [Warum Acker?](#teil-2) [Einzelnachweise \& Weblinks](#table-of-sources) ## Von der Uni zum Acker ![gruender-von-acker-ev-christoph-schmitz.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/gruender_von_acker_ev_christoph_schmitz_2634dd866e.webp) Gründer von Acker e.V. Christoph Schmitz Copyright: Acker e.V. Alles begann bei Christoph Schmitz, der selbst auf einem Bauernhof aufwuchs und später Agrar- und Wirtschaftswissenschaften studierte. 2012 kam er durch seine eigene Tochter auf die Idee, dass ein einmaliger Besuch eines Bauernhofs für Kinder nicht ausreicht, um die Faszination landwirtschaftlicher Tätigkeit wirklich zu begreifen. Der Acker müsste schon zu ihnen kommen! Er konzipierte eine Idee, in der Gemüseanbau Teil des Bildungsprogramms an Schulen wird. Er gibt dem Programm den Namen ""SchoolFarm"" und testet die Idee 2013 mit der Hilfe seiner Schwester Ulrike Päffgen und deren Schulklasse. Angespornt durch den Lernerfolg der Kinder gründet er mit hilfsbereiten Menschen aus seinem Umfeld ein Sozialunternehmen und ändert den Namen von ""SchoolFarm"" zur heute gleichermaßen bekannten wie beliebten ""GemüseAckerdemie"". Bis heute ist die GemüseAckerdemie das Vorzeigeprogramm des Acker e.V. und verhilft immer mehr Kindern spielerisch zu einem tiefergehenden Verständnis für ökologischen Anbau, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit. ![kinder-einer-schulklasse-beschaeftigen-sich-mit-dem-lernmaterial-zu-ihrem-acker.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/kinder_einer_schulklasse_beschaeftigen_sich_mit_dem_lernmaterial_zu_ihrem_acker_e7ad8f7c01.webp) Kinder einer Schulklasse beschäftigen sich mit dem Lernmaterial zu ihrem Acker Copyright: Acker e.V. **2014/2015** 2014 wurde zusammen mit Julia Krebs und Johanna Lochner die Ackerdemia e.V. in Deutschland gegründet. Zum Ende des Jahres gewinnen sie den Titel als startsocial-Bundessieger und werden persönlich von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet. 2015 kam mit Christoph Biemann, allen bekannt aus der Sendung mit der Maus, ein prominenter Pate für das Projekt hinzu. Auch ein Crowdfunding ermöglichte dann an 24 Schulen in Deutschland das Bildungsprogramm um eine AckerSaison zu erweitern. Derweil zeigen sich erste Früchte beim Aufbau eines Kitaprogramms. **2016/2017** Im Zeitraum von 2016/17 findet sich in der Berliner Malzfabrik ein neuer Stammsitz für den Ackerdemia e.V. und Christoph wird als Fellow für das weltweite Sozialunternehmer-Netzwerk Ashoka ausgewählt. Besonders bemerkenswert sind auch der Start der GemüseKlasse, die den Kindern den Indoor-Gemüseanbau ermöglicht und die Gründung des Vereins GemüseAckerdemie Schweiz, welcher 2017 zu ersten Schule in der Schweiz führt. **2018/2019** Pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum wuchs das Team 2018 auf über 60 Mitarbeiter\*innen an und ist nun mit über 20 Preisen eines der am meisten ausgezeichneten Bildungsprogramme in Deutschland. Auch findet sich seit diesem Jahr in jedem Bundesland mindestens ein Acker-Standort – ein Ziel, das ursprünglich erst für 2020 angesetzt war. In Österreich startet das Projekt mit sieben Schulen und für Erwachsene wird nun nach einer Testphase die Ackerpause eingeführt, bei der man in der Nachbarschaft und neben Büros ebenfalls losackern kann! **2020/2021** Trotz Corona macht die Zeit auf dem Acker keine Pause. Durch die starke Verbindung von Gartenarbeit und Digitalisierung kann jede Zielgruppe mit ihren individuellen Projekten erreicht werden. 2021 entwickelt sich die Marke Ackerdemia zu Acker weiter und auch in Österreich und der Schweiz heißen die Vereine jetzt Acker Österreich und Acker Schweiz. Das Programm für die Kita heißt AckerRacker und stellt einen weiteren Schritt zu einem großen Ziel dar: Bis 2030 soll jedes Kind, ob nun in der Kita, im Kindergarten oder Schule, die Möglichkeit zum Gemüseanbau erhalten! ![Auch im Kindergarten darf schon geackert werden!] ![auch-im-kindergarten-darf-schon-geackert-werden.webp](https://suchdichgruen-de.portal.mark.ee/strapi/uploads/auch_im_kindergarten_darf_schon_geackert_werden_e02bfe4c51.webp) Auch im Kindergarten darf schon geackert werden! Copyright: Acker e.V. ## Warum Acker? Hinter dem Projekt stehen drei wichtige Säulen, die die nötige Motivation liefern, um stetig weiter daran zu arbeiten. 1. Zum einen wäre das die Wertschätzung von Nahrung. Jeden Tag werden Unmengen an Essen weggeworfen. Den nächsten Generationen soll vermittelt werden, woher das Essen kommt, wie viel Arbeit in der Nahrungserzeugung steckt und wie viel Spaß ein Besuch auf dem Acker bereiten kann. Damit kann vielleicht der Lebensmittelverschwendung in der Zukunft entgegengewirkt werden. Und wer weiß, vielleicht steckt in einem der Kinder ein zukünftiger Landwirt! 2. Eine weitere Motivation hinter dem Projekt findet sich in der Ernährung. Durch den Konsum von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln ist häufig nicht mehr ersichtlich, welche Nahrung wir wirklich zu uns nehmen und ob wir damit alle nötigen Nährstoffe abdecken können. Auch kommt heute das Problem von zu wenig Bewegung hinzu, was Diabetes und Adipositas bei Heranwachsenden begünstigt. Zusammen auf dem Acker zu arbeiten und das Resultat einer gelungenen Ernte zu genießen, soll dabei helfen, Bewegung an der frischen Luft, soziales und gesundes Essen in Einklang zu bringen. 3. Als letzte der drei Säulen steht die Nachhaltigkeit. Wer sich mit der Natur befasst, auf dem Acker arbeitet und erkennt, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf die Umwelt hat, der kann zukünftig nachhaltigere Konsumentscheidungen treffen. Wir finden, dass diese Initiative das Potenzial hat, die junge Generation und damit vielleicht auch die Welt zu verändern. Und auch Erwachsene erhalten so eine Chance, bewusster zu leben und ihre alte Ernährungs- und Lebensweise zu hinterfragen. In unseren nächsten Artikeln stellen wir euch die Angebote für Kinder und Jugendliche des [Acker e.V.](https://www.acker.co/) genauer vor. Auch für Unternehmen oder Gemeinschaftsprojekte in der Nachbarschaft gibt es dank der ['Ackerpause'](https://ackerpause.de/) eine Möglichkeit, mit zu ackern! **Hier geht's zum Artikel über die [Kinder und Jugendprogramme des Acker e.V.](https://suchdichgruen.de/nachhaltig-im-haushalt/a474/auf-den-acker-fertig-los-kinder-und-jugendangebote/?lang=de).** **Hier geht's zum Artikel über [Erwachsenenangebote von Ackerpause](https://suchdichgruen.de/nachhaltige-dienstleistungen/a475/gemuese-saeen-teamgeist-ernten-so-geht-acker/?lang=de).** ## Einzelnachweise \& Weblinks * https://www.acker.co/ * https://acker.canto.global/v/MedienportalAcker/library?display=fitView\&viewIndex=1\&gSortingForward=false\&gOrderProp=uploadDate\&from=fitView * https://www.acker.co/WasUnsAntreibt#geschichte * https://www.acker.co/WasUnsAntreibt#motivation * https://www.acker.co/WieWirArbeiten/Wirk"

03.02.26
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