Wie lernt man nachhaltig? - Tipps und Tricks!

Oktober 2022
Der Versuch, nachhaltig zu lernen hat schon so manchen zum Zähne knirschen gebracht – doch das muss nicht sein!
Der Versuch, nachhaltig zu lernen hat schon so manchen zum Zähne knirschen gebracht – doch das muss nicht sein! - Fotograf:in: jeshoots.com, Copyright: CC0 Unsplash

Lernen: ein nie aufhörender Prozess, der uns täglich und in jeder Situation begleitet. Ob in der Schule, im Kindergarten, beim Lesen eines Buchs oder auf Fortbildungen. Doch wie muss Lernen, Üben und Wiederholen richtig erfolgen, um dabei auf Nachhaltigkeit abzuzielen?

Nachhaltiges Lernen - was bedeutet das eigentlich?
Nachhaltigkeit als Begriff mit etymologischer Doppeldeutigkeit betrifft nicht nur die Bereiche, die sich mit natürlichen Energie-Ressourcen und nachwachsenden Rohstoffen beschäftigen, sondern findet auch in der Pädagogik Anwendung. Dort beschreibt Nachhaltigkeit einen Sachverhalt – das Lernen – der eine langanhaltende bzw. dauerhafte Wirkung erzielt, sprich sie strebt eine langfristige Verankerung von Wissen an.
Wie das am besten funktioniert, zeigen wir euch im Folgenden mit 6 hilfreichen Tipps!

1. Regelmäßiges Wiederholen des Gelernten

Gelerntes wird nur dann nachhaltig im Langzeitgedächtnis verankert, wenn das Gehirn regelmäßig mit dem neu Erlernten konfrontiert wird, denn Wiederholen signalisiert dem Gehirn, dass eine Information auch tatsächlich gebraucht wird.
Hierbei geläufig ist u.a. die „erhaltende Wiederholung“, bei der mit verschiedenen Arten von Lernkarten und Lernspielen gearbeitet wird. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Karteikarten oder stichpunktartige Zusammenfassungen.
Daneben gibt es auch noch die „erarbeitende/elaborierte Wiederholung“, die nach der Logik arbeitet; je mehr Verknüpfungen eine bestimmte Information hat, desto öfter wird sie auch verwendet. Somit werden hier die gelernten Informationen zu anderen in Beziehung gesetzt, Kontexte werden hergestellt, unterschiedliche Blickwinkel angenommen und dadurch alte mit neuen Informationen vernetzt. Beispielhaft kann hierbei mit Eselsbrücken gearbeitet werden.

2. Wechseln der Lernumgebung

Mit dieser Technik wird erlerntes Wissen mit unterschiedlichen Orten verknüpft. Besonders gut eignet sie sich somit, wenn ihr große Mengen lernen müsst. Beim Abruf des Wissens erinnert sich das Hirn dann z.B. an die Bibliothek, in der ihr ein bestimmtes Thema gelernt habt.
Hierbei wichtig: egal an welchem Ort gelernt wird, ruhig sollte es stets sein, um eine gute Konzentration zu ermöglichen. Alle möglichen Ablenkungen, wie z.B. Handy, Social Media, Musik oder Lärm, sollten entfernt werden.
Vor dem Einschlafen können die Lernerfolge auch gerne nochmal im Bett wiederholt werden, da im Schlaf viel verarbeitet wird und das Gehirn weiterlernt. Nur neue Themen sollten im Bett nicht behandelt werden, da dies das Risiko von Albträumen und unruhigem Schlaf erhöht.

3. Anderen das Gelernte erklären

Erklärt Bekannten oder der Familie das, was ihr gelernt habt. Durch Kommunikation und direkte Anwendung im Alltag wird das Wissen besser verankert.
Und wer sich von seinem Gegenüber auch noch Fragen zum Thema stellen lässt, kann noch mehr profitieren, da neue Perspektiven eröffnet werden und man selbst merkt, ob man auch wirklich alles verstanden hat.

4. Transferlernen

Positiv auf die Anwendung des neu Gelernten wirkt sich auch das Transferlernen aus. Unter Transferlernen versteht man hier die Bearbeitung ähnlicher Aufgaben und das Verwenden von bereits Gelerntem als Basis für den Erwerb neuer Informationen. Wer zum Beispiel bereits eine romanische Sprache erlernt hat, dem fällt es leichter, sich eine weitere anzueignen.
Auch die Überführung auf eine höhere, abstrakte Ebene (z.B. durch Generalisierung) ist Teil des Transferlernens. Hierbei kann zum Beispiel eine Fragestellung wie “Was bedeutet Nachhaltigkeit für das einzelne Individuum?” zu “Was bedeutet Nachhaltigkeit für uns als globalisierte Gesellschaft?” abstrahiert werden.

5. Begeisterung zeigen

Wenn die intrinsische Motivation größer ist als die extrinsische, fällt das Lernen direkt viel leichter.

Stichwort: intrinsische Motivation. Wer sich aktiv für das zu Erlernende interessiert und begeistert, dem fällt es um einiges leichter, sich mit den Themen zu befassen und diese dann auch im Gedächtnis zu behalten. Daher ist es sinnvoll, Thematiken auszuwählen, für die ein grundliegendes Interesse vorhanden ist.
Oft verstärkt sich das Interesse für ein Thema auch dadurch, dass man sich intensiver und über einen längeren Zeitraum damit beschäftigt.
Daher unser Tipp: selbst wenn aller Anfang schwer ist und die Begeisterung zunächst noch ausbleibt - nicht verzagen, eine bis dato verborgene Leidenschaft könnte sich trotzdem noch entwickeln!

6. Subjektive Lernpräferenzen

Fakt ist, jeder Mensch lernt anders. Metakognitive Prozesse sind somit besonders wichtig. Sie sind der Schlüssel zum Erfolg: Nehmt euch Zeit und achtet konkret darauf, von welchen Lernmethoden und -techniken ihr am meisten profitieren könnt.
Es ist wichtig, sich selbst anspruchsvolle, aber erreichbare Ziele zu setzen, und diese klar und in geschriebener Form zu konzipieren.
Seid euch den eigenen Stärken und Schwächen sowie hilfreichen und beeinträchtigenden Bedingungen bewusst und handelt dementsprechend.
Wer weiß, dass er/sie in den eigenen vier Wänden eher unproduktiv ist, fährt lieber gleich direkt zur nächsten Bibliothek, um dort Lernerfolge zu sehen.
Manch einer ist womöglich abends produktiver als morgens, oder andersrum. Je nachdem sollte die Lernzeit zuvor entsprechend eingeplant werden.
Nachhaltiges Lernen bedarf somit auch einem hohen Maß an Selbstreflexion.

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