Gemeinsam ackern, nachhaltig ernten: Acker e.V.!

"Vom Sportunterricht direkt zum Acker! So oder so ähnlich kann man sich einen ganz normalen Montag in der Schule vorstellen – Zumindest, wenn deine Schule am Programm des Acker e.V. teilnimmt. Mit dieser Initiative sollen Kinder und junge Erwachsene wieder eine stärkere Verbindung zur Natur und zur ökologischen Nahrungserzeugung gewinnen. Verschiedene Einrichtungen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen an dem Projekt teil und verhelfen so zu einem höheren Bewusstsein für landwirtschaftliche Arbeit und Spaß am Eigenanbau von Gemüse.

In insgesamt drei Artikeln wollen wir näher auf die Gründung des Projekts, die unterschiedlichen Zielgruppen und die positiven Auswirkungen eingehen, die das innovative Konzept mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
Von der Uni zum Acker
Warum Acker?
Einzelnachweise & Weblinks

Von der Uni zum Acker

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Gründer von Acker e.V. Christoph Schmitz Copyright: Acker e.V.

Alles begann bei Christoph Schmitz, der selbst auf einem Bauernhof aufwuchs und später Agrar- und Wirtschaftswissenschaften studierte. 2012 kam er durch seine eigene Tochter auf die Idee, dass ein einmaliger Besuch eines Bauernhofs für Kinder nicht ausreicht, um die Faszination landwirtschaftlicher Tätigkeit wirklich zu begreifen. Der Acker müsste schon zu ihnen kommen!

Er konzipierte eine Idee, in der Gemüseanbau Teil des Bildungsprogramms an Schulen wird. Er gibt dem Programm den Namen ""SchoolFarm"" und testet die Idee 2013 mit der Hilfe seiner Schwester Ulrike Päffgen und deren Schulklasse. Angespornt durch den Lernerfolg der Kinder gründet er mit hilfsbereiten Menschen aus seinem Umfeld ein Sozialunternehmen und ändert den Namen von ""SchoolFarm"" zur heute gleichermaßen bekannten wie beliebten ""GemüseAckerdemie"". Bis heute ist die GemüseAckerdemie das Vorzeigeprogramm des Acker e.V. und verhilft immer mehr Kindern spielerisch zu einem tiefergehenden Verständnis für ökologischen Anbau, gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit.
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Kinder einer Schulklasse beschäftigen sich mit dem Lernmaterial zu ihrem Acker Copyright: Acker e.V.

2014/2015

2014 wurde zusammen mit Julia Krebs und Johanna Lochner die Ackerdemia e.V. in Deutschland gegründet. Zum Ende des Jahres gewinnen sie den Titel als startsocial-Bundessieger und werden persönlich von der damaligen Kanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet. 2015 kam mit Christoph Biemann, allen bekannt aus der Sendung mit der Maus, ein prominenter Pate für das Projekt hinzu. Auch ein Crowdfunding ermöglichte dann an 24 Schulen in Deutschland das Bildungsprogramm um eine AckerSaison zu erweitern. Derweil zeigen sich erste Früchte beim Aufbau eines Kitaprogramms.

2016/2017

Im Zeitraum von 2016/17 findet sich in der Berliner Malzfabrik ein neuer Stammsitz für den Ackerdemia e.V. und Christoph wird als Fellow für das weltweite Sozialunternehmer-Netzwerk Ashoka ausgewählt. Besonders bemerkenswert sind auch der Start der GemüseKlasse, die den Kindern den Indoor-Gemüseanbau ermöglicht und die Gründung des Vereins GemüseAckerdemie Schweiz, welcher 2017 zu ersten Schule in der Schweiz führt.

2018/2019

Pünktlich zum fünfjährigen Jubiläum wuchs das Team 2018 auf über 60 Mitarbeiter*innen an und ist nun mit über 20 Preisen eines der am meisten ausgezeichneten Bildungsprogramme in Deutschland. Auch findet sich seit diesem Jahr in jedem Bundesland mindestens ein Acker-Standort – ein Ziel, das ursprünglich erst für 2020 angesetzt war. In Österreich startet das Projekt mit sieben Schulen und für Erwachsene wird nun nach einer Testphase die Ackerpause eingeführt, bei der man in der Nachbarschaft und neben Büros ebenfalls losackern kann!

2020/2021

Trotz Corona macht die Zeit auf dem Acker keine Pause. Durch die starke Verbindung von Gartenarbeit und Digitalisierung kann jede Zielgruppe mit ihren individuellen Projekten erreicht werden. 2021 entwickelt sich die Marke Ackerdemia zu Acker weiter und auch in Österreich und der Schweiz heißen die Vereine jetzt Acker Österreich und Acker Schweiz. Das Programm für die Kita heißt AckerRacker und stellt einen weiteren Schritt zu einem großen Ziel dar: Bis 2030 soll jedes Kind, ob nun in der Kita, im Kindergarten oder Schule, die Möglichkeit zum Gemüseanbau erhalten!
![Auch im Kindergarten darf schon geackert werden!]
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Auch im Kindergarten darf schon geackert werden! Copyright: Acker e.V.

Warum Acker?

Hinter dem Projekt stehen drei wichtige Säulen, die die nötige Motivation liefern, um stetig weiter daran zu arbeiten.

  1. Zum einen wäre das die Wertschätzung von Nahrung. Jeden Tag werden Unmengen an Essen weggeworfen. Den nächsten Generationen soll vermittelt werden, woher das Essen kommt, wie viel Arbeit in der Nahrungserzeugung steckt und wie viel Spaß ein Besuch auf dem Acker bereiten kann. Damit kann vielleicht der Lebensmittelverschwendung in der Zukunft entgegengewirkt werden. Und wer weiß, vielleicht steckt in einem der Kinder ein zukünftiger Landwirt!
  2. Eine weitere Motivation hinter dem Projekt findet sich in der Ernährung. Durch den Konsum von industriell stark verarbeiteten Lebensmitteln ist häufig nicht mehr ersichtlich, welche Nahrung wir wirklich zu uns nehmen und ob wir damit alle nötigen Nährstoffe abdecken können. Auch kommt heute das Problem von zu wenig Bewegung hinzu, was Diabetes und Adipositas bei Heranwachsenden begünstigt. Zusammen auf dem Acker zu arbeiten und das Resultat einer gelungenen Ernte zu genießen, soll dabei helfen, Bewegung an der frischen Luft, soziales und gesundes Essen in Einklang zu bringen.
  3. Als letzte der drei Säulen steht die Nachhaltigkeit. Wer sich mit der Natur befasst, auf dem Acker arbeitet und erkennt, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf die Umwelt hat, der kann zukünftig nachhaltigere Konsumentscheidungen treffen.

Wir finden, dass diese Initiative das Potenzial hat, die junge Generation und damit vielleicht auch die Welt zu verändern. Und auch Erwachsene erhalten so eine Chance, bewusster zu leben und ihre alte Ernährungs- und Lebensweise zu hinterfragen.

In unseren nächsten Artikeln stellen wir euch die Angebote für Kinder und Jugendliche des Acker e.V. genauer vor. Auch für Unternehmen oder Gemeinschaftsprojekte in der Nachbarschaft gibt es dank der 'Ackerpause' eine Möglichkeit, mit zu ackern!

Hier geht's zum Artikel über die Kinder und Jugendprogramme des Acker e.V..

Hier geht's zum Artikel über Erwachsenenangebote von Ackerpause.

Einzelnachweise & Weblinks

03.02.26
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