DIY: Nachhaltige Putzmittel - einfach und günstig mit diesen Hausmitteln

Sprühgefäß auf rosa Blumenhintergrund
Sprühgefäß auf rosa Blumenhintergrund - Fotograf:in: Antoni Shkraba, Copyright: Pexels - Antoni Shkraba

Geld sparen, Plastikmüll vermeiden und der Umwelt etwas Gutes tun - mit Reinigungsmitteln? Ja! Wer in Sachen Nachhaltigkeit punkten will, der kann diese Alternative probieren: Anstelle herkömmlicher Reinigungsmittel, die oft vollgepackt sind mit aggressiven Chemikalien sowie Unmengen an Plastik produzieren, könnt ihr tatsächlich eure eigenen nachhaltigen Putzmittel herstellen!

Einfach statt überflüssig

Badreiniger, Kühlschrankputzmittel, Ofenreiniger, Spülmittel, Desinfektionsmittel, Scheuermilch, Glasreiniger... die Bandbreite an Putzmitteln ist riesig. Dabei steckt dahinter eigentlich eine Strategie der Putzmittel-Industrie, die suggeriert, dass man für jeden Verwendungszweck ein konkretes Putzmittel neu kaufen muss. Doch so häufen sich die Plastikbehälter im Haushalt, deren Inhalt mit Chemikalien oft nicht spart und auch der Geldbeutel profitiert nicht gerade davon. Tatsächlich ist das meiste überflüssig. Man kann sich seine Putzmittel selber mixen: Einfach, günstig und nachhaltig!

Man braucht dafür nur diese Hausmittel:

  • Essig bzw. Essigessenz
  • Zitronensäure
  • Soda (Natirumsalz)
  • Natron
  • Kernseife
  • Mehrfach benutzbare Putzbehälter (z.B. ein Zerstreuber)

Und diese “Zutaten” haben es ganz schön in sich. Welche Reinigungsmittel ihr damit selbst herstellen könnt, zeigen wir euch im Folgenden.

Essig und Essigessenz gegen Hartnäckiges

Apfelessig

Essig könnt ihr nicht nur für Salatdressings benutzen, sondern auch für’s Putzen. Aufgrund der enthaltenden Säure werden hartnäckigere Reste mit Essig aufgeweicht - so können zum Beispiel Kalkablagerungen behandelt werden. Essigessenz ist einfach die höher konzentrierte Variante, daher hier wirklich nur kleine Mengen verwenden.

Wasserkocher entkalken

Ein Wasserkocher lässt sich prima mit Essig entkalken: Einfach den Wasserkocher ganz mit Wasser befüllen und 2-4 EL Essig oder einen kleinen Spritzer Essigessenz zugeben. Das Ganze einmal im Gerät aufkochen und eine halbe Stunde abkühlen lassen, damit der Essig einwirkt und die Ablagerungen sich lösen. Je verkalkter der Wasserkocher, desto sinnvoller ist es, die Einwirkungszeit zu verlängern. Schließlich das Essiggemsich abgießen und den Wasserkocher durch 2-3 Kochdurchgänge von Essiggeruch und -resten befreien.


Allzweckreiniger & Co

Putzmittel mit einem Essiganteil eignen sich ebenso gut für Allzweck- oder WC-Reiniger. Hier könnt ihr einfach ein paar EL Essig in eure Putzlösung (z.B. Wasser und Kernseife) mischen. Essig kann sogar die Funktion eines Weichspülers ersetzen: Gebt einfach einen Schuss weißen Haushaltsessig pro Waschgang hinzu.

Mit Zitronensäure zum Putzerfolg!

Zitronen in braunem Korb

Wegen ihres Säuregehaltes kann Zitronensäure die gleichen Aufgaben wie Essig/Essigessenz erfüllen, z.B. als Entkalker, Weichspüler, Fleckenentferner oder WC-Reiniger. Ein Plusfaktor hierbei ist der angenehm frische Duft der Zitrone.
Mit Zitronensäure ist nicht der ausgepresste Saft einer Zitrone gemeint, vielmehr handelt es sich hier um ein Säuregemisch, das in Pulver- oder Flüssigform existiert. Das gibt es überall zu kaufen, z.B. in Supermärkten in der Backabteilung oder im Drogeriemarkt. Am besten nehmt ihr die Pulverform, die gibt es oft in großen Verpackungen aus Papier.

Wasch- oder Spülmaschinen entkalken

Hier könnt ihr direkt 6-8 EL in die Maschine geben und bei niedriger Temperatur den Spülgang betätigen.
Auch für verkalkte Wasserhähne oder Duschköpfe kann Zitronensäure helfen: Vermischt hierfür 1-2 EL Zitronensäurepulver mit 250 ml Wasser und legt die Objekte in die Lösung. Nach etwas Einwirkzeit Wasser durchlaufen lassen und voila, alles ist sauber!

Weichspüler

Um ungewünschte Nebeneffekte zu vermeiden ist es wichtig, Zitronensäure ausschließlich an weißer oder sehr heller Wäsche und bei nicht allzu hohen Temperaturen anzuwenden - die Säure hat nämlich eine leicht bleichende Wirkung. Ist dies sichergestellt: Einfach 5 EL Zitronesäurenpulver in 1 Liter Wasser auflösen und vor jedem Waschgang ca. 50 ml von der Mischung in das Weichspülerfach geben.


Fleckenentferner

Dafür reichert ihr zunächst eine Lösung mit ca. 1-2 EL Zitronenpulver pro Liter an und lasst eure verschmutze Kleidung darin einwirken. Danach könnt ihr sie normal in der Waschmaschine waschen. Wichtig: Auch hier kann eine bleichende Wirkung entstehen, also lieber nur bei hellen Klamotten anwenden!

WC-Reiniger

Der frische Duft der Zitrone hat noch keiner Toilette geschadet. Reibt dazu mit einer Bürste ca. 3 EL Pulver in das Klobecken ein und lässt es ein paar Stunden einwirken. Schließlich abspülen.

Soda gegen Fettflecken und verstopfte Rohre

Sodapulver auf weißer Oberfläche

Soda, oder auch Natriumcarbonat, ist ein echter Allrounder: Als Waschmittel kann es Flecken sowie Fettrückstände entfernen oder als Rohrreiniger verstopfte Abflüsse befreien. Kaufen kann man es unter den Namen “Waschsoda” oder “Reine Soda” in jedem Drogeriemarkt in der Putzmittelabteilung. Achtung, Verwechslungsgefahr: Mit Speisesoda (Natron) hat das nichts zu tun.
Allerdings ist auch mit der Verwendung von Soda ein wenig Vorsicht zu genießen. Soda kann eure Haut und Schleimhäute (beim Einatmen) reizen. Daher am besten mit Putzhandschuhen arbeiten, Gesichtspartien schützen und sich nicht lange den Dämpfen aussetzen.

(Fett-)flecken und Schmutz aus Textilien entfernen

Bereitet hierfür eine Soda-Lösung mit ein 1-2 EL Soda pro Liter Wasser vor. Diese gebt ihr auf die Flecken, reibt sie ein und lässt sie einwirken. Hier gilt aber das Gleiche wie bei Zitronensäure: Soda wirkt bleichend. Die Behandlung kann also hilfreich bei ergrauten Kleidungsstücken sein, bei euren bunten Lieblingsteilen solltet ihr lieber vorsichtig sein.

Abflussreiniger

Kombiniert ihr Sodapulver mit Essig, wirkt es wahre Wunder gegen Rohrverstopfungen. Hierfür fügt ihr 5 EL Sodapulver in den verstopften Abfluss und schüttet eine halbe Tasse Essig nach. Dann wartet ihr ein paar Minuten und spült das Ganze mit viel heißem Wasser runter.

Eingebrannte Töpfe, Pfannen und Backbleche

Löst hierfür 1 EL pro Liter auf, kocht das Ganze kurz auf, gebt die heiße Lösung auf Töpfe, Backblech & Co und lässt es einwirken. Je nachdem, wie hartnäckig die eingebrannten Stellen sind, müsst ihr etwas länger warten, bis sich die Reste aufweichen und leicht mit einem Schwamm abtragen lassen. Auch für Backöfen und Dunstabzugshauben kann solch eine Lösung verwendet werden.

Natron: der Universalreiniger

weißes Pulver in kleinem Messlöffel

Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist vielseitig einsetzbar, günstig zu kaufen und meist plastikfrei verpackt. Etwas verwirrend ist, dass es auch unter den Namen Speisesoda oder Backsoda (Backpulver) erhältlich ist, aber eigentlich kein reines Soda ist. Die Funktionsgebiete reichen von der Verwendung als Allzweckreiniger über Spülmittel, Backofenspray, Deo bis hin zum Teppichreiniger.

Allzweckreiniger

Gebt 2 TL Natronpulver, 2 TL fein geraspelte Kernseife und einen Spritzer Zitronensaft in 500 ml warmes Wasser. Ist das ganze gut vermischt, habt ihr einen halben Liter Universalreiniger! Für das gewisse Extra könnt ihr natürlich nach Belieben das Ganze zusätzlich mit ätherischen Ölen verfeinern.


Geschirrspülmittel

Die gleichen Zutaten braucht ihr auch, um Spülmittel selbst herzustellen: 20 Gramm geraspelte Kernseife, 1TL Natronpulver und 450 ml warmes Wasser. Mischen und fertig! Wenn ihr eurem Spülmittel einen frischen Duft verleihen wollt, empfehlen wir die Zugabe von ätherischen Öle, wie z.B. Lavendel- oder Orangen-Öl!


Backofenreiniger

Vermischt das Natronpulver in einem Verhältnis von 1:1 mit Wasser, sodass eine pastetenartige Konsistenz entsteht. Diese verteilt ihr auf dem Backofen und lasst es einige Stunden einwirken. Schließlich lassen sich Schmutzreste problemlos mit einem Schwamm abreiben. Das gleiche gilt auch für eingebrannte Töpfe, Pfannen und Backbleche.

Polstermöbel, Teppiche und Autositze reinigen

Hier eignet sich Natron hervorragend zur Reinigung und Befreiung von unangenehmen Gerüchen. Streut dafür Natron auf die Textilien, reibt es etwas ein und saugt es am nächsten Tag wieder ab.

Die Vorteile: günstig, nachhaltig und kreativ

Wenn ihr Putzmittel selber herstellt, habt ihr eindeutig die nachhaltigere und auch günstigere Alternative gewählt. Meistens gibt es die Zutaten in Papier verpackt oder in Glasflaschen abgefüllt zu kaufen. Und auch wenn sie mal in Plastik verpackt sind: Langfristig reicht die Menge deutlich länger als herkömmliche Putzmittel in Plastikbehälter!

Unser Geheimtipp: Ätherische Öle mit Duft sowie Aromen verleihen euren Putzmitteln eine angenehme und frische Note wie klassische Produkte aus Supermärkten! Und hier könnt ihr selbst entscheiden, welche Duftkreation ihr testen wollt.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!