Carsharing in Berlin – Wer ist am günstigsten?

Vielerorts wird der Mix aus Elektroautos und Carsharing als Zukunftsmodell für nachhaltige Mobilität mit dem Auto angesehen. Doch die Angebote sind vielfältig.
Vielerorts wird der Mix aus Elektroautos und Carsharing als Zukunftsmodell für nachhaltige Mobilität mit dem Auto angesehen. Doch die Angebote sind vielfältig. - Fotograf:in: andreas160578

Berlin ist für Carsharing-Anbieter eine wahre Goldgrube. Im Wettstreit um die beste Leistung für den günstigsten Preis kann man als Kunde leicht den Überblick verlieren: Daher bieten wir dir hier eine Übersicht über die Unterschiede.

Die vier Anbieter im Profil

Diese vier Anbieter werden wir auf verschiedene Gesichtspunkte hin vergleichen

  • Greenwheels
  • Stadtmobil
  • Sixt
  • Cambio

Greenwheels ist ein 1995 gegründetes Unternehmen, dass sich explizit für den nachhaltigen Gedanken einsetzt, VW-Autos in Betrieb hat und in den Niederlanden seinen Ursprung fand. Seit 2004 ist Greenwheels auch in Deutschland aktiv.

Das Unternehmen stadtmobil ist aus dezentralem, ehrenamtlichem Engagement für Carsharing entstanden, das 1999 unter einer Dachfirma zusammengeführt wurde - doch auch heute noch besteht ein starker Fokus auf Regionalität. 2007 fand stadtmobil seinen Weg nach Berlin.

Sixt hingegen versteht sich als weltweiter Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen und hat deutlichen Konzerncharakter. In Berlin gehört das Carsharing-Angebot zu einer ganzen Reihe von Dienstleistungen, die Sixt dort anbietet: E-Scooter, -Roller und Transporter werden zum Beispiel auch zum Teilen zur Verfügung gestellt.

Genau wie stadtmobil ist auch cambio aus der Umweltbewegung heraus entstanden und hat Vorläufer in engagierten Gruppen in Aachen, Bremen und Köln. Vermutlich aus diesem Hintergrund heraus ist wohl auch die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen entstanden: Nutzer:innen einer cambio-Card können etwa auch die Fahrzeuge von stadtmobil nutzen.

Hinweis: Beim folgenden Vergleich haben wir für die Kategorien “Preis pro Stunde (tagsüber)”, “Preis pro Stunde (nachts)” und “Preis pro Kilometer” je mit dem günstigsten Auto und Tarif eines Anbieters gerechnet und dabei, sofern möglich, auch die monatliche Grundgebühr nicht in die sonstigen Preisangaben miteinbezogen.

Greenwheels: Günstig, aber nicht sehr grün

Zunächst die Grundgebühren:

Einmalige Aufnahmegebühr: 0 €
Monatliche Grundgebühr: 0 €

In den folgenden Kategorien für die eigentlichen Fahrpreise beziehen wir uns auf den Basis-Tarif:

Preis pro Stunde (tagsüber): 2,49 €
Preis pro Stunde (nachts): 2,49 €

Preis pro 24 Stunden: 39 €
Preis pro Kilometer: 0,30 Cent

Rahmeninfos:

Anzahl an Stationen (in Berlin): ca. 50
Verfügbare Fahrzeuge: VW up!, VW Golf Variant, VW Caddy
Elektroautos? Nein

Es zeigt sich also, dass Greenwheels zwar nicht unbedingt umweltfreundlich in der Auswahl der Fahrzeuge ist, dafür aber recht günstig: Es gibt nicht viele Anbieter, die keine Aufnahme- oder monatliche Grundgebühr verlangen, und auch der Stundenpreis ist relativ niedrig. Bei Langstrecken hingegen verhält es sich wie mit vielen Anbietern: Das lohnt sich eher nicht.

Stadtmobil - der Preissieger

Zunächst wieder die Grundgebühren:

Einmalige Aufnahmegebühr: 29 €
Monatliche Grundgebühr: 2 € (monatlich kündbar) ODER 0 €, aber 3 € pro Buchung

Preis pro Stunde (tagsüber): 1,50 €
Preis pro Stunde (nachts): 0,50 €

Preis pro 24 Stunden: 23 €
Preis pro Kilometer: bis 100 km: 0,24 Cent, danach 0,18 Cent pro km

Rahmeninfos:

Anzahl an Stationen (in Berlin): ca. 50
Verfügbare Fahrzeuge: Toyota Aygo, Ford Fiesta, Opel Adam, Opel Corsa, VW Golf, Renault Kangoo, Ford Focus, Opel Astra, Opel Zafira, Audi A3, Ford Grand C Max, Ford Tourneo Custom, Ford Transporter
Elektroautos? Nein

Das Unternehmen stadtmobil bietet recht eindeutig die günstigste Option für Carsharing in Berlin: Bis auf die monatliche Grundgebühr liegen die Preise überall unter dem Durchschnitt. Einziges Manko: In Berlin bietet stadtmobil bisher keine Elektroautos an.

Maximale Flexibilität mit Sixt

Grundgebühren:

Einmalige Aufnahmegebühr: 29 €
Monatliche Grundgebühr: 0 €

Preis pro Stunde (tagsüber): 5,40 € / 9 Cent pro Minute
Preis pro Stunde (nachts): 5,40 € / 9 Cent pro Minute

Preis pro 24 Stunden: 59 €
Preis pro Kilometer: 0,34 € pro Kilometer über das normale Paket hinaus

Rahmeninfos:

Anzahl an Stationen (in Berlin): Free-Floating (Leihen und Zurückgeben im ganzen Stadtgebiet sowie an einer der 500 Sixt-Stationen)
Verfügbare Fahrzeuge: Audi A3, Audi Q2, Audi A4 Avant, VW Golf, VW Passat, Renault Zoe, Seat Leon, Skoda Octavia, Mini, BMW i3, BMW X1, BMW 1er, BMW X2, Hyundai i10, Mini Cabrio, Mini Countryman, VW Tiguan, Audi A1, VW T-ROC, Audi Q3, Skoda Scala
Elektroautos? Ja

Sixt ist einer der größten Carsharing-Anbieter Deutschlands und das zeigt sich auch in Berlin. Das Unternehmen kann vor allem mit seiner umfangreichen Flotte, die sogar Elektroautos umfasst, punkten. Zudem wird bei Sixt pro Minute abgerechnet, sodass kurze Strecken oft kostengünstiger als anderswo sind. Im Allgemeinen gehört Sixt aber zu den teureren Anbietern. Ein großer Vorteil ist das sogenannte Free-Floating-System: Wer ein Sixt-Auto leiht, kann es nicht nur an den zahlreichen Sixt-Stationen zurückgeben, sondern auch mitten in der Stadt abstellen.

Cambio - Klein aber Fein

Grundgebühren:

Einmalige Aufnahmegebühr: 30 €

In den folgenden Kategorien für die eigentlichen Fahrpreise beziehen wir uns auf den Basis-Tarif:

Monatliche Grundgebühr: 0 €

Preis pro Stunde (tagsüber): 3,00 €
Preis pro Stunde (nachts): 0,50 €

Preis pro 24 Stunden: 30 €
Preis pro Kilometer: 0,24 Cent bis 100 km, danach 0,18 Cent

Rahmeninfos:

Anzahl an Stationen (in Berlin): ca. 35 Stationen
Verfügbare Fahrzeuge: Toyota Aygo, Ford Fiesta, Ford Courier, Ford Focus Kombi, VC Caddy, Ford Transporter
Elektroautos? Nein

Mit ca. 35 Stationen und sechs Fahrzeugtypen ist cambio einer der kleineren Anbieter. Entschließt man sich, die vergleichsweise hohe Aufnahmegebühr zu zahlen, kommt man aber relativ günstig durch Berlin. Verzichtet man dann noch auf die nicht ganz so umweltfreundlichen Ford-Modelle und entscheidet sich lieber für einen Toyota Aygo, dann fährt man auch noch mit gutem Gewissen.