Leuchtende Nachhaltigkeit: DIY-Kerzen aus Wachsresten

Oktober 2022
Selbstgemachte Kerzen aus Wachsresten bieten eine nachhaltige Alternative zu Handelsüblichen aus Paraffin.
Selbstgemachte Kerzen aus Wachsresten bieten eine nachhaltige Alternative zu Handelsüblichen aus Paraffin. - Fotograf:in: thevibrantmachine, Copyright: CC0 Pexels


Im Winter oder in der Adventszeit dürfen Kerzen bei den meisten nicht fehlen. Sie schaffen eine kuschelige sowie gemütliche Atmosphäre und sind tolle Dekozusätze.

Doch ökologisch betrachtet sind Kerzen leider oft problematisch.
Die meisten bestehen aus Paraffin, welches zwar ein günstiger Rohstoff, aber ein Nebenprodukt von Erdöl ist. Wer auf Kerzen mit diesen Stoff verzichtet, wird wahrscheinlich auf Kerzen mit Stearin treffen, das zwar aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird und biologisch abbaubar ist – nur leider heißt dieser Rohstoff häufig Palmöl. Für dessen Gewinnung werden enorme Flächen tropischen Regenwaldes für Plantagen gerodet.
Die nachhaltigste Alternative stellen dahingegen Kerzen aus Biomasse dar, da sie auf Erd- und Palmöl verzichten. Geld kosten sie aber trotzdem.

Am meisten sparen könnt ihr mit DIY-Kerzen aus Wachsresten! Ganz einfach und nachhaltig lassen sich so neue, umweltfreundliche Kerzen herstellen. Wir stellen euch drei Arten vor, wie ihr das unkompliziert zuhause nachmachen könnt.

An Materialien braucht ihr Folgendes:

  • Übrig gebliebene Kerzenreste
  • Für den Docht: Faden oder Garn (z.B. aus 100% Baumwolle)
  • Eine Papprolle (z.B. eine leere Klopapierrolle) oder einen Joghurtbecher
  • Einen Zahnstocher oder ein Holzstöckchen
  • Eine Metalldose (z.B. eine alte Konservendose)
  • Ein Gefäß: z.B. eine alte Kaffee- oder Teetass bzw. ein Einmachglas
  • Etwas Sand

Diese 2 Schritte braucht ihr für alle Arten der DIY-Kerzenherstellung:

1. Schritt: Erhitzen der Wachsreste

Für alle Varianten werden die Wachsreste zuerst in einer Metalldose erwärmt. Hierbei könnt ihr mehrere Farben mischen, oder die Farben einzeln erwärmen, um nachher Kerzen mit tollen Mustern zu erhalten.
Falls ihr nur weiße bzw. farblose Wachsreste zur Hand habt, könnt ihr z.B. Wachsmalstifte aus reinem Bienenwachs verwenden und diese beim Erwärmen hinzugeben.
Ihr gebt die Wachsreste in eine Schüssel, die dann in ein Wasserbad gestellt und erhitzt wird.
Somit habt ihr schoneinmal eure Wachsbasis für die DIY-Kerzen.

Wichtig: für den nächsten Schritt muss das Wachs noch flüssig sein!

2. Schritt: Vorbereiten des Dochts

Wichtig bei der Herstellung des Dochts ist es, dass es sich bei dem Faden um reine Baumwolle handelt, damit später beim Verbrennen keine gesundheitsschädlichen Gase entstehen. Am besten eignet sich ein dicker Faden als Kerzendocht. Falls ihr nur etwas dünnere Bauwollfäden zur Hand habt, könnt ihr diese jedoch auch verwenden, indem ihr mehrere zu einer Kordel flechtet oder verzwirbelt.

Achtung: Die einzelnen Fäden nicht zu streng verzwirbeln, da ansonsten nicht genug Wachs aufgesaugt werden kann und der Docht dann später nicht so gut brennt.

Diese Kordel taucht ihr dann in das vorbereitete, heiße Wachs, bis sich der Faden damit vollgesaugt hat und lasst es abkühlen. Bei Bedarf könnt ihr diesen Schritt wiederholen, sodass sich eine feine Wachsschicht um den Faden herum bildet und der Docht später besser brennt. Nach dem Trocknen, was in etwa eine Stunde dauert, befestigt ihr am unteren Ende des Dochtes eine „Unterlegscheibe“, die verhindert, dass der Docht nachher aus der Mitte der Kerze wegschwimmt. Eine Büroklammer oder ein relativ schweres Stück Draht eignen sich hierfür perfekt.
Nun habt ihr einen perfekten Kerzendocht, der später in das Wachs integriert werden kann.

Typ 1: Kerzen gießen

Die erste Art, wie ihr DIY-Kerzen herstellen könnt, ist das Kerzengießen. Dafür braucht ihr ein Gefäß (Das Gefäß muss größer als die Papprolle sein), eine Papprolle und Sand. Hier geht es darum, die fertige Kerze am Schluss wieder aus dem Gefäß zu nehmen.
Zunächst gebt ihr die Papprolle in das Gefäß. In diese Pappform wird später das flüssige Wachs gegossen. Doch davor müsst ihr noch den Docht einfügen und die Rolle im Gefäß mit Sand stabilisieren.
Fügt nun den Docht in die Papierform, wickelt sein oberes Ende um einen Stift oder ein Holzstäbchen, das quer auf der Rolle aufliegt (siehe Bild). So bleibt der Docht mittig und rutscht nicht weg. Wichtig hierbei ist, dass der gewählte Docht immer etwas länger als das Gießgefäß sein soll.

Anschließend streut ihr Sand um die Papprolle in das Gefäß. So bleibt das Ganze für den letzten Schritt stabil.

Alternativ zum Zahnstocher eignet sich auch ein Stift, um den Docht mittig im Gefäß zu stabilisieren.

Im Anschluss gießt ihr das flüssige Wachs vorsichtig in die Pappform ein. Wer auf bunte Farben steht, kann die Papprolle auch erst zur Hälfte/einem Drittel befüllen, das Wachs dann antrocknen lassen und die nächste Farbe nachgießen. So entsteht ein tolles Muster!
Nach ca. zwei Stunden ist das Wachs fest und die Klopapierrolle kann herausrausgenommen sowie gelöst werden. Fertig ist eure DIY-Kerze!
Tipp: Alternativ zu einer Papprolle und dem Sand könnt ihr auch einen alten Joghurtbecher verwenden.

Typ 2: Kerzen in alten Gefäßen

Prinzipiell geht ihr hier genauso vor, wie bei der ersten Variante: der Kerzendocht wird mittig im Gefäß platziert, durch einen aufliegenden Stab fixiert und das flüssige Wachs eingegossen. Als Gefäße eignen sich alte Tassen oder Gläser hervorragend, die dann Teil der Dekoration werden! Hier könnt ihr beliebige Formen wählen, die eure Kerze später haben soll. Wie wäre es mit Vasen-Kerzen in gewellter Form?

Typ 3: Kerzenziehen

Diese Art von DIY-Kerzen bietet euch lange, schmale Kerzen, die durch mehrmaliges Eintauchten des Dochtes entstehen. Der Docht sollte etwa 15cm länger sein, als die gewünschte Kerzenlänge. Hierbei ist die Kerzenlänge von der Größe des Wachsgefäßes abhängig, in welches der Docht getaucht wird. Aus dem oberen Dochtende wird eine Schlaufe geknotet, am unteren Ende wird quer ein Nagel befestigt. Dieser verhindert, dass die Kerze während des Vorgangs vom Docht rutscht.
Nach dem Eintauchen und wieder Herausnehmen wartet ihr am besten mehrere Sekunden, bis das Wachs jeweils angetrocknet ist.
Tipp: Während des Wartens könnt ihr die Kerze an der gebundenen Schlaufe an einen Haken hängen. Hierbei solltet ihr jedoch eine Unterlage (z.B. Zeitungspapier) benutzen.
Je dicker die Kerze werden soll, desto länger müssen die Pausen zwischen dem Eintauchen sein.

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