Abfallentsorgung - Warum korrekte Abfallentsorgung so wichtig ist

Juli 2022

Unterscheidung von Abfällen

Als Abfall werden Rückstände aus Verwertungsprozessen bezeichnet, die nicht mehr genutzt werden. Dabei wird, je nach Beschaffenheit des Produkts, in verschiedene Kategorien von Abfall unterschieden. Das kennen wir bereits aus dem eigenen Haushalt, wo wir von Kind auf lernen, unseren Müll in die verschiedenen Tonnen zu trennen.

Dabei gibt es regionale Abweichungen, grundsätzlich gilt jedoch die Unterscheidung in Restmüll, Biomüll, Papiermüll, Plastikmüll/ Gelber Sack und Altglas.

Besondere Produkte, die zu groß oder zu speziell für die einfache Müllverarbeitung sind, kommen auf den Wertstoffhof. Dort kann man fast alles, vom kaputten Sofa über die alte Mikrowelle, bis hin zum selbstgebastelten Vogelhaus abladen.

Abfallentsorgung

Die Entsorgung von Abfällen kann entweder durch die Beseitigung oder die Verwertung der Produkte stattfinden.

Dabei hat jeder Haushalt drei bis vier Tonnen zu managen, dazu kommen Produkte, wie Sperr- und Sondermüll, die auf den Wertstoffhof gebracht werden müssen. Es ist also gar nicht mal so einfach, seinen Müll richtig zu entsorgen. Aus diesem Grund haben wir eine kleine Merkliste für euch und euren Haushalt zusammengestellt:

1. Restmüll

Dieser Abfall wird später verbrannt. Dadurch kann zwar etwas Wärmeenergie erzeugt werden, doch bei der Verbrennung werden auch giftige und krebserregende Stoffe (Dioxine, Furane) freigesetzt und Stäube erzeugt, die den Menschen und der Umwelt schaden können. Deshalb ist es wichtig, Wertstoffe sauber zu trennen und fachgerecht zu entsorgen. Dadurch kann auch das Nettogewicht an Restmüll, für dessen Entsorgung ein Haushalt zahlt, reduziert werden.

Als Faustregel kann man sich merken: In den Restmüll kommt alles, was in keine andere Kategorie passt sowie keine problematischen Stoffe in Bezug auf die Verbrennung enthält.

Das darf rein:

  • Windeln, Staubsaugerbeutel
  • Staub, Schmutz, Glasscherben
  • Lebensmittel, die schnell verderben
  • Knochen
  • Unreines Plastik (z.B. Zahnbürste)
  • Unreiner Karton (z.B. durchgeweichte Pizzaschachtel)
  • Halogenlampen, Glühbirnen

Das darf nicht rein:

  • Batterien
  • LEDs
  • Energiesparlampen

2. Biomüll

Aus Küchen- und Gartenabfällen kann Komposterde gewonnen werden. Alles, was man also nicht unbedingt auch auf dem eigenen Kompost herumliegen haben möchte, sollte in eine andere Tonne.

Dazu zählen zum Beispiel Fisch- und Fleischreste, da diese Maden und größere Tiere anziehen. Um Geruchsbildung in der Tonne zu verhindern, können feuchte Abfälle, wie beispielsweise Kartoffelschalen, auch in Zeitung eingeschlagen werden. Je nach Region können die Bestimmungen für die Biotonne abweichen.

Das darf rein:

  • Obst- Gemüsereste
  • Eierschalen
  • Kaffefilter, Kaffee- und Teesatz
  • Nüsse und Schalen
  • Unkraut und Schnittblumen

Das darf nicht rein:

  • Knochen
  • Gekochtes
  • Gewürztes

3. Plastikmüll

Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundwerkstoffen landen im Plastikmüll – auch bekannt unter dem Namen “Gelber Sack”. Behälter sollten ausschließlich in entleertem Zustand entsorgt werden.
Auch hier sind die Bestimmungen von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Das darf rein:

  • Alu- und Schraubdeckel
  • Blisterverpackung
  • Kunststoffbecher
  • Weißblech
  • Getränkekartons (Tetra Pak)

Das darf nicht rein:

  • Zahnbürsten
  • CDs

4. Altpapier

Papier, Karton, Magazine und glänzende Poster – sie alle landen beim Altpapier. Für den Recycling-Prozess kommt es darauf an, dass die Produkte sauber sind. Ein Pizzakarton voller Öl und Soße beispielsweise hat seinen Platz im Altpapier verspielt.

Das darf rein:

  • Briefumschläge (auch mit Fenster)
  • Papiertüten
  • Pappkarton

Das darf nicht rein:

  • Beschichtetes Papier
  • Selbstklebende Kuverts

5. Altglas

Die unterschiedlichen farbigen Container mit Beschriftung weisen darauf hin, wie wichtig die Trennung beim Altglas für die Wiederverwendbarkeit ist. Nur so können neue Behälter erzeugt werden, die sich auch wiederum klar in Farben unterscheiden.

Bei Flaschen, Dosen und Schraubgläsern sollten vor dem Entsorgen immer die Deckel, Korken oder Folien entfernt werden. Ein Etikett wiederum stört im Recyclingprozess nicht.

Das darf rein:

  • Getränkeflaschen
  • Schraubgläser
  • Flakons

Das darf nicht rein:

  • Glasscherben (Geschirr, Fenster, Blumenvase)
  • Glühbirnen
  • Leuchtstoffröhren
  • Porzellan, Keramik

Man erkennt hier bereits, dass nicht alles, was recycelt werden soll, auch recycelbar ist. Nur ein falsch verwerteter Gegenstand kann bereits verschiedene negative Folgen für die Wiederverwertbarkeit der Produkte oder die Gesundheit von Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Ein Grund mehr für uns, auf korrekte Mülltrennung zu achten!

Vermeidung von Verpackungsmüll

Den häufigsten und problematischsten Verpackungsmüll stellt Plastik dar. Produkte aus Plastik haben nämlich eine unglaubliche hohe Halbwertszeit, da das Material nicht organisch abgebaut werden kann. So kann eine Plastikflasche, die heute jemand in den Wald wirft, dort bis zu 450 Jahre überdauern, bis Wind und Wetter alle Schichten restlos abgetragen haben.

Direkt danach kommen Alternativen wie Metallverpackungen oder auch solche aus Glas und Papier. Diese gelten als ökologischer, sollten aber auch langfristig in Gebrauch sein, damit sie einen Nutzen haben.

Aus diesen Gründen sollten wir Abfälle mit Bedacht produzieren und im Hinterkopf behalten, was die Folgen unseres Konsums sind. Versucht die Priorität darauf zu legen, möglichst keine Abfälle zu generieren, produzierte Abfälle für die Wiederverwertung vorzubereiten (Müll trennen), selbst zu recyceln oder Produkte wiederzuverwenden und sie erst in letzter Instanz vollends zu beseitigen.

Im eigenen Alltag kann man sich als Vorsatz nehmen: nur so viele Abfälle wie nötig bei so viel Vermeidung wie möglich!

Was kann ich selbst tun?

Die Zero-Waste Philosophie verfolgt den Ansatz, reflektiert und nachhaltig zu handeln und möglichst keine Abfallprodukte in Folge des eigenen Konsums entstehen zu lassen. Wörtlich übersetzt meint der Name “Null Verschwendung” und hält dazu an, beispielsweise entstandene Reste zu recyclen, Lebensmittelabfälle zu kompostieren, beschädigte Güter zu reparieren statt wegzuwerfen und den Konsum insgesamt auf ein Minimum zu beschränken.

Zur Unterstützung der Zero-Waste-Bewegung wurde 2002 sogar die "Zero Waste International Alliance" in Leben gerufen. Das Konzept gewinnt ebenso immer mehr Aufmerksamkeit in der Politik und ist Zielvorstellung für viele Städte geworden, beispielsweise für die deutsche Stadt Kiel, die dies bis 2035 erreichen will.

Wer weniger Müll produzieren und den eigenen ökologischen Fußabdruck gering halten möchte, kann nachhaltig einkaufen und zum Beispiel regional, auf dem Markt, oder in sogenannten Unverpackt-Läden einkaufen gehen. Verpackung einsparen kann man außerdem auch durch Mehrwegverpackungen und wiederverwendbare Einkaufsbeutel.

Wenn es nicht gerade um Lebensmittel geht, dann kann man versuchen, alte Gegenstände zu reparieren statt sie wegzuschmeißen oder sie auf einer Second-Hand Plattform anzubieten. Oftmals braucht man ein Produkt auch nur vorübergehend, wie beispielsweise eine Bohrmaschine – auch hier kann es sich lohnen, in der Nachbarschaft herum zu fragen oder sich, ganz im Sinne der Sharing-Ökonomie, gemeinschaftlich ein Gerät anzuschaffen.

Du findest den Artikel spannend? Dann teile ihn doch gerne!