Gefährlich für die Umwelt: Was ihr über herkömmliche Waschmittel wissen solltet

Hinter herkömmlichen Waschmitteln verstecken sich eine menge Chemikalien
Hinter herkömmlichen Waschmitteln verstecken sich eine menge Chemikalien - Fotograf:in: Erik Binggeser, Copyright: Unsplash - Erik Binggeser

Die meisten herkömmlichen Waschmittel sind extrem umweltbelastend. Chemikalien gelangen in das Abwasser und trotz einer aufwendigen Aufbereitung kann das Klärwerk nicht alle Inhaltstoffe herausfiltern. Somit gelangen die nicht abbaubaren Substanzen in unsere Gewässer, wo sie Organismen und Tiere belasten.
Wir zeigen euch, was genau herkömmliche Waschmittel umweltschädlich macht und auf welche Inhaltstoffe ihr Acht geben müsst.

Länger haltbar mit Chemie: Konservierungsstoffe

Wie der Name schon sagt, konservieren diese Stoffe das behandelte Produkt. Und ein Waschmittel, das nur ein par Tage hält, wollen natürlich die wenigsten. Konservierungsstoffe finden sich vor allem in Flüssigwaschmittel vor. Das Problem ist, dass diese Stoffe – einmal ins Abwasser gelangt – die Bakterien im Klärwerk zerstören, welche diese Schadstoffe aufspalten. Somit wird der Reinigungsprozess in der Abwasseraufbereitung gestört und die Biozide gelangen in Gewässer, wo sie Lebewesen und der Umwelt schaden.

Guter Geruch zum hohen Preis: Duftstoffe

Jeder kennt es, den herrlichen Duft von frisch gewaschener Wäsche. Verantwortlich dafür sind Duftstoffe, die den Waschmitteln beigesetzt werden. Diese bestehen jedoch aus polycyclischen Moschusverbindungen, Isoeugenol, Cinamal und Majantol. Eine Menge Chemie also, was unter anderem auch Allergien auslösen kann. Ebenfalls können diese chemischen Stoffe nur schwer im Klärwerk gefiltert werden und erreichen somit unsere Gewässer. Zudem sind die meisten Duftstoffe nicht biologisch abbaubar. Das stinkt der Umwelt gewaltig.

Finger weg von XXL-Packungen: Füllstoffe

Füllstoffe sorgen für die Rieselfähigkeit oder Löslichkeit von Waschmitteln. Zudem strecken sie die Waschmittel, was für Hersteller natürlich ein kommerzieller Vorteil ist. Also Achtung vor vielversprechenden XXL-Packungen von Waschmitteln. Diese sind meistens mit Füllstoffen versetzt, die hauptsächlich aus Natriumsulfat bestehen. Dies wird nicht durch die Kläranlage gefiltert, ist biologisch nicht abbaubar und kann somit Gewässer versalzen, die es erreicht. Langfristig leidet unsere Artenvielfalt darunter.

Umweltschädlich und verantwortlich für Allergien: Tenside

Achtet bei der Verpackung auf die Endungen -sulfate oder -sulfonate. Dahinter verstecken sich synthetische, waschaktive Tenside, die Waschmitteln versetzt werden, um Schmutz besser entfernen zu können. Meistens findet man auch den Namen „anionische“ Tenside auf der Produktbeschreibung, eine Untergruppe der Tenside, die reinigungsintensiver und stark entfettend sind. Sogenannte „nicht-ionische“ Tenside werden vor allem für Waschmittel bei niedrigen Temperaturen benutzt.
Ferner werden synthetische Tenside aus Erdöl, Palmkernöl oder Kokosöl produziert. Seit 1977 sind die Hersteller dazu verpflichtet, nur noch Tenside in Waschmitteln anzuwenden, die zu mindestens 80 % primär abbaubar sind. Das klingt erstmal gut, jedoch beträgt die Zerfallszeit dafür immer noch ca. einen knappen Monat, in dem die umweltschädlichen Tenside im Abwasserkreislauf verweilen.
Eine besserer Ersatz sind daher sogenannte Biotenside oder natürliche Tenside. Sie bestehen aus pflanzlichen sowie nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Raps und können biologisch besser abgebaut werden.


Nicht nur der Umwelt schaden synthetische Tenside: Auch die Haut kann allergisch reagieren und austrocknen. Insbesondere Schleimhäute können durch zu hohe Konzentrationen von Tensiden stark gereizt werden.

Plastik in unseren Lebensmitteln: Mikroplastik und flüssige Kunststoffe

Laut einer Untersuchung von Ökotest beinhalten 21 von 25 Pulver-Waschmittel Mikroplastik. Zudem gab die Studie der österreichischen Umweltorganisation „GLOBAL 2000“ bekannt, dass mehr als 40% der Waschmittel flüssige Kunststoffe enthalten.
Diese Stoffe werden Waschmitteln beigefügt, um beispielsweise Grauschleier oder Verfärbungen auf weißer Wäsche zu vermeiden. Auch hier können die Kläranlagen Mikroplastik und Polymere nicht gänzlich filtern, wodurch jährlich mehr als 900 Tonnen Mikroplastik in unsere Gewässer und Umwelt gelangen. Bei flüssigen Polymeren wird die Menge im Vergleich zu Mikroplastik auf das fünfzigfache geschätzt. Plastikstoffe belasten somit nicht nur Wasserorganismen oder Meerestiere, etwa wenn sie unabsichtlich als Nahrung aufgenommen werden. Mikroplastik und Polymere erreichen auch uns, indem sie durch den Klärschlamm auf Feldern unsere Pflanzennahrung belasten.

Manche Inhaltsstoffe müssen nicht angegeben werden

Es gibt sogar noch mehr bedenkliche Inhaltsstoffe, als wir durch die Produktbeschreibung überhaupt entlarven können. Denn tatsächlich müssen dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz (WRMG) zufolge nicht alle enthaltenden Stoffe auf dem Produkt deklariert werden. Dazu zählt beispielsweiße Mikroplastik. Anstelle dessen werden sie in einem Online-Datenblatt erfasst. Auch wenn dies den Konsumenten:innen zugänglich gemacht wird, ist es zunächst eine Methode, umweltschädliche Stoffe zu verstecken, die Hersteller natürlich nicht gerne Preis geben wollen. Getreu dem Motto „Aus dem Auge, aus dem Sinn“. Die meisten Käufer:innen sehen über die Produktbeschreibung hinweg, somit ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie ich online über umweltschädliche Inhalte informieren.
Jedoch gilt seit 2005 die Regel, allergene Duftstoffe deklarieren zu müssen, wenn davon mehr als 0,01% im Produkt stecken.
Nach Empfehlungen des Umweltbundesamt sind öko-freundliche Hochkonzentrate besser, da sie weniger schädliche Substanzen besitzen. Erkennen könnt ihr Hochkonzentrate an der Anwendungsbeschreibung des Waschmittels: Die angegebene Zahl der Waschgänge ist hoch sowie wird sich auf eine Dosierung von maximal 70 Gramm pro Waschgang beschränkt.

Fazit

Also was könnt ihr tun? Nehmt euch die Zeit und sieht mal genauer hin, welche und ob genau diese Inhatlstoffe in euren Waschmitteln stecken. Wenn ja, dann überlegt euch doch nicht lieber eine umweltschonendere Variante zu nehmen.
Mittlerweile gibt es in jedem Discounter Öko-oder Bio-Waschmittel, die auch nicht wirklich viel teurer sind. Und was sind schon 50 Cent mehr, wenn man damit einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag leisten kann? Langfristig kann dadurch sogar die Nachfrage an herkömmlichn Waschmitteln sinken und die Chemikalien-Bomben können einpacken.

Ihr könnt aber auch euer eigenes umweltfreundliches Waschmittel herstellen, mit diesen 5 einfach Haushaltsmitteln. Günstig, einfach und nachhaltig! Mehr dazu hier.