Sonnencreme-Guide: Vermeide diese Fehler

Mai 2024
Fotograf:in: Ridofranz, Copyright: Stock.com/Ridofranz

Der Sommer steht vor der Tür! Da zieht es viele von uns ins Freie, um nach einem scheinbar endlosen Winter wieder Vitamin D zu tanken. Doch auch wenn die Sonne viele positive Effekte auf unser Wohlbefinden hat, birgt sie erhebliche Risiken für unsere Gesundheit, die es nicht zu unterschätzen gilt.
Erfahrt nun, wie ihr euch effektiv vor der schädlichen UV-Strahlung schützt, um die Sommertage unbeschwert genießen zu können.

Harte Fakten

Eine übermäßige UV-Strahlen-Belastung ist die Hauptursache für die bösartigen Tumore namens Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom sowie für das schwarze Melanom – die tödlichste Variante von Hautkrebs.
Bei Menschen, die bereits vor ihrem 35. Lebensjahr ins Solarium gehen, liegt das Risiko für einen bösartigen Tumor laut der Skin Cancer Foundation um ganze 75% höher als bei denjenigen, die sich diesen Strahlen nicht aussetzen.
Es gibt weltweit mehr Menschen, die aufgrund von Besuchen im Solarien an Hautkrebs erkrankt sind, als solche, die durch das Rauchen Lungenkrebs entwickelt haben.
Fünf Sonnenbrände allein verdoppeln die Wahrscheinlichkeit, später einmal an schwarzem Hautkrebs zu erkranken!

Sonnencreme richtig anwenden: 6 Tipps für maximalen Schutz

  1. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, ab einem UV-Index von 3 Sonnencreme aufzutragen und an Schutzkleidung wie Hüte oder Langärmeliges zu denken. Über den aktuellen UV-Index kann man sich bei vielen Wetterdiensten/-Apps informieren.
  2. Entgegen der allgemeinen Meinung, bei bewölktem Himmel kein Sonnenschutzmittel tragen zu müssen, kann die UV-Strahlung durch eine leichte Wolkendecke oder Nebel sogar verstärkt werden. Es lohnt sich also immer, sich bei einem Wetterdienst über den tatsächlichen UV-Index zu informieren, anstatt sich einfach auf die augenscheinlichen Wetterbedingungen zu verlassen. Meist sollte man nämlich doch schon eher zur Sonnencreme greifen als man meinen möchte.
  3. Auch der Schatten schützt nicht immer verlässlich vor Sonnenstrahlen: Im Schatten einer dichten Baumkrone ist man noch etwa 80% der Strahlen ausgesetzt. Man ist also in jedem Fall besser beraten, wenn man sich gut einschmiert.
  4. Mit Sonnencreme sollte man keinesfalls sparsam umgehen, da dies den Lichtschutzfaktor immens reduzieren kann. Das unzureichende Auftragen von Sonnencreme kann somit unangenehme Folgen haben. Der Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz nach sollte eine erwachsene Person für einen ausreichenden Sonnenschutz für den ganzen Körper mindestens 4 gehäufte Esslöffel Sonnencreme auftragen. Verwendet man nur die Hälfte davon, so verringert sich der LSF nämlich um sage und schreibe zwei Drittel.
  5. Alle Sonnencremes, die Gebrauch von chemischen UV-Filtern machen (siehe Angaben auf der Verpackung), brauchen eine gewisse Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Man sollte dem Sonnenschutzmittel also rund 20 bis 30 Minuten Zeit zum Einwirken geben, bevor man sich damit in die pralle Sonne begibt.
  6. Ganz wichtig: Jede Sonnencreme ist besser als irreversibler Hautschaden. Doch bei bereits geöffneter Sonnencreme aus vergangenen Sommern sollte man Vorsicht walten lassen, denn wenn sogenannte Octocrylene enthalten sind, können sich darin krebserregende Substanzen gebildet haben.

Chemische oder mineralische Sonnencreme?

Sonnencreme mit chemischem UV-Filter wird von der Haut absorbiert. Die Wirkstoffe arbeiten unter der Hautoberfläche, wo sie die UV-Strahlung in Wärmeenergie verwandeln. Mineralische Sonnencremes dagegen bilden eine physikalische Schutzbarriere direkt auf der Hautoberfläche und müssen daher nicht erst einziehen.

Anders als mineralische Sonnencremes sind die auf chemischer Basis beruhenden Sonnenschutzmittel gesundheitlich nicht ganz unbedenklich: Forscher:innen der Universität Zürich fanden Rückstände chemischer UV-Filter im Blut und der Muttermilch. Daran, wie gefährlich diese Substanzen für uns Menschen sind, wird momentan noch geforscht.

Die Wirkstoffe, die in mineralischen Sonnencremes verwendet werden, findet man auch in der Natur. Beispiele hierfür sind Titandioxid und Zinkoxid.
Diese Cremes sind jedoch weder transparent, noch werden sie von der Haut absorbiert. Da der weiße Schleier, den mineralische Sonnencremes unweigerlich hinterlassen, bei Verbraucher:innen eher unbeliebt ist, wurden in den letzten Jahren reichlich Alternativen auf den Markt gebracht. Die abgewandelten Versionen enthalten die Mineralien als Nanopartikel, wobei jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Partikel aufgrund ihrer geringen Größe in die Haut vordringen und Schaden im Körper anrichten könnten.

Umweltfreundliche Sonnencreme

Bis zu 14.000 Tonnen Sonnencreme gelangen jährlich in Gewässer. Manche der chemischen Wirkstoffe – nämlich Oxybenzon und Octinoxat – können die Gesundheit von Wasserorganismen, wie z.B. Korallen, negativ beeinträchtigen. Ihnen wird nachgesagt, sie trügen zur Korallenbleiche bei. Riff-freundliche Sonnencremes wie die von Nivea verzichten auf diese Inhaltsstoffe und schonen somit die Umwelt.

Mehr zum kritischen Zustand der Korallenriffe weltweit findet ihr hier: Klimawandel und die Meere – Globale Korallenbleiche

Gibt es "gesunde Bräune"?

Die Antwort ist ein klares Nein. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, gebräunte Haut sei ein sinnvoller Schutz gegen die starke Sonne. Auch wenn man sich keinen Sonnenbrand einholt, sondern nur etwas Farbe gewinnt, wird die Haut dadurch unweigerlich geschädigt.

Die Zellen in unserer Haut absorbieren beim Kontakt mit der Sonne UV-Strahlung. Dort greifen die UV-A- und UV-B-Strahlen das Erbgut an – noch weit bevor sich ein Sonnenbrand bemerkbar macht. Die körpereigenen Reparatursysteme bessern die dadurch verursachten Fehler in der DNA für gewöhnlich wieder aus.
Im Falle regelmäßiger, intensiver UV-Bestrahlung und Sonnenbränden ist dieses System jedoch überfordert und kann die Zellen vor Veränderungen im Erbgut nicht mehr vollständig schützen. Die Zellen tragen davon permanente Erbgutveränderungen – auch Mutationen genannt – die dafür bekannt sind, sich zu Krebszellen zu entwickeln. Dementsprechend steigt das Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens an Hautkrebs zu erkranken.
Bei einem schweren Fall von Sonnenbrand fängt die Haut an, sich zu schälen. Auf diese Weise versucht der Körper, die geschädigten Zellen loszuwerden. Dabei ist es jedoch wichtig, die Haut nicht abziehen zu wollen. Stattdessen sollte man warten, bis sie sich von selbst löst.

Um sich vor den Angriffen der UV-Strahlen besser schützen zu können, produziert der Körper Melanin, das Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht. Melanin bildet eine Schutzbarriere rund um den Zellkern, in dem die DNA aufgehoben ist, um das Erbgut vor weiteren Angriffen zu bewahren. Die Haut baut so im Laufe der Zeit einen gewissen Eigenschutz auf, was uns dazu verleiten könnte, zu glauben, dass braune Haut gesundheitlich unbedenklich sei. Letzten Endes bildet sich Melanin aber nur als Antwort auf die Schädigung des Erbguts. Braune Haut ist also lediglich ein Zeichen dafür, dass Hautzellen geschädigt wurden.

  • https://utopia.de/ratgeber/sonnencreme-richtig-auftragen-vermeide-diese-6-fehler_315727/#google_vignette
  • https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/schutz/tipp-der-woche/_functions/documents/braune-haut.html
  • https://www.skincancer.org/risk-factors/tanning/#sad
  • https://www.skincancer.org/risk-factors/sunburn/
  • https://www.nivea.de/beratung/sonnenschutz/riffsichere-sonnencreme
  • https://www.nivea.de/beratung/sonnenschutz/riffsichere-sonnencreme
  • https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/schutzreaktion.html
  • https://www.test.de/Sonnenbrand-vermeiden-Was-der-UV-Index-Ihnen-verraet-4842704-0/
  • https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/einfuehrung/einfuehrung_node.html
  • https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/einfuehrung/einfuehrung_node.html
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