Recycling - Ein Alternative zum Wegwerfen und neu kaufen

Wiederverwendung alter Fahrradreifen als Sitzgelegenheit.
Wiederverwendung alter Fahrradreifen als Sitzgelegenheit. - Fotograf:in: David Palazón, Tatoli Ba Kultura

Die Menschheit stellt heutzutage eine Menge Produkte her, die nach Verwendung einfach weggeworfen werden. Anstatt die Müllberge immer weiter wachsen zu lassen und alles neu zu kaufen, bietet die Idee des Recyclings uns an, alte, gebrauchte oder kaputte Gegenstände wiederzuverwenden.

Recycling, eine Einführung

Um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern, gibt es viele verschiedene Strategien. Eine davon setzt an den Grundprinzipien unserer Wirtschaft an: Der Herstellung, dem Ver- und Ankauf und der Entsorgung von Waren.

An diesem tagtäglichen Prozess lassen sich viele der Probleme erklären, die wir aktuell sehen: Weil wir als Gesellschaft so viel haben und verwenden wollen, hat die Industrie einen großen Anreiz viel und effizient zu produzieren. Und effiziente, funktionierende Produktion funktioniert zum Beispiel mit Materialien wie Plastik wunderbar, das viele praktische Eigenschaften wie Formbarkeit, Härte, Elastizität aufweist. Gleichzeitig ist Plastik aber kein gutes Wegwerfprodukt: Mikroplastik ist verheerend für Meerestiere und auf der Erde ist Kunststoff nicht kompostierbar: Er wird zu Müll.

Plastikmüll am Strand eines Meeres

Ein Weg, mit Stoffen wie Plastik umzugehen, ist Recycling. Die Idee ist dabei, die gebrauchten, kaputten Waren nicht einfach wegzuwerfen, sondern wiederzuverwerten und damit die Müllbelastung der Erde zu verringern. Gleichzeitig muss die Industrie auch weniger produzieren, da Recycling schließlich auch neue Ressourcen auf den Markt bringt. Eine Win-Win Situation!

Aus alt mach’ neu!

Welche Recycling-Strategien gibt es? Der Vorgang variiert natürlich, je nach dem welches Material wiederverwertet werden soll.

Ein klassisches Beispiel ist Papier: Es gibt dafür standardisierte Recycling-Prozesse, in denen Altpapier zunächst grob sortiert und geschreddert sowie eingeweicht wird, um Schmutz herauszuziehen. Schließlich wird es wieder in die dünnen “Papiere” gepresst. Für diesen ganzen Vorgang ist es wichtig, dass das gelieferte Altpapier möglichst sauber ist - ein guter Grund für Mülltrennung!

Ein Stapel Altpapier, der recycled werden könnte.

Recycling kann auch daheim stattfinden: Der klassische Komposthaufen ist ein Paradebeispiel für die natürliche Wiederverwendung und ein super Ersatz für einiges, was sonst in die Biotonne wandern würde. Komposthaufen sind Ansammlungen von organischem Material, meist begrenzt von einem Holzrahmen und etwas abseits im Garten stehend. Dort haben sie auch noch einen zusätzlichen Nutzen: Über die Zeit zersetzt sich der dort gesammelte Biomüll nämlich zu nährstoffreichem Hummus, der super für die eigenen Beete ist.

Ein Komposthaufen, in dem Gartenabfälle und Gemüse abgeladen wurde.

Eine nachhaltige Wirtschaftsweise

Recycling - das ist wirtschaftlich gesehen vor allem der Bau eines Kreislaufs. Anstatt verarbeitete Ressourcen (z.B. in Form eines Plastikbechers) nach der ersten Verwendung schon im Müll enden zu lassen, werden sie wieder in die Produktion, also den Anfang des wirtschaftlichen Systems eingeführt. Somit entsteht also der Kreislauf, in dem Ressourcen mehr als einmal zirkulieren können. Das ist dann auch genau das nachhaltige am Recycling und der Grund, warum Symbole dafür fast immer ein gerichteter Kreis sind:

Das internationale Symbol für Recycling.

Wertstoffhöfe und Engagierte

Wo findet Recycling statt? Wir wir eben gesehen haben, ist dieser Prozess nicht auf die Industrie beschränkt. Neben heimischen Möglichkeiten wie Kompostierung oder der eigenständigen Reparatur von Gegenständen, finden sich in vielen Gegenden aber auch größere Annahmestellen oder Projekte:

Die lokalen öffentlichen Stadtwerke oder Ähnliches betreiben meist einen Wertstoffhof. Dort können Anwohner alles hinbringen, was nicht in die Mülltonnen gehört oder passt: Batterien, Metall, Chemikalien, Sperrmüll und so weiter. Wertstoffhöfe sind üblicherweise auch auf den Webseiten der Gemeinde/Stadt zu finden (hier etwa für Leipzig).

Container eines Münchener Wertstoffhofs.

Viele Super-, Bau- und Elektronikmärkte bieten in kleinen Boxen neben dem Ausgang auch an, dort gebrauchte Batterien einzuwerfen. Oft nehmen Märkte, in denen Geräte oder Baustoffe verkauft werden, diese auch wieder zurück falls funktionsfähig oder können zumindest Tipps geben, wo man sie loswerden kann ohne, dass sie gleich im Müll landen.

Auch Flohmärkte sind ein Vorzeigebeispiel, mit dem man durch den Kauf gebrauchter Waren, auch "Second Hand" genannt, Teil einer Kreislaufwirtschaft wird. Ebenso gibt es mittlerweile viele Werkstätten, die alte Materialien wiederverwerten, wie etwa der Werkhof Regenbogen e.V. in Bayreuth, bei dem auch soziale Aspekte integriert werden: Der Werkhof beschäftigt nämlich vor allem Arbeitslose, Schwerbehinderte und sozial benachteiligte Menschen, um ihnen beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt zu helfen.

Tipps um Recycling selbst umzusetzen

Ein paar Hinweise gab es schon - hier nun eine Liste mit 7 Tipps, um selbst Recycling zu betreiben und unterstützen:

1) Angebote der Kommune nutzen

Mit Werkhöfen und Mülltrennung werden uns super Gelegenheiten angeboten, Recycling zu unterstützen. Beides erfordert keinen großen Aufwand!

2) Reparieren statt Wegwerfen

Hose kaputt? Lass’ die Flickenoptik wieder aufleben! Das ist nicht nur günstiger, sondern schont auch die Umwelt, weil man so weniger neue Hosen kauft. Dasselbe gilt für Fahrradreifen, aus dem Leim gehende Stühle…

3) Kompostieren

Wenn du einen Garten hast, dann ist ein Komposthaufen eine hervorragende Option, um selbst Bio-Recycling zu betreiben. Zum Aufsetzen gibt es viele einfache Anleitungen und das Resultat ist nährstoffreiche Erde für’s Gemüsebeet.

4) Mit Material improvisieren

So ziemlich jeder Haushalt hat üblicherweise einen oder mehrere Orte, an denen übrige Materialien liegen: Hölzer, Schachteln, Bänder, … Wer so etwas nicht hat: Anlegen! Oft glaubt man gar nicht, was man noch alles wiederverwenden kann. Das lohnt nicht nur für Geburtstagsbasteleien, sondern kann auch zur Fundgrube werden, wenn man Mal zB. ein behelfsmäßiges Regal bauen will. Und merkt ihr früher oder später doch, dass ihr das Zeug einfach nicht braucht, könnt ihr es immer noch sorgfältig entsorgen.

5) Gebrauchtes verkaufen oder verschenken

Flohmärkte bieten sich an, um vielleicht doch noch einen Technikmenschen zu finden, der den alten Drucker abkauft und für sich (oder andere) reparieren kann. Vor allem Kinderkleidung kann man auch gut an die nächste Generation verschenken.