Buch-Idee: 'Mein grüner Hund'

Können wir uns auch im Umgang mit unseren vierbeinigen Freunden nachhaltiger verhalten?
Können wir uns auch im Umgang mit unseren vierbeinigen Freunden nachhaltiger verhalten? - Fotograf:in: Caity, Copyright: Caity

Das Buch “Mein grüner Hund”, geschrieben von Kathrin Hartmann, zeigt in eindrucksvoller Weise auf, wie ein ökologisch verantwortliches Zusammenleben mit den Vierbeinern möglich ist. Wir stellen einige Inhalte vor.

Worum geht es?

Jahrelang träumte Kathrin Hartmann, Journalistin und Autorin, davon einen Hund zu haben. Der liebe Toni, der zu Beginn des Buches dann tatsächlich schnarchend unter ihrem Tisch liegt, war aber keine Selbstverständlichkeit.

40 Jahre lang hielt sie vor allem eins von der Haustierhaltung ab: Der ökologische Fußabdruck des Unterfangens. Dieser wird vor allem durch den Konsum von Fleisch geprägt - eigentlich ein Standardfutter für viele Tiere, doch Kathrin Hartmann erklärt eben, dass es auch anders geht und weist auf diese und andere Arten neue Wege für eine nachhaltige Zukunft im Bereich ‘Haustiere’.

Des Weiteren stellt sie den Hund auch in größere Zusammenhänge: Als Teil menschlicher Gesellschaft hat das Tier auch Bezüge zu vielen menschlichen Agendas und Wünschen. Etwa wenn es um den “Tierschutz” geht, der durchaus nicht nur positive Seiten hat.

Kathrin Hartmann, die Autorin des Buchs.

Der vegetarische Hund

Das Buch enthält sicherlich nicht alle verfügbaren Tipps, um Hunde umweltbewusst zu halten. Ein Hauptthema zieht sich aber doch durch: Die Maxime, den eigenen Hund nicht mehr mit Fleisch, sondern vegetarisch zu ernähren. Selbst für manchen Veganer mag dieser Satz erstmal ungewohnt klingen, aber es stecken gute Gründe dahinter:

Hinter der klassischen Fleischernährung steckt eine ganze Industrie, deren genaue Produktionsweisen natürlich nicht klar sind und wo durchaus die Chance besteht, dass schädliche Zusatzstoffe oder Chemikalien ihren Weg ins Tierfutter finden. Zudem muss man auch damit rechnen, dass die industrielle Fertigung selbst jede Menge Abgase erzeugt und nicht gerade tierfreundlich ist. Weiterhin kommt das Fleisch von Nutztieren - und deren Methanausstöße - etwa bei Rindern - sind bekanntermaßen starke Propeller für den Treibhauseffekt. Zuletzt kann sich jeder Vegetarier oder Veganer die Frage stellen, warum denn sie selbst auf Fleisch verzichten, aber das selbe Prinzip nicht beim Haustier anwenden.

Warum nicht Mal ein gesunder Smoothie für unsere haarigen Freunde?

Ersatznahrung kann etwa Spaghetti mit Soja-Bolognese sein oder gar ein Kartoffel-Wurzelgemüse-Stampf mit Leinöl, Quark und Erbsen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, setzt man sich einmal mit den benötigten Nährstoffen für den heimischen Vierbeiner auseinander.

Missstände im Umgang mit Tieren

Ein zweites wichtiges Thema in “Mein Grüner Hund”, wenn nicht gar das wichtigste, ist das Lenken von Aufmerksamkeit auf Missstände im Umgang mit Haustieren. Kathrin Hartmann, die Journalistin ist und sich viel mit nachhaltigen Thematiken auseinandersetzt, liegt diese Arbeit sichtlich sehr am Herzen.

Die Hundezucht hat viele Probleme. Möpse etwa leiden zuweilen durch ihre gezüchtete Anatomie unter Atemproblemen.

Mit reichlich Nachdruck zeigt sie erschreckende Statistiken auf, dass etwa allein 2020 759 Millionen Tiere in Deutschland getötet wurden - und davon nicht wenige auf qualvolle Art und Weise. Mit großer Betroffenheit berichtet sie von der zutiefst amoralischen Tiermafia, bei der Hochleistungszucht (z.B. von Mops und Bulldogge) und Tierimport etwa aus Griechenland und Osteuropa unter zutiefst unwürdigen Bedingungen erfolgen. Weil sie selbst dorthin gereist ist, aus eigener Erfahrung berichten kann, wirken die Ausführungen umso stärker.

Auf der Suche nach dem “falschen Guten”

Ihre Recherche ist nicht apolitisch - und das merkt man nicht erst, wenn sie schreibt, sie wolle das “falsche Gute” entlarven. Das Buch ist durchzogen von einer politischen Weltsicht, die nicht nur darauf abzielt, schlimme Dinge aufzudecken. Ganz genauso geht es darum, mit Toni als emotionalem Ankerpunkt die Geschehnisse der Leser*in nahe zu bringen und als zweiten Schritt nie die Hoffnung zu verlieren. Denn wer ist nicht zuweilen nah dran, den Glauben an das Gute im Menschen aufzugeben, wenn eben dieser unsere liebsten tierischen Begleiter quält?

Hundeschulen sind nach wie vor vielerorts geprägt von sehr disziplinarischen Erziehungsstil. Wir wissen nicht, ob das in diesem Bild auch der Fall ist, aber der an der Leine zurückgehaltene Hund wirkt durchaus symbolisch.

Was können wir tun?

Die Veränderung kann bei uns selbst anfangen.

Vegetarische Ernährung. Ein erster Schritt, der vielleicht auch dabei hilft, den eigenen Lebensstil diesbezüglich konsequenter umzustellen. Rezepte gibt es viele, probier’ es doch einmal mit einem grünen Smoothie:

Handvoll Rucola
3 kleine Blätter von Blumenkohl
3 dicke Scheiben von Zucchini
Spinatreste (Stiele oder unschöne Blätter)
1 EL Naturjoghurt
1 EL Speisequark
1 EL Kokosfett
150 – 200 ml Wasser
1 TL Kurkuma

Nicht-autoritäre Erziehung. Die Idee, dass wir Kinder und Tiere mit Bestrafung, Konditionierung und Unterwerfung erziehen sollten ist ebenso alt wie hochgradig problematisch. Schließlich ist längst bekannt, dass positive Verstärkung, also das Aussprechen und Ausbleiben von Lob, Verständnis und das Behandeln auf gleicher Ebene der richtige Weg sind.

Genau aufpassen beim Tierkauf. Das größte Übel, die von Hartmann beschriebene Tiermafia, ist nicht auf den ersten Blick erkennbar (wenn überhaupt). Allgemein sollte man bei Tieren, die aus Osteuropa stammen vorsichtig sein und sich vielleicht eher überlegen, einen Hund aus dem Tierheim aufzunehmen.

Zuletzt könnt ihr folgendes tun: Kathrin Hartmann’s “Mein Grüner Hund. Plädoyer für ein faires Leben mit unseren Vierbeinern.” kaufen/ausleihen und lesen. Und euch dann im Netz, zum Beispiel hier auf Such dich Grün, weiter informieren!